Die unlösbaren Widersprüche von Daesh und der PKK/YPG, von Thierry Meyssan

| Damaskus (Syrien)

Was in der Levante geschieht, wissen wir nur durch die Kriegspropaganda des Landes, in dem wir leben. Wir ignorieren andere Standpunkte und, was noch wichtiger ist, wie sich unsere Armeen verhalten haben. Um das Wahre vom Falschen zu trennen, werden die Historiker in der Zukunft die verfügbaren Dokumente untersuchen müssen. Nun, was uns die westliche Militärdokumentation sagt, widerspricht den Aussagen der Politiker und dem Narrativ der Zeitungen. Nur wenn man die Strategie des Pentagons seit (…)

Quelle: Die unlösbaren Widersprüche von Daesh und der PKK/YPG, von Thierry Meyssan

Syrian Government Regains Control Over Country’s Northeastern Parts – MoA

October 14, 2019

Syrian Government Regains Control Over Country’s Northeastern Parts

Eight days ago U.S. President Donald Trump gave a green light for another Turkish invasion of Syria. We explained why that move made it inevitable for the Kurds to submit to Damascus and to let the Syrian Arab Army back into northeast Syria:

While the YPG might want to fight off a Turkish invasion they have little chance to succeed. The land is flat and the YPG forces only have light arms.There is only one solution for them. They will have to call up the Syrian government and ask it to come back into the north east. That would remove the Turkish concerns and would likely prevent further Turkish moves.

After Trump had spoken with the Turkish president Erdogan, the U.S. military removed a few of its forces from some areas near the Turkish border. The Pentagon was still under the false impression that Turkey would limit its invasion to some 5 kilometer in depth. It was obvious, as we wrote, that Turkey wanted far more: (…)

Source: https://www.moonofalabama.org/2019/10/syria-regains-its-northeastern-parts.html

 

Syrien: Weitere Eskalation durch Angriffe der USA und Israel (Joachim Guilliard) | CO-OP NEWS

Die Hinweise darauf, wie gefährlich die Politik der führenden syrisch-kurdischen Kräfte PYD/YPG ist, zusammen mit den USA den Osten Syriens zu besetzen, haben sich sehr schnell bestätigt.
Die USA haben jetzt aus diesem Gebiet heraus direkt regierungsloyale Kräfte angegriffen und eigenen Angaben zufolge über 100 Gegner getötet. Es sind die ersten US-Angriffe zur Durchsetzung der von YPG und US-Armee Grenze entlang des Euphrats.
Zynischer Weise bezeichnete Washington die Angriffe als einen Akt seines „nicht verhandelbaren Rechts zur Selbstverteidigung“ und als „defensive“ Luftangriffe zur Vergeltung für einen „unprovozierten“ Angriff auf die „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) und „ausländische Militärberater“, d.h. Spezialeinheiten der USA (und evtl. Frankreichs u. Großbritanniens). Dabei besteht kein Zweifel, dass die US- und NATO-Truppen absolut illegal im Land sind.
Der Ort des Geschehen liegt in der Region Deir ez-Zor, im Südosten. Laut  Central-Command wurden „als Berater, Helfer oder Begleiter agierende Mitglieder der Koalition zusammen mit ihren SDF-Partnern acht Kilometer östlich einer verabredeten, ausgemachten De-Eskalationslinie am Euphrat angegriffen.“ Nach syrischen und russischen Angaben gibt es keine Verabredungen über eine solche De-Eskalationslinie.
Wahrscheinlich galt der Vorstoß der regierungsloyalen Milizen, auch nicht, wie vom Pentagon behauptet, einem SDF-Hauptquartier, sondern den dort befindlichen Ölfeldern und Gasanlagen, die bis August 2017 unter Kontrolle des IS gestanden sind. Die kurdischen Milizen hatten im Sommer das Wettrennen um die Anlagen gegen die Regierungstruppen kapp gewonnen und weigern sich seither, sie der Zentralregierung zu übergeben. Vermutlich sollen sie einen wichtigen Teil der wirtschaftlichen
Basis der Unabhängigkeit bilden. (Thomas Pany, Luftangriffe in Syrien: USA dokumentieren ihren Willen, sich festzusetzen, Telepolis, 8.2.2018  und US-Vorgehen in Syrien: Bombenangriffe für lukrative Geschäfte, Sputnik, 09.02.2018)
Es ist daher völlig plausibel, wenn der russische Außenministers Sergej Lawrow überzeugt ist, dass die USA konkrete Pläne zur Aufteilung Syriens verfolgen.
Um welche Milizen es sich handelte, ist nach wie vor unbekannt, es spricht einiges dafür, dass es sich (zumindest teilweise) um Milizen arabischer Stämme handelte, die den kurdischen die Kontrolle über das wirtschaftlich wichtige Gebiet, in dem sie ansässig sind, entreißen wollten.
In der Gegend gibt es auch vom IS gehaltene Enklaven. Russischen Angaben zufolge soll der Vorstoß gen Osten auch einigen von ihnen gegolten haben.
Gleichzeitig zu den Angriffen an dieser Front erfolgten massive israelische Luftangriffe im Westen. Nach dem angeblichen Abfangen einer iranischen Drohne über Israel und dem Abschuss einer der israelischen Kampfjets der einen syrischen Flughafen angegriffen hatte, zederte die israelische Führung, die schon gut 100 Angriffe auf Stellungen in Syrien fliegen ließ, über diese Aggression und ließ zur „Vergeltung“ zwölf syrische und iranische“ Ziele in Syrien angreifen — laut Haaretz zum ersten Mal dabei gezielt auch „bemannte“. Die gezielte Tötung iranische Einheiten wäre eine zusätzliche Eskalation.
Bisher hat Russland weder etwas gegen israelische noch gegen US-amerikanische Angriffe unternommen – die russische Führung bleibt strikt bei ihrer Linie, ausschließlich dschihadistische Milizen zu bekämpfen und jeden militärischen Konflikt mit anderen Staaten zu vermeiden. Während sie auch von Friedensbewegten, die das russische Eingreifen in Syrien bisher verurteilten, angeklagt wird, den Luftraum über Afrin nicht für die türkische Luft gesperrt zu haben, wurde Putin aus der Zurückhaltung gegen Israel seltsamer Weise noch nie ein Vorwurf gemacht.
Auch Israel arbeitet an der Aufspaltung Syriens, die u.a. auch von Deutschland aktiv gefördert wird. Siehe dazu u.a. Karin Leukefeld, Syrien: Zusammenspiel ziviler und militärischer Hilfe – Pläne zum »Rückbau« des Landes fördern die Spaltung in eine »konföderale Struktur«, Lëtzebuerger Vollek/Luxemburg, 5.2.2018
In so einer Situation kann m.E. eine Friedensbewegung nicht einfach nur gegen die türkische Aggression in Afrin protestieren.
Posted on 12. Februar 2018 at 15:39 in Allgemein   |  RSS feed

