KRONSTADT UND KATALONIEN


KRONSTADT UND KATALONIEN
Statt einer Einleitung: Kronstadt 1921 1)
„ Lutte Ouvriere“ ergreift die Gelegenheit, um die Legende zu zerstören, derzufolge Kronstadt 1921 ein ungeheures Massaker gewesen sei. Die Wahrheit sieht anders aus. …“ Anders sieht sie aus, die Wahrheit, Genossen? (…) Ein Massaker braucht nicht ungeheuer groß zu sein, um scheußlich und – per Definition – antisozialistisch zu sein. Zu hunderten, wenn nicht tausenden wurden die Kronstädter Matrosen auf der Stelle erschossen. Drei Monate nachher holte man noch welche aus den Gefängnissen in Petrograd heraus, nachts, in kleinen Gruppen, um sie in den Kellern oder auf dem Schießplatz zu exekutieren. Drei Monate nachher, als die N.E.P. (Neue Ökonomische Politik, StB), die sie gefordert hatten, bekannt gegeben wurde. (…) Und es waren durchaus keine Weißen.2 …
*) (Hervorhebung StB)

Es soll hier nicht darum gehen die gewaltsame Niederschlagung der Revolte in dem russischen Flottenstützpunkt historisch mit der Forderung großer Teile der katalanischen Bevölkerung vergleichen zu wollen. Was aber beiden historischen Ereignissen gemeinsam scheint, ist ein strukturelles Element gesellschaftlicher Veränderung. (…)

Die Selbstverwaltung (in Katalonien StB) wurde auf dem Altar des „Antifaschismus“ geopfert. (D. Guerin)

Ob die Selbstverwaltung und Unabhängigkeit bildlich gesprochen auf dem Altar der nationalen Einheit Spaniens, der EU oder einer NATO-Mitgliedschaft geopfert werden wird, ein bewaffneter Schlagabtausch Spaniens mit Katalonien dürfte eher unwahrscheinlich sein, droht das ‚Mutterland’ bereits mit Zwangsmaßnahmen, welche allein schon ausreichen dürften den Unabhängigkeitswillen mit Zwangsmaßnahmen buchstäblich auszutrocknen.8

Der vollständige Text als pdf: STephan BEST Kronstadt 1921 und Katalonien 20171009

Stephan Best 09.10.2017 globalcrisis/globalchange NEWS

Weitere Informationen zum Thema Revolutionäres Katalonien findet sich bei: https://en.wikipedia.org/wiki/Revolutionary_Catalonia

Nachtrag: Am 9.10. droht ein Sprecher der spanischen Regierung (PP) mit der möglichen Erschießung des katalanischen Präsidenten für den Fall, dass dieser gemäß dem Ergebnis der Volksabstimmung am 10. Oktober die Unabhängigkeit ausrufen sollte. Die faschistische Tradition in Spanien scheint also noch recht lebendig! Lluis Companys war 1934 von  NS Deutschland an Spanien ausgeliefert worden und als erster gewählter Präsident dort durch ein Hinrichtungskommando erschossen worden.

„Let’s hope that nothing is declared tomorrow because perhaps the person who makes the decalartion will end up like the person who made the declaration 83 years ago.“

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