Machtkampf in den US-Herrschaftsfraktionen


globalcrisis/globalchange NEWSMartin Zeis, 17.02.2017

 

Hallo zusammen,

 

in dem Text „Brutaler Machtkampf: Geheimdienste nehmen US-Präsident Trump ins Visier“ fassen die DWN – gestützt auf vorlaufende Texte bei zerohedge (1) – die jüngere Emtwicklung der inneroligarchischen Auseinandersetzung zwischen dem Trump-Lager und dem seit eineinhalb Jahren dagegen hämmernden Clinton-Neocon-Feld (inklusive Fraktionen in CIA, FBI, Pentagon + Parteioligarchien der Demokraten / Republikaner + Wallstreet + IT-Industrien). Die dabei zugrundeliegenden unterschiedlichen Strategie-Varianten können hier nicht vertieft werden: (a) die bereits verlorengegangene globale Vorherrschaft des USA-Imperiums mit allen Mitteln des Währungs-/Handelskriegs und militärischer Konfrontation, ggf. größerer Regionalkriege, rasch wiederzugewinnen bzw. (b) zu versuchen, das strategische Bündnis Russland-China-Iran aufzusprengen und einige Jahre Zeit zu gewinnen, die (1995 – heute) in Kernsektoren deindustrialisierte US-Wirtschaft (gefährlich abhängig von globalen Lieferketten!!) wieder auf eigene Füße zu stellen.

 

DWN stellt nun eine in den letzten eineinhalb Wochen sichtbare Verschärfung des Machtkampfs fest: Mordaufrufe gegen Trump im Netz (in den US ca. 15.000), die von den Geheimdiensten gesammelt/archiviert, aber nicht weiter verfolgt werden (darunter findet sich vielleicht ein handhabbarer „Verrückter“, der schießt); in den letzten Tagen die Hochverrats-Variante mit dem angkündigten Tod Trumps im Gefängnis.

 

Nebenbei: Auf deutscher Seite schoss in dieser Hinsicht Zeit-Herausgeber Josef Joffe den Vogel ab, als er recht früh im ARD-Presseclub vom 22. Januar 2017 den “Mord im Weißen Haus” als mögliches Mittel in die Runde warf, um Trump vor Ablauf seiner Amtszeit aus dem Weißen Haus zu „entfernen“ (vgl. http://www.ardmediathek.de/tv/Presseclub/Trump-im-Amt-K%C3%B6nnen-wir-uns-auf-Amerik/Das-Erste/Video?bcastId=311790&documentId=40096658 — ab 46:00 min in der Diskussion, dass ein Impeachment-Verfahren gegen Trump doch umständlich sei und hohe Hürden aufweise).

 

Die Nicht-Neocon-Fraktionen (oft als die „realistischen“ bezeichnet) in den Diensten (FBI, CIA) + Pentagon schweigen bei diesem Treiben bisher — man wartet ab. Der Vorschlag von Wikileaks, die gesamten Telefonmitschnitte* von Flynn und anderen komplett zu veröffentlichen, verhallt bisher. (* in den Massenmedien der US- und D wird mit Behauptungen und aus dem Zusammenhang gerissenen Teilsätzen gearbeitet – eine bekannte „Lenkungs“-Methode).

 

Falls Trump fällt, steht die B-Version mit dem Vize-Präsidenten (siehe Lyndon B. Johnson nach dem Mord an JFK) und den bestätigten knallharten, stahlgesichtigen Generälen (i.R.), den Business-Leuten aus der oberen Etage (Rust Belt – Old Industries, Oil & Military) sowie den vorausschauend installierten Goldmännern (Aktie seit Amtsantritt um 40% nach oben geschossen) zur Verfügung …

 

(1) zerohedge-texte vom 16.02.2017 zum Machtkampf in den USA

 

http://www.zerohedge.com/news/2017-02-16/swamp-strikes-back

The Swamp Strikes Back

… The tawdry Michael Flynn soap opera boils down to the CIA hemorrhaging leaks to the company town newspaper, leading to the desired endgame: a resounding victory for hardcore neocon/neoliberalcon US Deep State factions in one particular battle. But the war is not over; in fact it’s just beginning. …

 

http://www.zerohedge.com/news/2017-02-16/civil-war-control-us-government-has-erupted-between-deep-state-and-donald-trump

A Civil War For Control Of The US Government Has Erupted Between „The Deep State“ And Donald Trump

 

http://www.zerohedge.com/news/2017-02-16/wake-america-dennis-kucinich-defends-trump-issues-dire-warning-about-deep-state

„Wake Up America“ Dennis Kucinich Defends Trump, Issues Dire Warning About „Deep State“

… In the interview, Kucinich blamed factions of the US intelligence community for wanting to end any positive relationship between Russia and the US, hoping for a return of the cold war.

