Zahlen zu Griechenland und Portugal nach 5 Jahren „Rettung“ durch Austeritätspolitik


Im folgenden einige Daten zu Griechenland und Portugal. Die Infos über Griechenland stammen aus dem Griechenlandblog. Die vollständigen Artikel sind über die angegeben Links verfügbar. Die Daten über Portugal stammen von dem Wirtschaftsblog guerschuesse, der offizielle Statistiken zu Wirtschaftsdaten auswertet. Die Datei mit vielen Charts als pdf-Datei im Anhang.

Viele Grüße

Elke Schenk

globalcrisis/globalchange NEWS

(1)

http://www.griechenland-blog.gr/2015/10/griechenland-verlor-19-prozent-seiner-manpower/2136114/

Griechenland verlor 19 Prozent seiner Manpower

14. Oktober 2015 / Aufrufe: 694 Einen Kommentar schreiben Kommentare

Seit Beginn der Krise im Jahr 2009 bis einschließlich 2014 verlor Griechenland 19 Prozent seines aktiven Arbeitskräftepotentials.

In dem Zeitraum 2009 – 2014 gingen in Griechenland 19% des beschäftigten Arbeitskräftepotentials verloren, was wiederum die Arbeitslosenquoten signifikant ansteigen ließ. In der selben Periode wird ein Rückgang der Verkäufe der sehr großen Unternehmen um 10% verzeichnet, während der Rückgang auf die kleinen Firmen bezogen 35% erreicht.

Dies sind die hauptsächlichsten Daten, die sich aus einer Untersuchung ergeben, die von der Firma Grant Thomson durchgeführt wurde und sich auf den Verlauf des privaten Sektors in Griechenland in der Periode der Krise, also dem Zeitraum ab 2009 bis einschließlich 2014 bezieht.

Sinkende Gewinne führten zu 60% geringeren Einnahmen des Fiskus

[…]

(2)

http://www.griechenland-blog.gr/2015/10/griechenland-verlor-fast-50-mrd-euro-seines-bip/2136120/

Griechenland verlor fast 50 Mrd Euro seines BIP

16. Oktober 2015 /

Griechenland verlor seit 2010 bis 2014 fast 50 Milliarden Euro seines BIP, während die Schulden des Fiskus an den Privatsektor bis Ende 2015 auf rund 6 Milliarden Euro stiegen.

Die Verarmung der Griechen und die rapide Schrumpfung der Wirtschaft Griechenlands während der Periode 2010 – 2014 bestätigen die jüngsten Angaben der Griechischen Statistikbehörde (ELSTAT), gemäß denen das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in laufenden Preisen von 226,031 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf 177,559 Mrd. Euro im Jahr 2014 sank.

Innerhalb dieser fünf Memorandums-Jahre gingen also der griechischen Wirtschaft 48,472 Mrd. Euro verloren. Wie sich nach der Revision der Einschätzungen der ELSTAT bezüglich des Verlaufs des BIP ergibt, wurde in dem Zeitraum 2011 – 2014 eine Rezession verzeichnet, die kumulativ 18,9% erreichte.

Absturz der Produktion, Ausgaben und Investitionen

Der Zusammenbruch des BIP infolge der Verhängung des ersten Memorandum im Jahr 2010 bis Ende des Jahres 2014 war Resultat des freien Falls sowohl der Produktion als auch der Ausgaben und der Einkommen. Es ist charakteristisch, dass die Produktion von Gütern und Dienstleistungen einen freien Fall von 354,633 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf 282,457 Mrd. Euro im Jahr 2014 verzeichnete, die finalen Konsumausgaben der Haushalte sich dramatisch von 152,038 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf 120,140 Mrd. Euro im Jahr 2014 einschränkten, die entsprechenden Ausgaben der allgemeinen Regierung von 50,188 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf 35,372 Mrd. Euro im Jahr 2014 abstürzten und die Bezüge für lohnabhängige Arbeit von 82,130 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf 58,160 Mrd. Euro im Jahr 2014 sanken. Im Schnitt ging in den vier Jahren 2011 – 20 14 der Konsum der Haushalte um 5,1% und die privaten Investitionen um 14,05% zurück. […]

IWF prognostiziert ein „Loch“ von 450 Mio. Euro

Zur selben Stunde, wo die technischen Stäbe der europäischen Gläubiger Griechenlands in Athen den Grad der Realisierung des ersten Pakets der vorab zu erfüllenden Maßnahmen untersuchen, damit die 2 Mrd. Euro für Griechenland freigegeben werden, beharren die entsprechenden Technokraten des IWF darauf, dass sich trotz der Maßnahmen, die verabschiedet worden sind oder deren Ergreifung vereinbart worden ist, ein „schwarzes Loch“ von 450 Mio. Euro bei der Ausführung des diesjährigen Haushaltsplans (2015) und weiteren 900 Mio. Euro Euro im Jahr 2016 ergeben wird.

Parallel schlagen sowohl die Funktionäre der europäischen Gläubiger als auch die des IWF ein „Alarmglöckchen“ bezüglich des Fehlens oder der Unzulänglichkeit adäquater (Ersatz-) Maßnahmen bezüglich der MwSt. von 23% im privaten Bildungswesen, der Privatisierung des ADMIE, des 5-Euro-Tickets in den Ambulanzen der Krankenhäuser und der Unterstützung 20% der Berechtigten, die derzeit die sogenannte Soziale Solidaritätszulage für Rentner (EKAS) und die in Rede stehende Beihilfe auf Druck der Gläubiger ab März 2016 allesamt verlieren sollen. […]

(3)

http://www.griechenland-blog.gr/2015/10/griechenland-eliminiert-seinen-mittelstand/2136075/

Griechenland eliminiert seinen Mittelstand

6. Oktober 2015

Die Auswertung der diesjährigen Steuererklärungen in Griechenland weist über fünf Millionen Personen mit Jahreseinkommen von unter 12000 Euro aus.

