Wessen Täuschung fliegt auf in Syrien? | The Vineyard Saker – Deutsche Version

Andrew Korybko 09.10.2016

Who’s Calling Whose Bluff in Syria?

Zur Entwicklung der letzten Tage gibt es viele unterschiedliche Kommentare; dieser Text von Andrew Korybko aus der Oriental Review behandelt einen sehr interessanten und bedrohlichen Aspekt.

Quelle: Wessen Täuschung fliegt auf in Syrien? | The Vineyard Saker – Deutsche Version

Syriens Präsident im Gespräch – ARD interviewt Assad

Syriens Präsident im Gespräch mit Thomas Aders

„Bis das Volk mich nicht mehr will“

Stand: 01.03.2016 20:15 Uhr
„Im ARD-Interview hat der syrische Machthaber Assad seine ganz eigene Weltsicht dargestellt: Von einem Bürgerkrieg will er nicht sprechen, zurücktreten will er nur, „wenn das syrische Volk es will“. Hier finden Sie das Interview in voller Länge.“
Als PDF im Anhang:

President Assad to ARD TV: Terrorists breached cessation of hostilities agreement from the very first hour, Syrian Army refrained from retaliating! 1. March 2016

(Interview in full length) PDF attached:
President Assad to ARD TV_ Syrian Arab News Agency 20160301

http://sana.sy/en/?p=70991

NSU-Komplex + UA-Bericht Ba-Wü — Veranstaltung der Initiative NSU-Aufklärung & Die AnStifter, 22.02.2016, S tuttgart

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis, 20.02.2016

„Wir gehen alle davon aus, dass wir in einem liberalen Land leben.“ „Und dann wurde mir klar, dass wir wahrscheinlich in einem Land leben, das in weiten Bereichen von den Amerikanern kontrolliert wird.“, äußert der Autor des dokumentarischen Kriminalromans „Die schützende Hand“ gegenüber der Publik Forum-Journalistin Susanne Stiefel. (vgl. Der Rechercheur, in: Publik Forum, Nr. 2/2016, S.50f)

Wolfgang Schorlau, Ekki Sieker (investigativer Journalist an seiner Seite) und die „drei Dutzend brillianten Journalisten“, die an dem NSU-Komplex dran sind, stießen – das zeigen die Dokumente, die Unterlagen der Ermittlungsbehörden, das Verhalten des Geheimdienste gegenüber den NSU-Untersuchungsausschüssen – bis zur oberen Schicht des deep state, des Staats im Staate, vor — im Fall des NSU an die operativen Schnittflächen zwischen Verfassungsschutz, Bundesnachrichtendienst und CIA, wo es in erster Linie für zentrale Zeugen, aber auch für allzu interessierte und hartnäckig in diese Zone vordringende brilliante “Rechercheure“ ungemütlich bis brandgefährlich wird/werden kann.

Der Abschlussbericht des NSU-Untersuchungsausschusses Ba-Wü –

Mehr Fragen als Antworten?

(Podiums-)Diskussion
Mo, 22. Februar 2016, 19:30 Uhr
Württembergischer Kunstverein (WKV), Schloßplatz 2, 70173 Stuttgart
Veranstalter: Initiative NSU-Aufklärung & Die AnStifter
Wichtiges: Eintritt frei

Mit dem Ende der Legislaturperiode endete nun auch der NSU-Untersuchungsausschuss des baden-württembergischen Landtags. Die ihm gestellten Arbeitsaufträge hat er nicht alle erledigt, jedoch inzwischen einen Abschlussbericht vorgelegt.

Die beiden Journalisten Sven Ullenbruch und Rainer Nübel werden die bisherige Arbeit des Ausschusses und den Abschlussbericht kritisch betrachten. Sie sind ausgewiesene Kenner der Materie und wohnten vielen Ausschusssitzungen bei.

Wolfgang Schorlau über den NSU
In was für einem Land leben wir eigentlich?
Stuttgarter Zeitung, 12.04.2015

„… Je mehr ich mich mit dem NSU-Komplex beschäftigte, je besser ich diese zweiten Geschichten kennenlerne, an deren Ende es oft weitere Todesfälle von Zeugen gegeben hat, über die kaum jemand spricht, desto öfter fragte ich mich, in was für einem Land ich eigentlich lebe. Stimmt mein Bild von der halbwegs liberalen Gesellschaft, in der Recht und Gesetz gelten, in der die Behörden an dieses Recht gebunden handeln?