„…the American people have to know that there’s a game going on inside the intelligence community… at the bottom of all this is the fact that there are those that seek to separate US from Russia to reignite the cold war… wake up America!!“

Kucinich did not see this as an anti-Trump game, but rather an anti-Russia game:

“It’s not just this administration. I want to remind the views and all those who are on the panel that in the closing months of the Obama administration, they put together a deal with Russia to create peace in Syria. A few days later, a military strike in Syria killed a hundred Syrian soldiers and that ended the agreement. What happened is inside the intelligence and the Pentagon there was a deliberate effort to sabotage an agreement the White House made.”

This is like “Deep State” said Kucinich. …

 

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 Brutaler Machtkampf: Geheimdienste nehmen US-Präsident Trump ins Visier

 

 
 
Die US-Geheimdienste schießen sich mit immer schwererem Geschütz auf US-Präsident Donald Trump ein. Sie werfen ihm Hochverrat vor, sagen ihm den Tod im Gefängnis voraus.
Zwischen den US-Geheimdiensten und US-Präsident Donald Trump eskaliert. Nach dem Abgang von Michael Flynn sprechen die Dienste von „Kreml-Gate“ (Kremlingate) und wollen nun Trump persönlich des „Hochverrats“ überführen. So schreibt der Observer unter Berufung auf Spekulationen aus dem Geheimdienst-Apparat: „Es ist schwierig sich vorzustellen, wie Flynn beschlossen haben soll, mit Moskau zu marschieren, ohne einen wie immer gearteten Auftrag von Donald Trump zu haben. Wir wissen nicht, ob dies der Fall war und können daher darüber nicht spekulieren. Aber während Flynn zweifellos ein unberechenbarer Typ ist, versteht er als Karriere-Soldat die Befehlskette mit völliger Klarheit. Die Annahme, dass der künftige National Security Advisor alle Kanäle der Kommunikation mit dem Kreml alleine erschlossen hat, ist ebenso glaubwürdig wie die Vorstellung, dass die Klempner beschlossen haben, ohne größere Befehle in das Watergate Gebäude einzudringen.“

Der frühere CIA-Agent Evan McMullin sagte auf CNN, dass „Donald Trump eine Bedrohung für das Land“ darstelle. Die CIA-Agenten würden die Dokumente leaken, damit die Agenten ihrem Eid Rechnung tragen, die Sicherheit des Landes zu schützen. In einem Tweet sagte McMullin, dass mit Trump „der größte Feind der USA“ (Russland) den Posten des US-Präsidenten erobert habe. Die USA seien nun destabilisiert, weil der russische Präsident Putin es geschafft habe, die USA mit Trump zu destabilisieren.
Evan McMullin

✔ @Evan_McMullin

So, the real scandal isn’t that the President of the United States of America appears to have been co-opted by America’s greatest adversary? https://twitter.com/realdonaldtrump/status/831853862281699331
3:36 PM – 15 Feb 2017

 

Der frühere NSA-Spitzenmann John Schindler feuert daher über Twitter mit scharfem Geschütz. Schindler ist in der weltweiten Geheimdienst-Community (IC) sehr gut vernetzt und reflektiert daher vermutlich sehr zutreffend, was Trumps Gegner denken und worauf sie ihre nächste Attacken aufbauen werden. Er wirft Trump Hochverrat vor und sagt ihm voraus, dass er im Gefängnis sterben werde:

 

John Schindler

✔ @20committee

IC thinks Trump is a traitor. I’ll leave to actual lawyers to assess that, but it’s quite a day in any democracy when the spies think such.
5:49 AM – 16 Feb 2017

 

 John Schindler

✔ @20committee

US intelligence is not the problem here.

The President’s collusion with Russian intelligence is.