[…] Von ungefähr 5,9 Mio. bis einschließlich Ende August 2015 eingereichten gemeinsamen Steuererklärungen zeigten 3,7 Mio. bzw. der explosive Anteil von 62,82% Familieneinkommen von unter 12.000 Euro. Seit 2010 – dem Jahr des Beginns der Umsetzung der Memoranden – bis heute hat der Anteil der ärmeren Steuerpflichtigen um 14 Prozentpunkte zugenommen. […]

63% der Haushalte zahlen keine Einkommensteuer mehr

Es ergibt sich folglich, dass 63% der Familien in Griechenland – entweder wegen des Rückgangs ihrer Einkommen oder wegen ausgedehnter Steuerhinterziehung – aufgehört haben, zu den steuerlichen Lasten beizutragen, […] Es sei angemerkt, dass die angeführten Angaben sich auf das Familieneinkommen und nicht auf das persönliche Einkommen beziehen. In Wirklichkeit übersteigt die Anzahl der Steuerpflichtigen mit einem persönlichen Jahreseinkommen von unter 12.000 Euro einen Anteil von 5 Millionen der insgesamt ungefähr acht Millionen Steuerpflichtigen.

Ungeheure Einkommensverluste seit 2010

Bei einem Vergleich der Ergebnisse der diesjährigen Abrechnung der Einkommensteuer (für Einkommen des Jahres 2014) mit den entsprechenden Ergebnissen des Jahres 2010 (für Einkommen des Jahres 2009) ergeben sich beeindruckende Resultate:

  • Die „Reichen“, auf die sich das politische System in letzter Zeit häufig bezieht, stellen inzwischen eine vom Aussterben bedrohte Spezies dar. Die Anzahl Derer mit einem Familieneinkommen von über 100.000 sank von 38.549 im Jahr 2010 auf 25.000 im Jahr 2014. Bereits bei Einkommen ab 100.000 Euro erreicht die Besteuerung bis zu 48%.
  • Die Anzahl Derer mit einem Familieneinkommen von 50.000 bis 100.000 Euro sank von 244.884 im Jahr 2010 auf gerade einmal 110.000 im Jahr 2014. Entsprechend wurde das sich auf sie verteilende Einkommen von 15,8 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf 7,1 Mrd. Euro im Jahr 2014 beschnitten.
  • In das Segment ab 30.000 bis 50.000 Euro fallen mittlerweile nur noch 400.000 Familien, gegenüber 604.000 im Jahr 2010. Auch in diesem Segment zeigt sich ein Zusammenbruch des deklarierten Einkommens von 23 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf 14 Mrd. Euro im Jahr 2014.
  • Diejenigen mit einem Einkommen ab 20.000 bis 30.000 Euro – hierzu zählen alle, die etwa 1.500 Euro im Monat beziehen … und als Vermögende bezichtigt wurden – zählen mittlerweile 550.000, gegenüber 752.086 im Jahr 2010 (immer auf das Familieneinkommen bezogen). Auch in dieser Kategorie brach das Einkommen von 18,4 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf 14 Mrd. Euro im Jahr 2014 zusammen.

Die Daten enthüllen, dass die sogenannte „Mittelschicht“, also Diejenigen mit einem Familieneinkommen ab 20.000 bis 50.000 Euro ungeheure Konsequenzen aus der Krise erlitten haben und 30% ihres Einkommens verloren.

(Quelle: Kathimerini, Autor: Thanos Tsiros)

(4)

http://www.querschuesse.de/portugalupdate/

Portugalupdate

von Querschuss am 6. Oktober 2015 in Allgemein

Im Zuge der Wahlen am letzten Sonntag in Portugal war es wieder köstlich zu beobachten, was die Medien in Bezug auf den Musterschüler Portugal zusammen fantasierten, völlig abseits der Realität, selbst der offiziellen Daten.

Portugal ist das bessere Griechenland, sparsam, die Wahlen eine Abstimmung über die erfolgreiche Sparpolitik usw. konnte man lesen, ….was für grausame Lügen! Über was auch immer desillusionierte, systematisch desinformierte, desinteressierte und zu unmündigen Bürgern generierte Portugiesen abstimmten und was auch immer sie motivierte ihre Stimme abzugeben, es war sicher nicht der Erfolg der Sparpolitik. Vor wenigen Wochen wurde gerade das offizielle Staatsdefizit für das Jahr 2014 nach oben korrigiert auf -7,2% des nominalen BIPs bzw.auf -12,446 Mrd. Euro! […]

Portugal “glänzt” in Q1 2015 mit 129,6% Bruttostaatsschulden des nom. BIPs, nur in Italien mit 135,1% und Griechenland mit 168,8% ist es noch schlimmer. […]

Die Entwicklung der Bevölkerung seit Q1 1998 bis Q2 2012 im Chart. Zuletzt in Q2 2015 sank die Bevölkerungszahl auf 10,343400 Millionen und damit zum Hoch um -203’600 Einwohner. Noch “besser” -356’700 entschwanden bei Total Labor Force, also bei den Arbeitskräften die dem portugiesischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen! Dies entwertet die kleinen Fortschritte bei der Arbeitslosenquote in Portugal nicht nur ganz erheblich, sondern komplett!

[…]

Portugal-Daten-querschuss2015_10_06.pdf

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