Während ich diese Zeilen schreibe, erreicht mich die Meldung, dass es im Kontext des NSU-Komplexes ein weiteres Todesopfer gegeben hat: die Ex-Freundin von Florian H. Blicken wir noch einmal zurück: Zwei Zeugen, der V-Mann Corelli und Florian H., beide aussagewillig, starben, bevor sie vernommen werden konnten. Corelli an einer „unerkannten Diabetes“ (?) im Zeugenschutzprogramm; H., der behauptete, er wisse, wer Michèle Kiesewetter wirklich umgebracht hat, verbrannte bei lebendigem Leib. Und auch hier findet man wieder die merkwürdigsten Widersprüche. Florian H., soll sich – so der Staatsanwalt – aus Liebeskummer selbst angezündet haben. Erstaunlich nur, dass er gerade auf dem Weg zu seiner Zeugenaussage war. Was, so frage ich mich, ist das Motiv des ermittelnden Staatsanwalts, Selbstmord aus Liebeskummer festzustellen, bevor die Ermittlungen abgeschlossen waren?“ Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wolfgang-schorlau-ueber-den-nsu-die-zweite-geschichte-page3.b051f368-4f34-44bb-a6aa-5b3881e758f9.html

Ergänzung, 20.02.2016 / m.z.: Am 15.02.2016 schreibt Thomas Moser auf Telepolis in seinem Artikel „Nächster Todesfall im NSU-Komplex“ einleitend: „…Im NSU-Komplex gibt es den nächsten Todesfall. Mit einer Woche Verspätung erfährt man vom Tod des 31jährigen Sascha W. aus Kraichtal in Baden-Württemberg. W. war der Verlobte von Melisa M., die im März 2015 vom NSU-Untersuchungsausschuss in Stuttgart befragt worden war und vier Wochen danach an einer Lungenembolie verstarb, 20 Jahre alt.
Melisa M. wiederum war einmal Freundin von Florian Heilig, einem Neonazi-Aussteiger, der am 16. September 2013 in seinem Auto auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart verbrannte. Am selben Tag sollte er vom Landeskriminalamt zum Thema NSU vernommen werden. Heilig hatte in der Vergangenheit gesagt, er wisse, wer die Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter 2007 ermordet hatte. Das sollen aber nicht Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gewesen sein. (…)“ Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/47/47412/1.html

Hinweis: Wer sich von der Qualität, der akribischen, messerscharfen Recherche Wolfgang Schorlaus ein aktuelles Bild machen will, der lese seine heute auf Telepolis erschienene Antwort und Richtigstellung bzgl. eines TP-Artikels von Herrn Gröth mit dem Titel: „NSU-Terroristen: Ungereimtheiten an der Selbstmord-Hypothese“. (Schorlaus Text ist als pdf-Anhang (7 S.) beigefügt und erreichbar über die URL: http://www.heise.de/tp/artikel/47/47390/1.html )

SCHORLAU-Richtigstellung-TP-Artikel160220.pdf

Peter BECKER: „Krieg gegen den Terror“: Was heißt das wirklich?; NachDenkSeiten, 11.02.2016

NDS, 11.02.2016 — http://www.nachdenkseiten.de/?p=31074

„Krieg gegen den Terror“: Was heißt das wirklich?

von Peter Becker *

Nach den Attentaten von Paris am 13. November 2015 sprach Präsident François Hollande von einem kriegerischen Akt und kündigte einen entschiedenen „Kampf gegen den Terror“ an. Dazu gehörte die Fortsetzung der Luftangriffe auf den ISIS in Syrien. Deutschland entschied sich aus Solidarität mit Frankreich für deren Unterstützung. Am 13. Dezember stimmte der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit einer Unterstützung dieses ‚Krieges‘ zu.

