Hervorragende Bilder aus Kiew von dem Friedensmarsch Ukraine INFOWELTGESCHEHENRADIOSENDUNG II

Hervorragende Bilder aus Kiew von dem Friedensmarsch Ukraine

EU-Sanktionen gegen Russland vs Blindheit gegenüber rechter Gewalt gegen Polizei und Justiz in der Ukraine

Guten Tag,

Ende dieser Woche steht beim EU-Gipfel die Verlängerung der Sanktionen gegen Russland auf der Tagesordnung. Ursprünglich war geplant, diese ohne Debatte um weitere 6 Monate zu verlängern. Als Begründung wird genannt, das Minsker Protokoll über die Konfliktbeilegung in der Ostukraine sei noch nicht vollständig umgesetzt. Für jede Verzögerung oder jeden Verstoß gegen die Umsetzung (Waffenruhe, Abzug schwerer Waffen, regionale Wahlen) wird Russland verantwortlich gemacht.

Auch schaden sich die EU-Länder durch die Sanktionen, die auf Druck der US-Regierung erlassen wurden, selbst in erheblichem Ausmaß, weshalb der Widerstand wächst. Die Maßnahme muss vom Europäischen Rat einstimmig beschlossen werden, daher würde eine Gegenstimme reichen, um sie zu stoppen. (Italien, Griechenland, Portugal, Frankreich kämen im Prinzip in Frage, – wird ein Regierungsschef den Mut haben, NEIN zu sagen?)

Die Ukraine wird von den EU-Ländern nicht in die Pflicht genommen, – im Gegenteil wirtschaftlich, politisch und militärisch hofiert und unterstützt. Wie weit die Befürchtungen der Gegner des Maidan-Umsturzes vom Februar 2014 vor Gewalt von rechts mittlerweile Realität sind, belegt der Artikel von Ulrich Heyden, der ohne Übertreibung an Weimarer Zustände erinnert:

Ukraine: Wenn der Rechte Sektor im Gerichtssaal das Sagen hat …

Ulrich Heyden 15.12.2015

In der Ukraine kommt es fast täglich zu rechter Gewalt gegen Polizei und Justiz

Am 30. November 2015 stürmten hundert Mitglieder des Rechten Sektors einen Saal des Malinowski-Gerichts in Odessa. Die wachhabenden Polizisten wurden einfach zur Seite gedrängt. Maskierte Männer und Frauenbauten sich vor den drei Richtern auf. Sie hatten ein Urteil erlassen, fünf wegen der Straßenschlacht am 2. Mai 2014 inhaftierte Anti-Maidanisten gegen Kaution freizulassen. Angesichts der anrückenden Rechten guckten die Richter ängstlich. Und unter Drohungen der Maskierten unterschreiben[1] (Minute 1:23) sie ihren Rücktritt.

Kurze Zeit später wurde das Urteil zur Freilassung der fünf Anti-Maidanisten gegen Kaution von der Staatsanwaltschaft in Odessa wegen „der Nichtberücksichtigung einiger Tatsachen“ aufgehoben und die Haft für die Fünf auf zwei Monate verlängert.

Die Rechtsprechung in Odessa erlebte im Dezember schwarze Tage. Es ist erst einen Monat her, da hatte eine vom Europarat eingesetzte Expertenkommission die ukrainische Justiz wegen der verschleppten Aufklärung der Ereignisse 2. Mai 2014 scharf kritisiert (Tragödie von Odessa: Europarat bescheinigt ukrainischer Regierung Versagen[2]). An dem Tag wurden von Unbekannten bei einer Straßenschlacht zwischen Maidan- und Anti-Maidan-Anhängern auf dem Griechischen Platz in Odessa sechs Menschen aus beiden Lagern erschossen. Danach starben 42 Menschen im brennenden Gewerkschaftshaus, in das sich Regierungskritiker geflüchtet hatten. Kein einziger der Brandstifter ist in Haft. Welchen Stand die Ermittlungen zum Brand im Gewerkschaftshaus haben, ist unbekannt.

