Von: *Clemens Ronnefeldt* <c.ronnefeldt
<mailto:c.ronnefeldt>
Datum: 1. Dezember 2015 um 17:29
Betreff: Musterbrief an MdB gegen Syrien-Einsatz der Bundeswehr /
Kundgebung gegen Syrien-Einsatz in Berlin am 3.12.2015 / Online-Petition
*Liebe Friedensinteressierte,*
In seinem Programm *“Hoffnungslos optimistisch“* trug der Kabarettist
*Christoph Sieber*am 20.9.2015 in 3sat einen Text vor, der ab Minute 34
beginnt und knapp vier Minuten dauert – und den ich heute voran
stellen – und zur weiteren Motivation empfehlen möchte:
*https://www.youtube.com/watch?v=HUMh_ngrn-4*
…
Nachfolgend sende ich einen *Musterbrief an Abgeordnete* mit der
Aufforderung, gegen den Syrien-Einsatz der Bundeswehr zu stimmen. Die
Adressen der Abgeordneten für die jeweiligen Wahlkreise finden sich
hier:
*https://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete18/wahlkreise*
Datum…
Abs.: ….
An …
*Sehr geehrte/r Frau/ Herr*
*
*nach dem Willen der Bundesregierung sollen sich deutsche Streitkräfte
am militärischen Vorgehen gegen den „Islamischen Staat“ beteiligen –
unter anderem mit „Tornado“-Flugzeugen und einer Fregatte der
Bundesmarine.** Der Bundestag wird am kommenden Freitag darüber
entscheiden, ob er einem solchen Einsatz zustimmt. Es liegt daher auch
in Ihrer Hand als Abgeordnete/r, ob ein entsprechendes Mandat erteilt
wird. Ich bitte/ wir bitten Sie dringend, einem solchen Mandat nicht
zuzustimmen.*
_Verstoß gegen das Völkerrecht_
Ein Einsatz der Bundeswehr im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ wäre
ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Bisher hat der Sicherheitsrat der
Vereinten Nationen keine eindeutige Erlaubnis erteilt, die einen solchen
Einsatz legitimieren würde. Auch die Berufung auf den Artikel 42 des
EU-Vertrages, in dem einem Mitgliedstaat für den Fall eines Angriffes
Beistand zugesagt wird, reicht zur Legitimation nicht aus. Schon gar
nicht ersetzt sie ein Mandat des UN-Sicherheitsrates. Denn EU-Recht kann
keinesfalls höher stehen als das Völkerrecht.
Die Regierung und andere politische Kräfte verbreiten derzeit den
Eindruck, dass es sich bei dem geplanten Einsatz um eine Art
„Militäraktion light“ handelt. Es gehe „nur“ um Aufklärung, heißt es.
Dieser Eindruck ist falsch: Die Bundeswehr würde faktisch am Krieg
beteiligt. Die „Tornados“, das für den Einsatz vorgesehene
Satellitensystem „SAR-Lupe“ und die Radaranlagen der Fregatte dienen der
Lageaufklärung. Sie liefern damit Daten für die Zielerfassung. Diese
Daten würden weitere Bomben- und Raketenangriffe der Koalition gegen den
IS ermöglichen.
_Krieg löst die Probleme nicht_
Die Probleme im Nahen und Mittleren Osten werden durch militärische
Gewalt nicht gelöst, sondern verschlimmert. Das zeigt die jüngste
Geschichte: Die Militärinterventionen in Afghanistan, im Irak und in
Libyen z.B. haben nicht wie versprochen zur Stabilisierung dieser
Länder, sondern zu mehr Chaos geführt. Der von den USA ausgerufene
„Krieg gegen den Terror“ hat nicht einen Niedergang terroristischer
Aktionen, sondern im Gegenteil deren Ausweitung bewirkt.
Wenn die Luftangriffe auf die Kämpfer des „Islamischen Staates“
intensiviert werden, bedeutet das auch den Tod von vielen unbeteiligten
Zivilisten. Und diese Angriffe werden den IS in seiner Argumentation
stärken, er sei eine Widerstandsbewegung gegen westliche Aggression.
_Dem IS die Basis entziehen_
Wer den IS effektiv bekämpfen will, dem stellt sich die Frage, warum
diese zweifellos terroristische Organisation soviel Unterstützung
genießt. Die Antwort liegt in der miserablen Lebenssituation von
Millionen Menschen im Nahen und Mittleren Osten. Der IS verspricht ihnen
nicht nur eine „ideologische Heimat“, sondern ganz konkret eine
wirtschaftliche Perspektive. Hier wäre ansetzen durch einen
konstruktiven Wiederaufbauplan für die Kriegsregion.
Darüber hinaus gilt es, dem „Islamischen Staat“ die ökonomische Basis zu
entziehen. Dies bedeutet, den schwunghaften Handel von Öl, Lebensmitteln
und Waffen zu unterbinden, den der IS z.B. mit Partnern in der Türkei
betreibt. Geldströme aus dem Ausland, die in IS-Gebiete fließen, sind zu
kappen, IS-Rekrutierungsbüros zu schließen.
Für die Konflikte in Syrien und dem Irak kann es keine militärische,
sondern nur eine politische *Lösung geben.*
*
Mit freundlichen Grüßen
– Musterbrief Ende –
*Aufruf zur Kundgebung in Berlin am 3.12.2015 *
*gegen den Syrien-Bundeswehreinsatz:*
Die Bundesregierung will die Bundeswehr in Syrien einsetzen. Dieser
Einsatz wäre völkerrechtswidrig. Er würde den Konflikt weiter anheizen
und die internationalen Spannungen verschärfen. Deutschland würde
Kriegspartei.
Wir sagen: NEIN zu deutschem Militär in Syrien! JA zur politischen
Lösung!
Wir fordern von der Bundesregierung:
– Kein Einsatz der Bundeswehr in Syrien.
– Stopp aller Waffenlieferungen in die Region.
– Austrocknung der Finanzierungs- und Einnahmequellen des
„Islamischen Staates“ und anderer Terrormilizen.
– Auf ihre regionalen Verbündeten, besonders die Türkei, Saudi Arabien
und Qatar Druck auszuüben, damit diese jegliche Unterstützung der
Terrororganisationen einstellen.
– Sich im Sinne der Wiener Vereinbarungen einzusetzen für einen
innersyrischen Dialog, um den Weg freizumachen für eine politische
Lösung des Konflikts. Die nationale Souveränität Syriens muss endlich
respektiert werden. Das syrische Volk hat das Recht auf Selbstbestimmung.
*Kundgebung am Donnerstag, 3. Dezember, 17.30 Uhr Brandenburger Tor /*
*Pariser Platz*
ViSdP: Laura von Wimmersperg „Aktionsbündnis: Kein Bundeswehreinsatz
in Syrien“
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