Die Reihe der Kritiker an dieser Sorte ‚Anti-Terror-Krieg‘ ist lang. Jürgen Todenhöfer verurteilt ihn als „Terrorzuchtprogramm“. Peter Ustinov sagt: „Terrorismus ist der Krieg der Armen gegen die Reichen … und Krieg ein Terrorismus der Reichen gegen die Armen.“ Für Mike Dörries ist die Autobombe „die Air Force des kleinen Mannes“. Noam Chomsky, Linguistik-Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), spricht vom Terrorismus als „Waffe der Schwachen“ (in: Media Control, 1997, deutsch 2003). Wenn man aber erwarten würde, dass er sich nur aus semantischer Sicht mit dem Terrorismus beschäftigt, irrt man: Chomsky untersucht in dem Buch intensiv das Entstehen des Terrorismus nach dem Zweiten Weltkrieg und prangert den israelischen „Staatsterrorismus“ an.

Über diesen Begriff ‚Staatsterrorismus‘ sollten wir weiter nachdenken. Alle Terrorismus-Definitionen zeigen, dass der Terror eine Reaktion ist. Wenn man den Abläufen weiter nachspürt, drängt sich die Frage nach Recht und Unrecht auf. Beginnen wir mit Israel:

Wie entstand dieser Staat, wie hat er sich entwickelt, was lernen wir? (…)

* Der Autor ist Rechtsanwalt und Co-Präsident der International Association of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA).

BECKER-Krieg-gegen-den-Terror160211.pdf

NATO-Terroristen im Untergrund

NATO-Terroristen im Untergrund

Verantwortlich:

Im Kalten Krieg existierten in Westeuropa zahlreiche Untergrundorganisationen, die im Fall eines sowjetischen Überfalls hinter der Front als Partisanen Sabotageaktionen ausführen sollten. Dazu wurden Kämpfer geschult und geheime Erddepots mit Waffen, Sprengstoff und Funkgeräten angelegt. In der Bundesrepublik unterstand diese Stay-Behind-Truppe dem Auslandsnachrichtendienst BND, der eigentlich im Inland gar nicht aktiv werden sollte. Das alles geschah hinter dem Rücken der dafür zuständigen parlamentarischen Kontrollgremien, denn auch ein möglicher Putsch gegen gewählte Politiker wurde erwogen. Erst Anfang der 1990er Jahre flogen die illegalen Netzwerke auf und es dauerte mehr als 20 Jahre, bis der BND Akten zu diesen freigab. (…)

Jens Wernicke

Im Kalten Krieg existierten in Westeuropa zahlreiche Untergrundorganisationen, die im Fall eines sowjetischen Überfalls hinter der Front als Partisanen Sabotageaktionen ausführen sollten. Dazu wurden Kämpfer geschult und geheime Erddepots mit Waffen, Sprengstoff und Funkgeräten angelegt. In der Bundesrepublik unterstand diese Stay-Behind-Truppe dem Auslandsnachrichtendienst BND, der eigentlich im Inland gar nicht aktiv werden sollte. Das alles geschah hinter dem Rücken der dafür zuständigen parlamentarischen Kontrollgremien, denn auch ein möglicher Putsch gegen gewählte Politiker wurde erwogen. Erst Anfang der 1990er Jahre flogen die illegalen Netzwerke auf und es dauerte mehr als 20 Jahre, bis der BND Akten zu diesen freigab. Über den aktuellen Forschungsstand zum Thema sprach Jens Wernicke mit dem Filmemacher und Journalisten Ulrich Stoll, der gemeinsam mit dem Geheimdienstexperten Erich Schmidt-Eenboom soeben ein Buch zum Thema veröffentlicht hat.

Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=29105

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WG: S. Lobo: „Geheimdienste lesen nicht mal Zeitung“ / C. Rueger: Zum Europaeischen Buendnisfall / C. Schweitzer: „Aus der Spirale der Gewalt aussteigen“

Dokumentierte Rundmail mit Leseempfehlungen
von Willy H. Wahl zu neueren Auswirkungen und Gegenmaßnahmen des IS-Terrors:

Von: G. u. S. Ullmann [mailto:ullmann.alfter]
Gesendet: Donnerstag, 26. November 2015 19:38
An: Willy H. Wahl
Betreff: S. Lobo: „Geheimdienste lesen nicht mal Zeitung“ / C. Rueger: Zum Europaeischen Buendnisfall / C. Schweitzer: „Aus der Spirale der Gewalt aussteigen“

Weitergeleitet

von Siegfried Ullmann

From: Clemens Ronnefeldt

Sent: Thursday, November 26, 2015 4:09 PM

Subject: S. Lobo: „Geheimdienste lesen nicht mal Zeitung“ / C. Rueger: Zum Europaeischen Buendnisfall / C. Schweitzer: „Aus der Spirale der Gewalt aussteigen“

Liebe

Friedensinteressierte,

die

nachfolgende Kolumne von Sascha Lobo in „Spiegel Online“ ragt aus

vielen

aktuellen Beiträgen zum Thema „IS-Terror“ und „Gegenmaßnahmen“ heraus.