Kiew will die Tragödie vom 2. Mai nicht aufklären. Und der Rechte Sektor (RS) in Odessa tut alles, um Ansätze von Aufklärung und gerichtlicherer Untersuchung zu blockieren. Die Rechtsradikalen fürchten selbst Gerichtsverhandlungen gegen ihre Gegner vom Anti-Maidan, denn da könnte ja doch noch herauskommen, dass Rechte Brandsätze geworfen und geschossen haben. Und das käme dem RS nicht gelegen. …

Für die fünf Inhaftierten von Odessa, die seit eineinhalb Jahren ohne konkrete Beweise und mit gleichlautenden Anklagen (TP-Interview mit Anwalt Kirill Schewtschuk[4]) in Haft sind, war die Aufhebung des Freilassungs-Beschlusses ein Schock. […]

Rechter Sektor droht Richtern mit Granaten

In den letzten Wochen häuften sich in der ganzen Ukraine Angriffe des Rechten Sektors auf Gerichte und hohe ukrainische Beamte. […]

Odessa-Filmfestival in Berlin

Damit die Tragödie von Odessa nicht in Vergessenheit gerät, die Ermittlungen gegen die Täter fortgeführt und die Personen verurteilt werden, welche den Brand im Gewerkschaftshaus und das Nichteinschreiten von Polizei und Feuerwehr verschuldet haben, findet vom 17. bis zum 19. Dezember im Berliner „Club Reporter“ ein Film-Festival[10] statt. Auf dem Festival werden sechs Dokumentarfilme von ukrainischen, deutschen und russischen Regisseuren gezeigt, welche die Tragödie am 2. Mai 2014 aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten.

Der vollständige Text ist im Anhang verfügbar.

Aus den Reihen derjenigen vor allem aus Deutschland, die den Maidan-Umsturz als legitime zivilgesellschaftliche Demokratiebewegung beschönigten und Warnungen vor dem Rechten Sektor und Svoboda als russische Propaganda abtaten, vernehme ich seit Langem nur Schweigen.

Viele Grüße

Elke Schenk

globalcrisis/globalchange NEWS

Ukraine-HEYDEN-Gewalt-Rechter-Sektor-gegen-Justiz-tp2015_12_15.pdf

Prof. Dr. Rainer MAUSFELD Warum schweigen die Lämmer – Transkript des Vortrags vom 22.Juni 2015

Stephan Best global crisis/ global change NEWS

„Warum schweigen die Lämmer?“
Nachfolgend dokumentiert sei ein Text, der in Thematik und Intention in der jüngeren deutschen Professorenschaft eher Seltensheitscharakter besitzt. In der Tradition von Prof. Johannes Agnoli (‚Transformation der Demokratie‘) oder den Untersuchungen zu ‚Power Structure Research‘ von Prof. Hans Jürgen Krysmanski geht Prof. Mausfeld dem ‚Paradox der Demokratie‘ nach und untersucht, wie es möglich ist die Beherrschten/die Bevölkerungen lammgleich zu befrieden und sie im Glauben zu halten sie selbst seien die Lenker der Geschicke ‚ihres‘ Staatswesens. Nur solange es den Oligarchien gelingt über diese Zusammenhänge medial vermittelt zu täuschen, wird keine wirkliche Befriedung struktureller Gewalt zu erreichen sein. StB
++++
Thema dieses Vortrags sind Techniken, die dazu dienen, schwerwiegende Verletzungen moralischer Normen durch die herrschenden Eliten für die Bevölkerung moralisch und kognitiv unsichtbar zu machen.
Publiziert: 6.08.2015 (19:27), aktualisiert: 6.08.2015 (19:27), von Prof. Dr. Rainer Mausfeld, Original: https://youtu.be/Rx5SZrOsb6M
VORTRAG
‚Moralisch unsichtbar‘ sind Verletzungen moralischer Normen, wenn sie zwar als Fakten sichtbar sind, jedoch in einen Kontext eingebettet sind, der verhindert, dass sie in der Bevölkerung ein moralisches Unbehagen oder Empörung auslösen. Ein Beispiel sind
die gesellschaftlichen und humanitären Folgen der mit der neoliberalen Wirtschaftsordnung einhergehenden strukturellen Gewalt, wie sie vor allem in der sog. ‚Dritten Welt‘, doch zunehmend auch in den westlichen Industrieländern sichtbar werden. (…)
Zu dem natürlichen Vermögen unseres Geistes gehört die Befähigung, die Begrifflichkeiten zu hinterfragen, mit denen man im gesellschaftlich-politischen Bereich
Phänomene und Fakten kategorisiert, ordnet und bewertet. Prominentes Beispiel ist der
neoliberale Neusprech zur Verhüllung und Verdeckung des tatsächlich Gemeinten, mit dem man leicht ein Orwellsches Neusprech-Wörterbuch füllen könnte. Hierzu gehören Begriffe wie Strukturreformen, Reformwille, Bürokratieabbau, Deregulierung, Stabilitätspakt, Austerität, Euro-Rettungsschirm,freier Markt, schlanker Staat, Liberalisierung, Harmonisierung,marktkonforme Demokratie, alternativlos, Humankapital, Leiharbeit, Lohnnebenkosten, Sozialneid, Leistungsträger, etc. etc.

