Psychologie Die rieselnde Angst vor dem eigenen Ungeschick
Der Soziologe und Bestsellerautor Heinz Bude über den neuen Deutschen, der einem Reichtum an Lebenschancen gegenübersteht und allen gefallen will – aber daher auch ständig besorgt ist, etwas falsch zu machen.
Heinz Budes Buch „Gesellschaft der Angst“ (Hamburger Edition 2014, 16 Euro) Quelle: Presse
WirtschaftsWoche: Deutschland geht es im Großen und Ganzen gut. Das Land ist, wie Sie schreiben, stabil. Trotzdem bringen Sie in Ihrem neuen Buch die deutsche Gesellschaft auf den Begriff der Angst. Wie kommen Sie darauf?
Heinz Bude: Sie haben Recht. Es hat den Anschein, wir bewegten uns in ruhigem Fahrwasser. Aber wenn man genauer hinschaut, sind wir zutiefst verunsichert. Wir sind wohlhabend und reich an Lebenschancen – und haben gerade deshalb Angst davor, unendlich viel falsch zu machen. Mit der Folge, dass wir uns nicht mehr dauerhaft auf etwas einlassen und uns ständig Optionen offen halten. Und das ist ein Problem.
Warum sollte das ein Problem sein? (…)
Hinterlasse einen Kommentar