Ich

möchte sie wärmstens zur Lektüre empfehlen.

Mit

freundlichen Grüßen

Clemens

Ronnefeldt,

Referent

für Friedensfragen beim deutschen Zweig des Internationalen

Versöhnungsbundes

—————-

 

 

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-ueber-die-irrationale-ausweitung-der-ueberwachung-a-1064508.html

 

Spiegel Online, 25.11.2015

 

Ausweitung der Überwachung:

 

Geheimdienste lesen nicht mal Zeitung

 

Eine Kolumne von Sascha Lobo

 

Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris hat schon vor

Monaten in einem Interview verraten, wo er ist und was er plant.

Trotzdem wird jetzt wieder mehr Überwachung gefordert. Ein Beispiel

für einen fatalen Trend.

 

(…) Von allen politischen Entwicklungen der letzten Jahre verstört

mich am meisten die Renaissance der völligen Irrationalität in Politik

und Öffentlichkeit. Man könnte entgegnen, dass Irrationalität schon

immer ein entscheidendes Element der Gesellschaft war und hätte wohl

recht. Aber etwas hat sich verändert, potenziert. Ein Irrationalist

wie Donald Trump etwa – dessen Kommunikation schlicht nichts mehr mit

der Realität zu tun hat – hätte vor zwanzig Jahren nicht als

politisch-mediale Figur existieren können. Dass er heute da ist, hängt

auch mit der netzbasierten Medienöffentlichkeit zusammen und ihrer

großen Empfänglichkeit für die noch beklopptesten Erzählungen.

 

Die Irrationalität des 21. Jahrhunderts wickelt sich ein ins Gewand

der Vernunft, sie kommt als gefühlte Rationalität daher: als

Scheinrationalität. Und sie geht Hand in Hand mit der medialen

Inszenierung. An der Oberfläche werden ein paar vernunftähnliche

Verzierungen angebracht, irgendwelche Statistiken, Schaubilder oder

Daten. Darunter brodelt eine Mischung aus Ressentiment und halbgarem

Kalkül. Diese Entwicklung scheint überall zu wirken, aber sie lässt

sich im Digitalen am besten beobachten und begreifen. Der Terror von

Paris hat ein europäisches Trauma ausgelöst, und natürlich ist es

richtig, daraus auch politische Konsequenzen zu ziehen. Aber welche?

Die Wahl könnte auf Instrumente fallen, die bewiesenermaßen

funktionieren. Klassische, aber teure, weil personalintensive

Ermittlungsarbeit zum Beispiel. Stattdessen finden im Vordergrund

politische Debatten statt, die auf irrationalen Schlüssen beruhen. Die

Evidenz ist tot, es lebe das medial inszenierte Gefühl der Evidenz.

Eine kurze Rekapitulation hilft das Problem zu verstehen:

 

  • die Attentäter wurden fast alle in Frankreich geboren, trotzdem

wird wiederholt die Flüchtlingsdebatte mit dem Terrorismus verknüpft

 

  • die Attentäter waren fast alle (7 von 8) behördlich bekannte,

verdächtige Islamisten, trotzdem wird die Überwachung der Bevölkerung

intensiviert

 

  • die Attentäter haben offenbar unverschlüsselt kommuniziert,

trotzdem werden sie als Argument gegen Verschlüsselung missbraucht

 

(…) Im Februar diesen Jahres gab der Drahtzieher der Pariser

Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, ein Interview. Er lachte dabei in die

Kamera, als habe er gerade das Goldene Schwert für den besten

Dschihad-Newcomer gewonnen. Und sprach die folgenden Worte, die das

ganze Überwachungsnarrativ zur Verhinderung von Terroranschlägen ad

absurdum führen, abgedruckt in einem offiziellen IS-Organ:

 

