Syrien: Weitere Eskalation durch Angriffe der USA und Israel (Joachim Guilliard) | CO-OP NEWS

Die Hinweise darauf, wie gefährlich die Politik der führenden syrisch-kurdischen Kräfte PYD/YPG ist, zusammen mit den USA den Osten Syriens zu besetzen, haben sich sehr schnell bestätigt.
Die USA haben jetzt aus diesem Gebiet heraus direkt regierungsloyale Kräfte angegriffen und eigenen Angaben zufolge über 100 Gegner getötet. Es sind die ersten US-Angriffe zur Durchsetzung der von YPG und US-Armee Grenze entlang des Euphrats.
Zynischer Weise bezeichnete Washington die Angriffe als einen Akt seines „nicht verhandelbaren Rechts zur Selbstverteidigung“ und als „defensive“ Luftangriffe zur Vergeltung für einen „unprovozierten“ Angriff auf die „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) und „ausländische Militärberater“, d.h. Spezialeinheiten der USA (und evtl. Frankreichs u. Großbritanniens). Dabei besteht kein Zweifel, dass die US- und NATO-Truppen absolut illegal im Land sind.
Der Ort des Geschehen liegt in der Region Deir ez-Zor, im Südosten. Laut  Central-Command wurden „als Berater, Helfer oder Begleiter agierende Mitglieder der Koalition zusammen mit ihren SDF-Partnern acht Kilometer östlich einer verabredeten, ausgemachten De-Eskalationslinie am Euphrat angegriffen.“ Nach syrischen und russischen Angaben gibt es keine Verabredungen über eine solche De-Eskalationslinie.
Wahrscheinlich galt der Vorstoß der regierungsloyalen Milizen, auch nicht, wie vom Pentagon behauptet, einem SDF-Hauptquartier, sondern den dort befindlichen Ölfeldern und Gasanlagen, die bis August 2017 unter Kontrolle des IS gestanden sind. Die kurdischen Milizen hatten im Sommer das Wettrennen um die Anlagen gegen die Regierungstruppen kapp gewonnen und weigern sich seither, sie der Zentralregierung zu übergeben. Vermutlich sollen sie einen wichtigen Teil der wirtschaftlichen
Basis der Unabhängigkeit bilden. (Thomas Pany, Luftangriffe in Syrien: USA dokumentieren ihren Willen, sich festzusetzen, Telepolis, 8.2.2018  und US-Vorgehen in Syrien: Bombenangriffe für lukrative Geschäfte, Sputnik, 09.02.2018)
Es ist daher völlig plausibel, wenn der russische Außenministers Sergej Lawrow überzeugt ist, dass die USA konkrete Pläne zur Aufteilung Syriens verfolgen.
Um welche Milizen es sich handelte, ist nach wie vor unbekannt, es spricht einiges dafür, dass es sich (zumindest teilweise) um Milizen arabischer Stämme handelte, die den kurdischen die Kontrolle über das wirtschaftlich wichtige Gebiet, in dem sie ansässig sind, entreißen wollten.
In der Gegend gibt es auch vom IS gehaltene Enklaven. Russischen Angaben zufolge soll der Vorstoß gen Osten auch einigen von ihnen gegolten haben.
Gleichzeitig zu den Angriffen an dieser Front erfolgten massive israelische Luftangriffe im Westen. Nach dem angeblichen Abfangen einer iranischen Drohne über Israel und dem Abschuss einer der israelischen Kampfjets der einen syrischen Flughafen angegriffen hatte, zederte die israelische Führung, die schon gut 100 Angriffe auf Stellungen in Syrien fliegen ließ, über diese Aggression und ließ zur „Vergeltung“ zwölf syrische und iranische“ Ziele in Syrien angreifen — laut Haaretz zum ersten Mal dabei gezielt auch „bemannte“. Die gezielte Tötung iranische Einheiten wäre eine zusätzliche Eskalation.
Bisher hat Russland weder etwas gegen israelische noch gegen US-amerikanische Angriffe unternommen – die russische Führung bleibt strikt bei ihrer Linie, ausschließlich dschihadistische Milizen zu bekämpfen und jeden militärischen Konflikt mit anderen Staaten zu vermeiden. Während sie auch von Friedensbewegten, die das russische Eingreifen in Syrien bisher verurteilten, angeklagt wird, den Luftraum über Afrin nicht für die türkische Luft gesperrt zu haben, wurde Putin aus der Zurückhaltung gegen Israel seltsamer Weise noch nie ein Vorwurf gemacht.
Auch Israel arbeitet an der Aufspaltung Syriens, die u.a. auch von Deutschland aktiv gefördert wird. Siehe dazu u.a. Karin Leukefeld, Syrien: Zusammenspiel ziviler und militärischer Hilfe – Pläne zum »Rückbau« des Landes fördern die Spaltung in eine »konföderale Struktur«, Lëtzebuerger Vollek/Luxemburg, 5.2.2018
In so einer Situation kann m.E. eine Friedensbewegung nicht einfach nur gegen die türkische Aggression in Afrin protestieren.
Posted on 12. Februar 2018 at 15:39 in Allgemein   |  RSS feed