Derartige Begriffe transportieren ideologische Weltbilder, deren totalitären Charakter es aufzudecken und zu benennen gilt. (…)

Derselbe Grundgedanken findet sich auch an den Ursprüngen der amerikanischen Verfassung: Jede Regierungsform müsse so gestaltet sein, dass sie die Minorität der
Reichen gegen die Majorität der Armen schützt („to protect the minority of the opulent against the majority“), sagte James Madison (1751–1836), einer der Gründungsväter der amerikanischen Verfassung. Madisons Lösungsvorschlag für dieses Spannungsverhältnis zwischen Volk und Eliten war die ‚repräsentative Demokratie‘
– de facto also eine Form der Oligarchie -, mit der sich die Sicherung der Eigeninteressen der Minorität der Reichen gewährleisten lasse. (…)
Im politischen Diskurs wie auch in der politischen Rhetorik der Neuzeit spielt der Begriff der Demokratie dennoch eine immer größere Rolle. Demokratie ist nun nicht nur
eine von möglichen Herrschaftsformen, sondern sie ist die einzige Form, in der sich politische Macht überhaupt legitimieren lässt. Zugleich betrachten die herrschenden

Eliten Demokratie als eine „notwendige Illusion“  und bemühen sich hinter der Rhetorik von Demokratie zugleich, die zur Sicherung ihrer Eigeninteressen geeigneten oligarchischen Strukturen zu etablieren. Dabei werden von ihnen ernsthafte demokratische Errungenschaften als „excess of democracy“ deklariert und demokratische Strukturen in einer Weise zu erodieren versucht, die für die Bevölkerung möglichst nicht sichtbar sind – ein Prozess, der sich in der Gegenwart in beängstigender Weise beschleunigt hat. Für Beispiele mögen als Stichworte die Gesetzge bungsverfahren der EU, Weltbank, IWF, TTIP sowie „Troika“ genügen. (…)

Rainer Mausfeld
Geb. 1949, studierte Psycho-
logie, Mathematik und Philosophie.
Arbeitet im Bereich der
Kognitionsforschung und
untersucht die Natur der
angeborenen Bedeutungskate-
gorien unseres Geistes, auf de-
nen alle psychischen Prozesse
beruhen. Derzeit Professor für
Allgemeine Psychologie an der
Universität Kiel.
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Offener Brief an Obama zu MH17: ehem. US-Geheimdienstleute verlangen Offenlegung aller US-Nachrichtendienstinformationen