„Allah wählte mich […] aus, zurück nach Europa zu fahren, um Terror zu

verbreiten unter den Kreuzfahrern, die einen Krieg gegen Muslime

führen. […] Wir verbrachten Monate damit, einen Weg nach Europa zu

finden, und mit Allahs Hilfe hatten wir schließlich Erfolg, nach

Belgien einzureisen. Wir konnten dann Waffen organisieren, einen

sicheren Unterschlupf finden und so unsere Operationen gegen die

Kreuzfahrer organisieren. […] Die Ungläubigen stürmten später unseren

Unterschlupf mit mehr als 150 Soldaten aus Belgien und Frankreich. […]

Die Nachrichtendienste kannten mich, weil ich vorher von ihnen

geschnappt worden war. Nach der Erstürmung konnten sie mich direkt mit

den geplanten Anschlägen in Verbindung bringen. […] All das beweist,

dass Muslime nicht das aufgeblasene Image der Überwachung der

Kreuzfahrer fürchten müssen. Mein Name und mein Bild waren überall in

den Nachrichten, trotzdem konnte ich in ihren Ländern bleiben,

Operationen gegen sie planen und das Land sicher verlassen, wenn es

notwendig wurde.“

 

Ja, der Planer der Anschläge von Paris hat Monate vorher öffentlich

damit angegeben, wie leicht es ist, den Überwachungsapparat

auszutricksen und vor Ort Anschläge zu planen. Er hat seinen Wohnsitz

Belgien bestätigt und angedeutet, dass ein neuer Anschlag geplant ist.

In einem für jeden zugänglichen Medium des IS.

 

Die relevanten Daten sind längst da

 

Wenn also diese Daten offensichtlich nicht ausreichen,

um einen Anschlag zu verhindern – welche Daten um alles in der Welt

hofft man dann per Generalüberwachung zu bekommen? Die rationale

Herangehensweise wäre das Eingeständnis, dass es nicht darum geht,

neue Daten zu bekommen, sondern die längst vorhandenen besser

auszuwerten. Die scheinrationale Herangehensweise aber wird sich

durchsetzen: mehr Überwachung. Mehr Daten. Die Irrationalität dahinter

lautet: Wir finden die Nadel im Heuhaufen nicht, also brauchen wir

mehr Heu. Das hört sich so verstörend an, es könnte auch in Donald

Trumps Wahlprogramm stehen. Es handelt sich aber ernsthaft um die

europäische Strategie gegen den Terror.

 

Schon werden mit der Begründung der Terrorverhinderung weiter

Grundrechte eingeschränkt von völlig Unbescholtenen, während ganz

offensichtlich Maßnahmen gegen bereits dringend Verdächtige nicht

einmal nach Charlie Hebdo effizient umgesetzt wurden. Es handelt sich

um das Narrativ, mit dem die NSA samt deutscher Schwesterdienste seit

Jahrzehnten immer mächtiger und größer wird. Diesem Narrativ gegen

alle Evidenz zu folgen, das ist Irrationalität in Reinform, vor allem

von den politischen Entscheidern und der medialen Öffentlichkeit, denn

die Dienste selbst haben ja wenigstens einen Macht- und Geldvorteil

davon. Und so hat die Scheinrationalität die Welt fest im Griff, die

medialen Öffentlichkeiten wie die Politik, Überwachung wird

intensiviert, obwohl die relevanten Daten längst da sind. Die

Bevölkerung wird immer intensiver beobachtet, obwohl die allermeisten

Terroristen lange vorher amtsbekannt waren und sogar oft längst

überwacht wurden. Und ich bin sehr optimistisch, dass der

heraufziehende Konflikt zwischen Russland und einem Nato-Staat ähnlich

vernünftig gelöst werden wird.

 

Die Reaktionen auf den Pariser Terror zeigen, wie tief sich

Scheinrationalität eingebrannt hat in mediale Öffentlichkeit und

Politik.

 

————–

 

Die Sorgfaltspflicht zahlreicher Medien bei der Berichterstattung über

die Terror-Morde von Paris am 13.11.2015 wurde erheblich vernachlässigt:

 

Das millionenfach verbreitete Bild einer angeblichen Attentäterin von Paris zeigt eine

(lebende) Marokkanerin, die bereits 2007 Frankreich verlassen hatte und in Marokko

lebt. Nach einem Streit hatte eine ehemalige Freundin die Ähnlichkeit mit der Attentäterin

von Paris ausgenutzt und das Bild der Marokkanerin an einen französischen Journalisten

verkauft. Dieser übernahm das Foto ungeprüft – woraufhin es weltweit verbreitet wurde.