Joachim GUILLIARD: Kurden im Zwielicht: Die türkische Aggression gegen Afrin und die Problematik der Solidarität mit den syrischen Kurden; 27.01.2018

Liebe Leute,

am 27. Januar 2018 hat Joachim Guilliard auf seinem Blog einen lesenswerten Text „Kurden im Zwielicht – Die türkische Aggression gegen Afrin und die Problematik der Solidarität mit den syrischen Kurden“ veröffentlicht, der nachfolgend von Rubikon, KenFM, Nachrichten-Fabrik.de, propagandaticker.wordpress.com, cooptv.wordpress.com, friedliche-loesungen.org übernommen wurde. (vollständiger Originaltext als pdf im Anhang.)

Grüße,

Martin Zeis,

A u s z u g

27.01.2018 — http://jghd.twoday.net/stories/kurden-im-zwielicht-tuerkische-aggression-afrin-problematik-der-solida/

Kurden im Zwielicht: Die türkische Aggression gegen Afrin und die Problematik der Solidarität mit den syrischen Kurden

Von Joachim GUILLIARD

Der Einmarsch türkischer Truppen und dschihadistischen Milizen im Norden Syriens ist zweifelsohne ein verbrecherischer Angriff, der scharf zu verurteilen ist. Proteste gegen die üble, zum guten Teil mit deutschen Waffen durchgeführte Aggression sind daher selbstverständlich angebracht.

Doch warum nur hier? Offensichtlich misst ein Großteil der Linken und der Friedensbewegung bei ihrer Solidarität mit angegriffenen Bevölkerungsgruppen mit zweierlei Maß. Sind kurdisch kontrollierte Gebiete von Angriffen betroffen, gibt es stets einen Aufschrei, werden jedoch nicht-kurdische Dörfer und Städte in Syrien von Kämpfern des selben Schlags attackiert, die nun an der Seite der türkischen Truppen einrücken, dann schert sich kaum jemand darum. Verdienen Assyrer, Drusen, Araber etc. keine Solidarität, wenn ihre Dörfer von islamistischen Milizen verwüstet werden? Wo bleibt der breite Protest gegen das westl. Embargo, das von Deutschland mitgetragen wird und für die gesamte Bevölkerung verheerend ist?

Problematisch ist auch die Idealisierung der syrisch-kurdischen Organisationen. So wird oft behauptet, dass ihre Milizen die effektivsten und aufopferungsvollsten im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ seien. Auch wenn man ihre Verdienste dabei anerkennt, sollte man nicht übersehen, dass es die syrische Armee ist, die von Anfang an die Hauptlast des Krieges gegen all die dschihadistischen Milizen, von Ahrar al Sham über die Al Nusra Front bis zum IS trug. Und der Kampf gegen den IS im Osten wäre effektiver gewesen, hätte die YPG nicht gemeinsam mit der US-Luftwaffe die syrische Armee daran gehindert, in Raqqa und Umgebung gegen den IS vorzugehen, statt die eigenen Kräfte mit ihr zu vereinen.

