Reinhard MUTZ: Die Krimkrise und der Wortbruch des Westens; „Blätter“, April 2014


Von: „Martin Zeis“ <Martin.zeis>
Datum: 28. März 2014 18:35:58 MEZ
An: globalcrisis%Martin.zeis
Betreff: Reinhard MUTZ: Die Krimkrise und der Wortbruch des Westens; „Blätter“, April 2014

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2014/april/die-krimkrise-und-der-wortbruch-des-westens
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Blätter für deutsche und internationale Politik, Ausgabe April 2014, S. 5-10

Die Krimkrise und der Wortbruch des Westens
von Reinhard Mutz

In westlichen Ländern, die Bundesrepublik eingeschlossen, erzeugen internationale Krisen unter Beteiligung Moskaus stets den gleichen Effekt: In Politik und Öffentlichkeit formiert sich unverzüglich ein ziemlich monochromes Meinungsbild, weitgehend frei von Nuancen und Schattierungen. Als neoimperiale Großmacht, die auch vor Gewaltmitteln nicht zurückschreckt, sitzt Russland auf der Anklagebank. Zu den wenigen Gegenstimmen zählte stets die von Altkanzler Helmut Schmidt, der daran zu erinnern pflegte, „dass Russland seit Gorbatschow nirgendwo seine Grenzen militärisch verletzt und sich nach außen friedlicher verhalten hat als jemals in zaristischen oder sowjetischen Zeiten.“[1] Jetzt hat sich ihm sein Nachfolger Helmut Kohl zugesellt, der „seitens des Westens in den vergangenen Jahren […] große Versäumnisse“ feststellt: „Die Aufbruchsstimmung in (…)

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