In einem Interview mit CNN am 23.11.2015 klärte die Frau aus Marokko den „Irrtum“ auf:

 

http://edition.cnn.com/2015/11/23/africa/paris-female-jihadi-moroccan-woman-photos-sold/

 

———-

 

Vorbemerkung von C. Ronnefeldt:

Demnächst werden deutsche Bundeswehrsoldaten in Mali französische Soldaten entlasten,

die dann in Richtung Syrien abgezogen werden können. Dieser Bundeswehr-Einsatz, der

großes Potenzial für ein nächstes Desaster hat, findet vor folgendem Hintergrund statt:

 

 

http://www.euractiv.de/sections/eu-innenpolitik/solidarite-was-der-europaeische-buendnisfall-fuer-frankreich-und-die-eu

 

Solidarité: Was der europäische Bündnisfall für Frankreich und die EU bedeutet

 

von Dr. Carolin Rüger

 

Zum ersten Mal in der Geschichte der europäischen Integration hat ein

EU-Staat den europäischen Bündnisfall ausgerufen. Frankreich

aktivierte nach den Anschlägen vom 13. November in Paris Artikel 42

Absatz 7 des EU-Vertrags: „Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das

Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden die anderen

Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und

Unterstützung.“ (…)

 

 

Warum geht Frankreichs Beistandsruf nach Europa?

 

Die französische Entscheidung ist zunächst einmal vor dem globalen

Hintergrund zu sehen: Eine Aktivierung des NATO-Bündnisfalls wäre von

Russland, auf dessen Hilfe Frankreich in Syrien, aber auch im

UN-Sicherheitsrat baut, unweigerlich als konfrontativer Akt gesehen

worden. Eine Involvierung der NATO könnte sich zudem als Störfaktor

für die Koalition auswirken, die sich gegen den so genannten

Islamischen Staat gebildet hat und aus westlichen, aber auch

arabischen Staaten besteht. Hinzu kommt, dass Frankreich trotz der

Rückkehr in die NATO, die unter dem ehemaligen Präsidenten Nicolas

Sarkozy vollzogen wurde, einer der letzten Rufer nach einer

eigenständigen europäischen Verteidigungsidentität bleibt. „Europe de

la défense“, ein Europa der Verteidigung soll den alten französischen

Traum der „Europe puissance“, einer Weltmacht EU-ropa, befördern und

somit möglicherweise auch der moribunden (todgeweihten, sterbenden,

Anm.: C. Ronnefeldt) Gemeinsamen Sicherheits- und

Verteidigungspolitik wieder Leben einhauchen. (…)

 

Die Autorin

Dr. Carolin Rüger,

Institut für Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität

Würzburg und Mitglied im Rednerdienst Team Europe der Europäischen

Kommission. Die Autorin forscht und lehrt vor allem zur Außenpolitik

der EU. Kürzlich veröffentlichte sie zusammen mit Prof. Dr. Gisela

Müller-Brandeck-Bocquet das Buch „Die Außenpolitik der EU“ (De Gruyter

Oldenbourg 2015).

—————

Dr. Christine Schweitzer hat eine sehr fundierte Analyse geschrieben mit dem Titel:

 

„Aus der Spirale der Gewalt aussteigen“, die ich zur zur Lektüre wärmstens

empfehlen möchte.

 

http://www.soziale-verteidigung.de/fileadmin/dokumente/militaerkritik/Aus_Spirale_der_Gewalt_aussteigen.pdf

 

 

————————————————————–

 

Clemens Ronnefeldt

Referent für Friedensfragen beim deutschen

Zweig des internationalen Versöhnungsbundes

A.-v.-Humboldt-Weg 8a

85354 Freising

 

Tel.: 08161-547015

Fax:  08161-547016

 

C.Ronnefeldt@t-online.de

www.versoehnungsbund.de

 

Spendenkonto für die Arbeit des

Versöhnungsbund-Friedensreferates:

 

Kontoinhaber: Versöhnungsbund e.V.