Die türkische Aggression hätte vermutlich verhindert werden können, wenn die PKK-nahen syrisch-kurdischen Organisationen auf die Vermittlungsvorschläge von russischer Seite eingegangen wären, die sich intensiv um eine politische Lösung bemüht hatte. Diese beinhalteten die Übernahme der Sicherung der Grenze von Afrin zur Türkei durch syrische und russische Truppen. Die türkische Regierung hätte sich wohl damit zufrieden gegeben. (siehe dazu u.a. die Ausführungen von Karin Leukefeld und Rainer Rupp zur türkischen Offensive in Syrien) …

GUILLIARD-Kurden-im-Zwielicht180127.pdf

Warum brennt der Nahe Osten? Karin Leukefeld im RT Deutsch-Gespräch — RT Deutsch

RT Deutsch 21.10.2016

Karin Leukefeld ist eine der profiliertesten Nahost-Expertinnen und unter deutschen Journalisten eine Ausnahmeerscheinung: Immer wieder reist Leukefeld in die Kriegsgebiete des Nahen Ostens und berichtet als freie Korrespondentin vom Krieg in Syrien.

Quelle: Warum brennt der Nahe Osten? Karin Leukefeld im RT Deutsch-Gespräch — RT Deutsch

Die Kurdistan-Projekte, von Thierry Meyssan

Das aktuelle von Frankreich und den Vereinigten Staaten unterstützte Projekt für Kurdistan hat nichts mit dem legitimen zu tun, das bei der Konferenz von Sèvres (1920) von den gleichen Ländern anerkannt wurde. Es betrifft überhaupt nicht das gleiche Gebiet! Dieses Pseudo-Kurdistan ist nur ein Köder des Westens, um die syrischen Kurden gegen Damaskus umzudrehen. Seine Gründung wäre keine Lösung der kurdischen Frage und würde einen Konflikt verursachen, der mit dem fast 70 Jahre alten Konflikt (…)

Quelle: Die Kurdistan-Projekte, von Thierry Meyssan

Hybrid Wars 4. In the Greater Heartland (II)

orientalreview.org

Hybrid Wars 4. In the Greater Heartland (II)

Editorial

(Please read Part I prior to this article)

“The Eurasian Balkans”

As promising of a potential that the Greater Heartland has in fulfilling what seems to be the world’s inevitable multipolar destiny, it runs the risk of being held back by the adroit manipulation of its “Eurasian Balkan” socio-political vulnerabilities. To bring the reader up to speed real quick, this is the idea first espoused by Zbigniew Brzezinski that the mass of territory spanning from North Africa to Central Asia is riskily threatened by large-scale fragmentation along identity-based lines (ethnic, religious, historical, etc.), mirroring on a much larger scale the demographic “irregularities” that intensified the fratricidal Balkan Wars of the early 1990s.

These preexisting identity differences never played much of a role in domestic or regional affairs until the US began experimenting with them in the mid-2000s until the present day, and the fruits of its socio-political labor have already led to the manufactured “Sunni-Shia rivalry”. Given that the US has been wildly successful in militantly reviving as distantly dormant of a conflict as the more than millennium-old sectarian divide in Islam (hitherto peacefully expressed for the most part), it’s not unlikely that it could do the same with less grandiose and more recently occurring identity conflicts such as the ones that will be concisely (but not comprehensively) enumerated below:

Iran:

The successor state to the ancient civilization of Persia is comprised of a multiplicity of identities that include the Azeris, Kurds, and Baloch. For the most part, shared civilizational patriotism among the disparate ethnicities and the explicit militancy expressed against them by the external American enemy over the decades has kept all of the demographic units largely united, but current trends point to a possible weakening of this civil symbiosis. For starters, rising Azeri nationalism could pose a secessionist challenge to the authorities if it’s not kept under control, as this group is estimated to constitute a whopping 25% of the population by some metrics and is heavily concentrated in the country’s northwest economic hub.