Joachim GUILLIARD: Kurden im Zwielicht: Die türkische Aggression gegen Afrin und die Problematik der Solidarität mit den syrischen Kurden; 27.01.2018

Liebe Leute,

am 27. Januar 2018 hat Joachim Guilliard auf seinem Blog einen lesenswerten Text „Kurden im Zwielicht – Die türkische Aggression gegen Afrin und die Problematik der Solidarität mit den syrischen Kurden“ veröffentlicht, der nachfolgend von Rubikon, KenFM, Nachrichten-Fabrik.de, propagandaticker.wordpress.com, cooptv.wordpress.com, friedliche-loesungen.org übernommen wurde. (vollständiger Originaltext als pdf im Anhang.)

Grüße,

Martin Zeis,

A u s z u g

27.01.2018 — http://jghd.twoday.net/stories/kurden-im-zwielicht-tuerkische-aggression-afrin-problematik-der-solida/

Kurden im Zwielicht: Die türkische Aggression gegen Afrin und die Problematik der Solidarität mit den syrischen Kurden

Von Joachim GUILLIARD

Der Einmarsch türkischer Truppen und dschihadistischen Milizen im Norden Syriens ist zweifelsohne ein verbrecherischer Angriff, der scharf zu verurteilen ist. Proteste gegen die üble, zum guten Teil mit deutschen Waffen durchgeführte Aggression sind daher selbstverständlich angebracht.

Doch warum nur hier? Offensichtlich misst ein Großteil der Linken und der Friedensbewegung bei ihrer Solidarität mit angegriffenen Bevölkerungsgruppen mit zweierlei Maß. Sind kurdisch kontrollierte Gebiete von Angriffen betroffen, gibt es stets einen Aufschrei, werden jedoch nicht-kurdische Dörfer und Städte in Syrien von Kämpfern des selben Schlags attackiert, die nun an der Seite der türkischen Truppen einrücken, dann schert sich kaum jemand darum. Verdienen Assyrer, Drusen, Araber etc. keine Solidarität, wenn ihre Dörfer von islamistischen Milizen verwüstet werden? Wo bleibt der breite Protest gegen das westl. Embargo, das von Deutschland mitgetragen wird und für die gesamte Bevölkerung verheerend ist?

Problematisch ist auch die Idealisierung der syrisch-kurdischen Organisationen. So wird oft behauptet, dass ihre Milizen die effektivsten und aufopferungsvollsten im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ seien. Auch wenn man ihre Verdienste dabei anerkennt, sollte man nicht übersehen, dass es die syrische Armee ist, die von Anfang an die Hauptlast des Krieges gegen all die dschihadistischen Milizen, von Ahrar al Sham über die Al Nusra Front bis zum IS trug. Und der Kampf gegen den IS im Osten wäre effektiver gewesen, hätte die YPG nicht gemeinsam mit der US-Luftwaffe die syrische Armee daran gehindert, in Raqqa und Umgebung gegen den IS vorzugehen, statt die eigenen Kräfte mit ihr zu vereinen.