Konto 400 90 672

Sparkasse Minden-Lübbecke

BLZ 490 501 01

Stichwort: Friedensreferat/C. Ronnefeldt

 

 

WAS WIR WISSEN VOM UMGANG MIT MEDIEN – Interview mit Ganser in Das Goetheanum

Unter dem Motto ‚frieden in europa‘ wird Dr. Daniele Ganser am 21. und 23. September zu Vorträgen und Gesprächen in Stuttgart sein.

Referentinnen und Referenten

Dr. Daniele GANSER
Prof. Dr. Friedrich GLASL
Gerals HÄFNER
Heike HÄNSEL
Nothard ROHLFS
Olga SOLOMENKO-ZECH

Ort: Kultur&Kongresszentrum
Liederhalle, Stuttgart 21.09.2015 19:30 Uhr
Freie Waldorfschule am Kräherwald, Stuttgart
22.09.2015 20:00 Uhr

Kartenverkauf über: EasyTicketService | Telefon 0711 2 555 555 / info@easyticket.de | http://www.easyticket.de — Abendkasse am 21.09.2015, ab 17:30

Veranstalter: Forum3, Stuttgart- Mitte, Gymnasiumstr. 21, http://www.forum3.de
Unterstützer: Intiative Netzwerk Dreigliederung; Friedensnetz Baden-Württemberg; attac – Regionalgruppe Stuttgart; Pax Christi Rottenburg-Stuttgart; DFG-VK Landesverband Baden-Württemberg; Colibri – Beiträge für eine menschenwürdigere Welt e.V.; Redaktion globalcrisis/globalchange NEWS; POEMA e. V. Stuttgart – Armut und Umwelt in Amazonien; Afrokids e. V.; EUCOMmunity Stadtjugendring Stuttgart; Gesellschaft Kultur des Friedens; ZEB – Zentrum für Entwicklungsbezogene Bildung.

Weitere Infos über die Veranstaltungen in der Reihe „Frieden in Europa“ am 21./22.09.2015 in Stuttgart:
http://forum3.de/vortraege/409http://forum3.de/vortraege/410http://forum3.de/vortraege/411

DOKUMENTIERT

Interview mit Dr. Daniele Ganser in Das Goetheanum (2015)

„Welche Haltung können wir in Bezug auf die Medien entwickeln?
Die innere Haltung sollte durch Mut definiert sein, Mut zur Wahrheit. Die zweite wichtige Eigenschaft ist die Neugierde, man muss interessiert sein. Wenn man weder mutig noch neugierig ist, ist alles verloren. Wenn man Mut und Interesse hat, dann wird alles möglich. Man sollte versuchen, sich zu jedem Konflikt ein differenziertes Bild zu verschaffen. Es braucht Zeit. …“ Daniele Ganser

Das Goetheanum (2015) – Nachrichten bewaeltigen

„Als Historiker, Friedensforscher und
Energieexperte begann Daniele Ganser
seine Forschungen über Zeitgeschichte
mit einer Doktorarbeit zum
Thema ‹Inszenierter Terrorismus und
verdeckte Kriegsführung der NATOGeheimarmeen›,
die er an der Universität
Basel 2001 vorlegte. Diese Arbeit
wurde auf Deutsch mehr als 18 000
mal verkauft¹ und in zehn Sprachen
übersetzt. Daniele Ganser arbeitete
bei ‹Avenir Suisse›, einem Thinktank in
Zürich, dann an der ETH-Forschungsstelle
für Sicherheitspolitik, seither
unterrichtete er Geschichte an den
Universitäten von Zürich, Luzern, Basel
und St. Gallen. Er leitet das von ihm
gegründete ‹Swiss Institute for Peace
and Energy Research› (SIPER) in Basel.
Als er öffentlich auf offene Fragen
im Forschungsbereich der Terroranschläge
vom 11. September hinwies,
wurde er von der US-Botschaft in
der Schweiz als ‹Verschwörungstheoretiker›
angegriffen. Ganser lehnt
diesen Begriff ab. In einem Vortrag an
der Universität Tübingen legte Ganser
2014 dar, wie der Begriff ‹Verschwörungstheoretiker›
verwendet wird, um
Wissenschaftler einzuschüchtern“