Furthermore, there’s also the Kurdish minority that lives in close proximity to this zone and along nearly half of the Iraqi border. It’s well known how nationalistic the Kurds have been over the past couple of years, and with the War on ISIL steadily drawing to a close, it’s predictable that this transnational ethnic group will take on a more influential and independent role in regional affairs. The New Cold War struggle between the unipolar and multipolar worlds in winning Kurdish loyalty is absolutely key in determining the future security of Iran, since if this influential group comes to side more with the US than its rivals, it could be used as a destabilizing proxy in militantly trying to achieve a pro-American transnational “Kurdistan”. (…)

Full article read:

http://orientalreview.org/2016/04/01/hybrid-wars-4-in-the-greater-heartland-ii/

 

Joe LAURA: Obama’s Most Momentous Decision; consortiumnews, Feb 15, 2016

E x c e r p t

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis, 17.02.2016
E x c e r p t  —  full text attached  — 
Obama’s Most Momentous Decision
Exclusive: President Obama must decide if he will let the Syrian civil war come to an end with Russian-backed President Assad still in power or if he will escalate by supporting a Turkish-Saudi invasion, which could push the world to the brink of nuclear war, writes Joe Lauria.
By Joe Lauria
Joe Lauria is a veteran foreign-affairs journalist based at the U.N. since 1990. He has written for the Boston Globe, the London Daily Telegraph, the Johannesburg Star, the Montreal Gazette, the Wall Street Journal and other newspapers. He can be reached atjoelauria@gmail.com  and followed on Twitter at @unjoe.
With the Russian-backed Syrian army encircling Aleppo, cutting off Turkish supplies to rebels and advancing on the Islamic State’s capital of Raqqa, a panicked Saudi Arabia and Turkey have set up a joint headquarters to direct an invasion of Syria that could lead to a vast escalation of the war. And there’s only one man who could stop them: President Barack Obama.
It is probably the most important decision Obama will make in his eight years in office since a Turkish-Saudi invasion risks a direct showdown between Russia and NATO, since Turkey is a member of the alliance.
The U.S. traditionally has held tremendous power over client states like Turkey and Saudi Arabia. So, an order from Washington is usually enough to get such governments to back down. But Ankara and Riyadh are being led by reckless men whose continued existence in power might well depend on stopping a Syrian government victory – helped by Russia, Iran and the Kurds – and a humiliating defeat of the Turkish-Saudi-backed Syrian rebels, who include some radical jihadist groups.
Turkish President Recep Tayyip Erdoğan and Prince Mohammad bin Salman have shown increasing defiance of Washington. Neither man is the legal ruler of his respective country. But both have seized power nonetheless. …
Erdoğan showed his defiance of the Obama administration when he said, “How can we trust [you]? Is it me who is your partner or the [Kurdish] terrorists in Kobane?” …
With his aggressive strategies toward his neighbors, Erdoğan has been accused of wanting to establish a new Ottoman empire. Azaz is near Dabiq, the town where the Ottoman Empire began in 1516. Because of that symbolism, Turkey’s defeat there could mean the death of Erdoğan’s neo-Ottoman dreams and perhaps of his presidency. (For the Islamic State, Dabiq is the place where a future Christian-Muslim battle will take place heralding the end of the world.)
The Saudis appear equally spoiling for a fight. Prince Mohammed bin Salman is deputy crown prince, second in line to the crown. But his father, King Salman, is suffering from dementia and the current crown prince, Mohammad bin Nayef, 56, is considered loyal to the U.S. But 30-year-old Mohammed has launched the most independent Saudi military policy in the history of the modern Saudi state. He is said not to trust the United States. And as defense minister, he has recklessly launched a disastrous war in Yemen, where – despite widespread death and destruction – the most powerful Arab army cannot defeat the poorest Arab nation. Mohammed has staked his credibility on the outcome of the Yemen war. But he also has vowed to check Iranian regional influence. So, he may be going for broke now by threatening to invade Syria.  …
Despite the tough Turkish and Saudi rhetoric, Saudi Arabia at least, has made it clear that it won’t invade without the U.S. leading the way. That puts the ball squarely in the Oval Office where President Obama has resisted committing U.S. combat troops to another war in the Middle East but reportedly wants to avoid further alienating U.S. “allies,” Turkey and Saudi Arabia. …
Obama could simply cut U.S. losses in its disastrous Syrian “regime change” policy and accept a Russian and Iranian-backed Syrian government victory, but he would come intense criticism from Washington’s influential neoconservatives as well as Republicans. But does he have another choice if he wants to avoid war with Russia?  …   —  emphasis, m.z. —
Note / m.z.
Totaled NATO military budgets (intelligencies budgets and hidden military spendings related to the military-industrial-complex excluded):
 900 Mrd.  USD
source:  http://www.zerohedge.com/news/2016-02-16/visualizing-americas-shocking-defense-spending
Visualizing America’s Shocking Defense Spending
Wouldn’t it be a strange world to live in if 50% of military spending was paid for by just 5% (US)  of the (world)-population? Sometimes truth is stranger than fiction.