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis – martin.zeis

Der folgende, von der Tageszeitung Junge Welt übersetzte Offene Brief der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS) an den US-Präsidenten ist am 22.07.2015 auf der Website washingtonsblog.com unter dem Titel: U.S. Intelligence Officials Demand that Obama Release MH-17 Intel erstmals veröffentlicht worden. (vgl. http://www.washingtonsblog.com/2015/07/obama-should-release-mh-17-intel.html ) – Der vollständige Text (5 S.) befindet sich im Anhang,

»Genehmigen Sie die Freigabe«
Ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter fordern Präsident Obama auf, nachrichtendienstliche Informationen über den Abschuss von Flug MH17 über der Ostukraine vor einem Jahr veröffentlichen *

Vor einem Jahr hat die US-Regierung einen skizzenhaften Bericht über den Ab-schuss der Maschine des Fluges MH17 der Malaysia Airlines publiziert und dazu »soziale Medien« oder andere dürftige Daten zitiert, die Rebellen aus der Ostukraine und Russland dafür die Schuld gaben. Als später belastbare nachrichtendienstliche Informationen verfügbar wurden, hüllte sich die Führung in Washington in Schweigen. Jetzt fordern ehemalige Mitarbeiter der US-Geheimdienste deren Veröffentlichung. junge Welt dokumentiert den offenen Brief der »Veteran Intelligence Pro-fessionals for Sanity« (Pensionierte Geheimdienstexperten für den gesunden Menschenverstand – VIPS) an US-Präsident Barack Obama mit Datum vom 22. Juli 2015.

**********

Vor einem Jahr ist die Passagiermaschine des Fluges MH17 der Malaysia Airlines über der Ukraine abgeschossen worden, wobei 298 Passagiere und Crewmitglieder starben. In ihrer ersten Reaktion stützte die US-Regierung die Behauptung, dass regierungsfeindliche Kräfte in der Ostukraine (die übliche falsche Bezeichnung in den Medien für sie ist »Separatisten«) die Täter waren und dass sie möglicherweise direkt von Moskau unterstützt wurden.
Am 29. Juli 2014 haben wir, Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), der US-Regierung vorgeschlagen, öffentlich dazu Stellung zu nehmen, über welche nachrichtendienstlichen Informationen sie in bezug auf den Abschuss verfügt, damit der Vorfall nicht in einem Ausbruch grundloser Beschuldigungen gegen Russland endet (siehe jW vom 9. August 2014). Auf diese Stellungnahme warten wir noch heute.
Die Spannungen zwischen den USA und Russland betreffs der Ukraine nähern sich mit hohem Tempo einem gefährlichen Punkt. Einer der Hauptfaktoren für das nega-tive Bild, das die US-amerikanische Öffentlichkeit von Moskau hat, ist der Abschus der Maschine von Flug MH17 der Malaysia Airlines.
Ein öffentlicher Bericht über die Untersuchung des Vorfalls durch die niederländi-schen Sicherheitsbehörden wird im Oktober erwartet, aber der Entwurf ist angeblich bereits in den Händen der Regierung der Vereinigten Staaten. Es gibt Spekulationen, dass der Report mit den Medien und durchgesickerten Informationen aus Regie-rungsquellen abgestimmt werden soll, die die Schuld hauptsächlich den Ukrainern russischer Herkunft im Südosten der Ukraine zuschreiben. Letztere befinden sich in Oppostion zu der Regierung, die nach dem vom Westen eingefädelten Putsch vom 22. Februar 2014 in Kiew an die Macht gekommen ist.
Weil die Beziehungen zu Moskau von wesentlicher Bedeutung sind – und wenn auch nur deshalb, weil Russland die militärische Stärke hätte, die USA zu zerstören –, muss es um eine vorsichtige Neujustierung dieser Beziehungen gehen. Wenn die USA sich die Schlussfolgerung zu eigen machen, die Russlands Schuld ohne jede solide nachrichtendienstliche Erkenntnis behauptet, wird eine bereits brüchige bila-terale Beziehung so gut wie sicher auf unnötige Weise beschädigt. Wir sind der Meinung, dass zu einer gründlichen Untersuchung des Flugzeugabsturzes gehört, in alle Richtungen zu ermitteln und zu überprüfen, was die Beweise taugen.
Das einzige, was die US-amerikanische Öffentlichkeit und das weltweite Publikum gegenwärtig sicher wissen, ist, dass die Maschine abgeschossen wurde. Aber der Abschuss könnte zufällig erfolgt sein und auf das Konto einer Reihe von Beteiligten gehen. Er könnte aber auch von Regierungsgegnern inszeniert sein, mit oder ohne Duldung Moskaus. Es ist auch möglich, dass der Flugzeugabsturz absichtlich von der Regierung in Kiew oder einem der mächtigen Oligarchen der Ukraine herbeige-führt wurde, um die Anti-Kiew-Kräfte und Russland mit diesem Massenmord in Ver-bindung zu bringen. Obwohl eher unwahrscheinlich, könnte es letztlich aber auch möglich sein, dass auf der Basis der vorhandenen Geheimdienstinformationen ermittelt werden kann, wer es getan hat.
Angesichts des hohen Einsatzes sowohl in Bezug auf unsere extrem wichtigen Beziehungen zu Russland als auch bei der Erarbeitung einer vertrauenswürdigen Darstellung des Vorfalls, die auch dem Weißen Haus zur Ehre gereicht, ist es rätselhaft, warum die Regierung dabei versagt hat, eine koordinierte Geheimdiensteinschätzung zu erstellen. Diese fasst zusammen, welche Beweise zur Ermittlung der Verantwortlichen für den Absturz vorliegen. Wenn die US-Regierung weiß, wer den Angriff auf das Flugzeug durchgeführt hat, sollte sie die Beweise vorlegen. Wenn sie es nicht weiß, sollte sie es sagen.
Im Folgenden werden wir als frühere Geheimdienstexperten mit einer gemeinsamen Dienstzeit von über 360 Jahren in verschiedenen Abteilungen der US-Nachrichtendienste unsere Sicht auf die Dinge beisteuern. Und wir werden zum zweiten Mal darum ersuchen, dass die nachrichtendienstlichen Informationen über den Absturz veröffentlicht werden, um den unklaren und dürftigen Beweisen, die uns seit einem Jahr aufgetischt werden – einige davon gestützt auf »soziale Medien« – etwas entgegenzusetzen.