Many details, but the essence is simple.
3:21 PM – 15 Feb 2017

John Schindler

✔ @20committee

Now we go nuclear. IC war going to new levels. Just got an EM fm senior IC friend, it began: „He will die in jail.“https://twitter.com/JWal077/status/831871381570781184
3:27 PM – 15 Feb 2017

 

John Schindler

✔ @20committee

Trump’s deep, long-term Kremlin ties are ultimately about money. Involves much RIS+ROC. Everything else is peripheral to the central story.
2:00 PM – 16 Feb 2017

 

 

Trumps Reaktionen zeigen, dass er getroffen ist. Obwohl er noch im Wahlkampf nicht das geringsten Problem mit den Leaks über Hillary Clinton hatte, attackiert er nun die Geheimdienste:

 

 

Donald J. Trump

✔ @realDonaldTrump

Leaking, and even illegal classified leaking, has been a big problem in Washington for years. Failing @nytimes (and others) must apologize!
12:58 PM – 16 Feb 2017

 

Donald J. Trump

✔ @realDonaldTrump

Information is being illegally given to the failing @nytimes & @washingtonpost by the intelligence community (NSA and FBI?).Just like Russia
1:19 PM – 15 Feb 2017

 

Das Wall Street Journal berichtet, dass die Geheimdienste bewusst Informationen zurückhalten und nicht an Trump weitergeben. Die Zeitung zitiert anonyme Geheimdienstkreise. Der Grund für dieses außergewöhnliche Verhalten liege darin, dass die Geheimdienste sich vor der „Nähe Trumps zu Putin“ fürchten. Die Geheimdienstkreise führen an, dass Trump während des Wahlkampfs gesagt habe, Putin solle weiter Hillary Clintons Emails hacken. Diese Aussage gebe den Diensten Anlass zur Sorge, dass Trump geheime Informationen an die Russen weitergeben könne. Dies sagte der demokratische Abgeordnete Adam Schiff unter Berufung auf Gerüchte und anonyme Quellen.
Das Material für die einzigartige Eskalation liefert die New York Times, die in der Regel über exzellente Informationen aus den Geheimdiensten verfügt. Zwischen dem Wahlkampf-Team von US-Präsident Donald Trump und russischen Geheimdienstmitarbeitern hat es demnach im Jahr vor der US-Wahl eine Vielzahl von Kontakten gegeben. Das gehe aus Telefonmitschnitten von US-Ermittlern und -Geheimdiensten hervor, berichtete die Times am Dienstag unter Berufung auf vier amtierende und ehemalige Mitarbeiter der Regierung. Nicht nur Wahlkampf-Manager, sondern auch andere Personen aus dem Umfeld Trumps haben demnach wiederholt mit russischen Agenten kommuniziert. Um was es dabei ging, wurde der Zeitung zufolge nicht bekannt. Bei der US-Regierung war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.
Die „New York Times“ berichtet weiter, die US-Ermittler und -Geheimdienste hätten die Telefonate ungefähr zur selben Zeit mitgeschnitten, zu der sie Beweise für die Beeinflussung des US-Wahlkampfs durch Russland gefunden hätten. Es seien aber keine Hinweise darauf aufgetaucht, dass das Umfeld des Republikaners Trump mit den Russen bei Hacker-Angriffen auf die Demokraten konspiriert habe. Allerdings habe die Ermittler die schiere Menge der Kontakte alarmiert – in einer Zeit, in der sich der damalige Präsidentschaftskandidat Trump besonders positiv über Russlands Präsident Wladimir Putin äußerte. Russland weist die im Wahlkampf aufgekommenen US-Vorwürfe zurück, versucht zu haben, den Ausgang des Votums zu beeinflussen.
Die Zeitung räumt ein, dass die Kontakte mit dem russischen Geheimdienst auch durch Geschäftsbeziehungen von Trumps Wahlkampf-Managern – möglicherweise auch unwissentlich – zustande gekommen sein könnten. Die Telefonmitschnitte haben laut „New York Times“ nichts mit den abgehörten Gesprächen zu tun, die Trumps ehemaliger Sicherheitsberater Michael Flynn mit dem russischen US-Botschafter Sergej Kisljak geführt hatte. Flynn war in der Affäre um diese Unterredungen zurückgetreten.
 
 
 

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