Die türkische Aggression hätte vermutlich verhindert werden können, wenn die PKK-nahen syrisch-kurdischen Organisationen auf die Vermittlungsvorschläge von russischer Seite eingegangen wären, die sich intensiv um eine politische Lösung bemüht hatte. Diese beinhalteten die Übernahme der Sicherung der Grenze von Afrin zur Türkei durch syrische und russische Truppen. Die türkische Regierung hätte sich wohl damit zufrieden gegeben. (siehe dazu u.a. die Ausführungen von Karin Leukefeld und Rainer Rupp zur türkischen Offensive in Syrien) …

GUILLIARD-Kurden-im-Zwielicht180127.pdf

Warum brennt der Nahe Osten? Karin Leukefeld im RT Deutsch-Gespräch — RT Deutsch

RT Deutsch 21.10.2016

Karin Leukefeld ist eine der profiliertesten Nahost-Expertinnen und unter deutschen Journalisten eine Ausnahmeerscheinung: Immer wieder reist Leukefeld in die Kriegsgebiete des Nahen Ostens und berichtet als freie Korrespondentin vom Krieg in Syrien.

Quelle: Warum brennt der Nahe Osten? Karin Leukefeld im RT Deutsch-Gespräch — RT Deutsch

Die Kurdistan-Projekte, von Thierry Meyssan

Das aktuelle von Frankreich und den Vereinigten Staaten unterstützte Projekt für Kurdistan hat nichts mit dem legitimen zu tun, das bei der Konferenz von Sèvres (1920) von den gleichen Ländern anerkannt wurde. Es betrifft überhaupt nicht das gleiche Gebiet! Dieses Pseudo-Kurdistan ist nur ein Köder des Westens, um die syrischen Kurden gegen Damaskus umzudrehen. Seine Gründung wäre keine Lösung der kurdischen Frage und würde einen Konflikt verursachen, der mit dem fast 70 Jahre alten Konflikt (…)

Quelle: Die Kurdistan-Projekte, von Thierry Meyssan

Hybrid Wars 4. In the Greater Heartland (II)

orientalreview.org

Hybrid Wars 4. In the Greater Heartland (II)

Editorial

(Please read Part I prior to this article)

“The Eurasian Balkans”

As promising of a potential that the Greater Heartland has in fulfilling what seems to be the world’s inevitable multipolar destiny, it runs the risk of being held back by the adroit manipulation of its “Eurasian Balkan” socio-political vulnerabilities. To bring the reader up to speed real quick, this is the idea first espoused by Zbigniew Brzezinski that the mass of territory spanning from North Africa to Central Asia is riskily threatened by large-scale fragmentation along identity-based lines (ethnic, religious, historical, etc.), mirroring on a much larger scale the demographic “irregularities” that intensified the fratricidal Balkan Wars of the early 1990s.

These preexisting identity differences never played much of a role in domestic or regional affairs until the US began experimenting with them in the mid-2000s until the present day, and the fruits of its socio-political labor have already led to the manufactured “Sunni-Shia rivalry”. Given that the US has been wildly successful in militantly reviving as distantly dormant of a conflict as the more than millennium-old sectarian divide in Islam (hitherto peacefully expressed for the most part), it’s not unlikely that it could do the same with less grandiose and more recently occurring identity conflicts such as the ones that will be concisely (but not comprehensively) enumerated below:

Iran:

The successor state to the ancient civilization of Persia is comprised of a multiplicity of identities that include the Azeris, Kurds, and Baloch. For the most part, shared civilizational patriotism among the disparate ethnicities and the explicit militancy expressed against them by the external American enemy over the decades has kept all of the demographic units largely united, but current trends point to a possible weakening of this civil symbiosis. For starters, rising Azeri nationalism could pose a secessionist challenge to the authorities if it’s not kept under control, as this group is estimated to constitute a whopping 25% of the population by some metrics and is heavily concentrated in the country’s northwest economic hub.

Furthermore, there’s also the Kurdish minority that lives in close proximity to this zone and along nearly half of the Iraqi border. It’s well known how nationalistic the Kurds have been over the past couple of years, and with the War on ISIL steadily drawing to a close, it’s predictable that this transnational ethnic group will take on a more influential and independent role in regional affairs. The New Cold War struggle between the unipolar and multipolar worlds in winning Kurdish loyalty is absolutely key in determining the future security of Iran, since if this influential group comes to side more with the US than its rivals, it could be used as a destabilizing proxy in militantly trying to achieve a pro-American transnational “Kurdistan”. (…)

Full article read:

http://orientalreview.org/2016/04/01/hybrid-wars-4-in-the-greater-heartland-ii/