Die russische Dimension

(…)

MH17_VIPS-Offener-Brief-an-Obama150722.pdf

Dokument: Rede von Gregor GYSI im Bundestag zur Griechenlandkrise am 1. Juli 2015; YouTube-Video und BT-Plenarprotokoll

https://www.youtube.com/watch?v=E0xK5FIYoWY

Gregor Gysi, DIE LINKE: »Sie wollen die linke Regierung in Griechenland beseitigen«

Rede Gregor Gysis im Deutschen Bundestag, 01.07.2015

YouTube-Clip, 19:54 min, veröffentlicht am 01.07.2015 – URL: https://www.youtube.com/watch?v=E0xK5FIYoWY

Begleittext: „Die Art, wie sie sich beweihräuchern, ist völlig daneben“, sagte Gregor Gysi zu Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble in der Griechenland-Debatte am Mittwoch. Die Kürzungspolitik der Bundesregierung und der Troika sei gescheitert, die Versprechen hätten sich nicht erfüllt, die dramatischen sozialen Folgen habe die Bundesregierung mitzuverantworten. „Die Kernfrage ist nicht die Frage der Schulden und auch nicht die Frage des Geldes“, sagte Gysi, „sondern es geht um Macht und Demokratie.“ Es sei verantwortungslos, dass die Bundesregierung nur noch auf den Sturz der Regierung in Griechenland hoffe.

Die Rede im Wortlaut als pdf-Datei (7 S) im Anhang (ohne Interventionen aus/mit dem Plenum – Zurufe, Fragen, Nonverbales wie Beifall …).

