Manuskript der Rede von Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröderbei der Veranstaltung RUSSLANDTAG der Landesregierung Mecklenburg–Vorpommern am Mittwoch, 1. Oktober 2014 in Rostock—Auszüge(1)»Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Veranstaltung richtig ist und auch zumrichtigen Zeitpunkt stattfindet, denn dieser Russland-Tag soll dem Dialog und demBrückenschlag zwischen zwei Ländern dienen. Dialog sollte, er muss, gerade inschwierigen Zeiten geführt werden. Wenn nicht jetzt, wann dann? Dialog bedeutet nicht Kritiklosigkeit. Kritik gehört zu einem sachlichen Austausch von Meinungen und Standpunkten dazu. Dialog bedeutet vor allem, dass man versucht, unterschiedliche Interessen zu berücksichtigen, Vertrauen wieder aufzubauen und Kompromisse zu finden. Nur wer miteinander spricht und wer zuhört, der kann die Position des Ande-ren verstehen, auch wenn er sie vielleicht nicht teilt. Und dieses Verstehen andererPositionen ist eine Voraussetzung dafür, Brücken zu bauen und Konflikte lösen zu können. Nur so kann wieder Vertrauen entstehen, dass derzeit fehlt. Deswegen bin ich der Landesregierung dankbar, dass sie an dieser Veranstaltung festgehalten hat.Und ich bin den Gästen aus Russland dankbar, dass sie gekommen sind. Ich sageausdrücklich: Sie sind herzlich willkommen!
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