LAURIA-Obasma’s-most-momentous-Decisison160215.pdf

Gestaltungsmacht in Mittelost (I, II)9.12.2015

Gestaltungsmacht in Mittelost (I) 09.12.2015
German foreign politics

BAGDAD/ERBIL/BERLIN (Eigener Bericht) – Deutschland steigt mit seinem Kriegseinsatz in Syrien und im Irak zur „Gestaltungsmacht im Nahen und Mittleren Osten“ auf. Dies erklärt ein Regierungsberater von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Demnach werde die in der vergangenen Woche beschlossene Syrien-Intervention der Bundeswehr womöglich zehn Jahre andauern und mit dem Bemühen um „eine langfristige politische Neuordnung“ der gesamten Region verbunden sein. Als Eckpunkte für eine derartige „Neuordnung“ können die militärischen Verbände gelten, die die Bundesregierung als Bodentruppen für den Krieg gegen den „Islamischen Staat“ (IS, Daesh) ausrüstet und trainiert. Im Irak sind dies die Milizen der nordirakisch-kurdischen Regionalregierung, während die regulären Streitkräfte von Berlin kaum unterstützt werden: Die Regierung in Bagdad verfügt über gute Beziehungen zu Iran und zu Russland, während die nordirakisch-kurdische Regionalregierung als loyal gegenüber dem Westen gilt. Der Präsident der Regionalregierung, Masud Barsani, mit dem Außenminister Frank-Walter Steinmeier am gestrigen Dienstag zusammengetroffen ist, hält sich seit August illegal per kaltem Putsch im Amt und lässt Proteste blutig niederschlagen. Die Aufrüstung seiner Peschmerga durch Berlin versetzt ihn auf lange Sicht in die Lage, einen Staat „Irakisch-Kurdistan“ auszurufen. (…)

Gestaltungsmacht in Mittelost (II) 10.12.2015

DAMASKUS/BERLIN (Eigener Bericht) – Am heutigen Donnerstag brechen die ersten Soldaten der Bundeswehr in den Krieg gegen den „Islamischen Staat“ (IS, Daesh) auf. Die Kriegsbeteiligung, die die Bundesrepublik laut Einschätzung von Regierungsberatern zur „Gestaltungsmacht im Nahen und Mittleren Osten“ aufsteigen lässt, sichert Berlin eine stärkere Einbindung in die wichtigsten Kommandozentralen der westlichen Kriegskoalition gegen den IS/Daesh. Darüber hinaus verschafft sie der Bundesregierung stärkeres Gewicht im internationalen Machtkampf um die Neuordnung des Nahen und Mittleren Ostens. Zur Debatte steht unter anderem die Errichtung eines internationalen Protektorats. Für Anfang Januar sind erste Verhandlungen zwischen der Regierung von Präsident Bashar al Assad, der syrischen Opposition und aufständischen Milizen vorgesehen. Unter dem Beifall der Bundesregierung bereiten sich zur Zeit syrische Oppositionelle und Milizionäre in Riad auf die Verhandlungen vor. Nicht eingeladen hat die saudische Führung unter anderem Vertreter der nordsyrisch-kurdischen Kräfte, die eine zentrale Rolle im Krieg gegen den IS/Daesh einnehmen. Statt ihrer nehmen jihadistische Gotteskrieger an den Oppositionsgesprächen in Riad teil. Beide Teilartikel finden sich als Original:

http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59269

http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59270