Quelle: Deutscher Bundestag, Stenografischer Bericht 114. Sitzung, Berlin, Mittwoch, den 1. Juli 2015, S. 10957 – 10962 — URL: http://dipbt.bundestag.de/doc/btp/18/18114.pdf

— A u s z ü g e —

… Ich sage es Ihnen noch einmal – seit sechs Jahren haben wir die Krise in Griechenland-: Rückgang der Wirtschaftsleistung, die angeblich angekurbelt werden sollte, um 25 Prozent; Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 25 Prozent, Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit auf über 50 Prozent; Zusammenbruch des Gesundheitssystems; Kürzungen der Renten um 40 Prozent, Senkungen der Löhne um 30 Prozent; Suppenküchen über Suppenküchen. Und das genügt Ihnen nicht? Es muss noch weiter runtergehen? Das ist Ihre Vorstellung von Europa? Frau Merkel, Herr Gabriel und Herr Schäuble, ich finde, das ist ein Skandal, und Sie tragen daran eine gewaltige Mitschuld.

Außerdem ist die Staatsschuldenquote von 127 Prozent vor Ausbruch der Krise auf jetzt knapp 180 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen. Jeder fragt sich: Wie soll das eigentlich je zurückgezahlt werden? Der Kurs der Kürzungspolitik von Troika und Bundesregierung ist einfach gescheitert.

Die Ergebnisse, die Sie versprochen haben mehr Wettbewerbsfähigkeit und was weiß ich , sind nicht eingetreten.

(…)

Herr Gabriel, Sie haben ein kurzes Gedächtnis: Anfang September 2011 wollte die Regierung Ihrer Schwesterpartei, der Pasok, unter dem damaligen Chef Papandreou wegen der Sparpolitik, die aus Europa kam, ein Referendum durchführen, und zwar, weil die Konservativen nicht zustimmen wollten. In Berlin und beim IWF war man fassungslos. Man drohte Griechenland mit einer ungeordneten Insolvenz.

Der IWF drohte sogar mit einem Zahlungsstopp. Papandreou wurde gestürzt, das Referendum durfte nicht stattfinden, und die Schwesterpartei der Union, die Nea Dimokratia, bot sich willfährig an, die drastische Kürzungspolitik umzusetzen. Nachher haben es Nea Dimokratia und Pasok zusammen gemacht. Aber wie reagierte damals die SPD auf den Entschluss Papandreous? Martin Schulz, heute Präsident des Europäischen Parlaments, erklärte, dass er großes Verständnis für das Referendum habe, der Regierung bleibe gar nichts anderes übrig. Sie, Herr Gabriel, erklärten ebenfalls, dass Sie das Referendum befürworten. Wissen Sie, was ich mich frage: Wieso gilt Ihrer Meinung nach etwas für Pasok, aber nicht für Syriza?

Oder ist Ihr neuer Sitzplatz der Grund für den Sinneswandel? Damals saßen Sie dort unten, im Plenum, und jetzt sitzen Sie dort oben, auf der Regierungsbank. Wenn es an dem anderen Sitzplatz liegt, ist Ihre Politik höchst unglaubwürdig.

Es gibt jetzt Kritik an dem Zeitpunkt der Entscheidung für das Referendum. Zum Zeitpunkt muss ich aber Folgendes sagen: Tsipras, die griechische Regierung und das griechische Parlament können nicht irgendein Zwischenergebnis der Verhandlungen zur Abstimmung stellen, sondern nur ein Ultimatum. Da kann man sagen: Sollen wir das annehmen oder nicht annehmen? Deshalb ist der Zeitpunkt richtig gewählt. Aus der Sicht der griechischen Regierung ist er, wenn Sie so wollen, gar nicht klug. Die Banken sind geschlossen. Die Leute stehen an. Man weiß gar nicht, wie sich die Stimmung bis Sonntag noch verändert. Aber es blieb ihnen erst einmal nichts anderes übrig.

Ich will Ihnen das erklären, damit Sie es verstehen; versuchen Sie es doch einmal. – Sie dürfen eines nicht vergessen: Wenn er zu dem Ultimatum Ja gesagt hätte, dann hätte er seiner Bevölkerung sagen müssen: Ich breche alle Wahlversprechen. Das mag ja in Deutschland Mode sein, aber in Griechenland nicht, um es einmal ganz klar zu sagen.

Für die Beendigung der Austeritätspolitik hat doch Syriza bei der Wahl so viele Stimmen bekommen. Wenn Sie der griechischen Bevölkerung sagen: „Ihr könnt wählen, was ihr wollt, wir sorgen dafür, dass immer die gleiche Politik fortgesetzt wird“, dann ist das ein Angriff auf die Demokratie und auf demokratische Wahlen.

(…)

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Martin Zeis
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GYSI-BT-Rede-zur-GR-Krise150701.pdf

Der Saker interviewt Michael Hudson

Original Liebe Freunde, ich empfinde es als Privileg und Ehre, euch mein Interview mit Michael Hudson zur Verfügung zu stellen, den ich für einen der besten Ökonomen im Westen halte. Der Saker Saker: Wir hören, die Ukraine wird den Bankrott erklären müssen, aber dass es vermutlich ein „technischer“ Bankrott wird, im Gegensatz zu einem offiziellen.…

http://vineyardsaker.de/analyse/der-saker-interviewt-michael-hudson/

Gabriele KRONE-SCHMALZ zu ihrem Buch „Russland verstehen“

Hallo zusammen,

angesichts der – trotz Minsk2-Abkommen – fortgesetzten Eskalation des Ukraine-konflikts, der durch die Mainstream-Medien fast täglich transportierten russophoben NATO-Hysterie/Propaganda – oft vorgetragen von Journalisten/Journalistinnen der ATLANTIK-BRÜCKE * – tut es gut, die Journalistin und Medienwissenschaftlerin Gabriele KRONE-SCHMALZ zu hören, ihre historischen Erfahrungen und ihre Kenntnisse der jüngeren sowjetischen/russischen Geschichte, ihre Auffassungen zu seriösem Journalismus, ihre Mitteilungen zu dem überwältigenden Echo auf das Mitte Februar erschienene Buch „Russland verstehen – Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens“ ISBN 978-3-406-67525-6.

„Ich dachte immer, wir leben in einem Land mit Meinungsfreiheit“ (Gabriele Krone-Schmalz**) zit.a. ZDF-Sendung „Das blaue Sofa“, 12.03.2015

März 2015. Leipziger Buchmesse 2015: Michael Sahr unterhält sich mit Gabriele Krone-Schmalz über ihr neues Buch „Russland verstehen“, Das blaue Sofa, 12.03.2015.

ZDF-Mediathek – Video, Dauer: 20:23 min – URL:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2345356/G.-Krone-Schmalz-auf-dem-blauen-Sofa#/beitrag/video/2345356/G.-Krone-Schmalz-auf-dem-blauen-Sofa

* Vorläufige Mitgliederliste deutscher Journalisten der Atlantikbrücke et al… vorgestellt in einem am 01.05.2015 veröffentlichten YouTube-Clip (08:11 min) URL: https://www.youtube.com/watch?v=Teu57_cbkAE&feature=youtu.be

Begleittext: Die Atlantik-Brücke e. V. wurde 1952 als private, überparteiliche und gemeinnützige Organisation mit dem Ziel gegründet, eine wirtschafts-, finanz-, bildungs- und militärpolitische Brücke zwischen der SIEGERMACHT USA und der Bundesrepublik Deutschland zu schlagen.
Als Initiator wirkte der ehemalige Präsident der Weltbank, Direktor der privaten US-Denkfabrik für die Gestaltung der US-Außenpolitik Council on Foreign Relations (CFR) sowie Vorstandsvorsitzender von Rockefellers Chase Manhattan Bank, John J. McCloy, entscheidend mit.
Die Atlantik-Brücke sieht sich als ein Teil der öffentlichen Meinung, die es mit allen Möglichkeiten des Vereins zu beeinflussen gilt.
Quelle: Wikipedia.

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