„Trauerspiel Afghanistan“: Zweiter Akt

Quelle: https://publikumskonferenz.de/blog/2021/09/02/trauerspiel-afghanistan-zweiter-akt/#more-6692


Veröffentlicht am 2. September 2021 von Maren Müller

„Trauerspiel Afghanistan“: Zweiter Akt
Der Wertewesten führt seinen terroristischen Kolonialkrieg weiter. Mit anderen
Mitteln.

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam


Ist es Ihnen auch aufgefallen? Die Bundeswehr stellte in Afghanistan 20 Jahre lang
eine Besatzertruppe von durchschnittlich 2.500 Soldaten (Höchststand vor zehn
Jahren: 5433 Soldaten; im März 2021 waren es noch knapp 1.100). (1) Doch jetzt
müssen, laut Außenminister Maas und Tagesschau, „mehr als 40.000 afghanische
Ortskräfte der Bundeswehr“ (2) aus ihrem Heimatland heraus- und in Deutschland in
Sicherheit gebracht werden. Pro Bundeswehrsoldat circa 17 Hiwis. Die ARD-aktuell-
Hofberichterstatter fanden das keiner Nachfrage wert.


Bei dem Bombenattentat am Flughafen Kabul „haben Terroristen des ‚Islamischen
Staates‘ zahlreiche Afghaninnen und Afghanen sowie 13 US-Soldaten getötet“. (3) Wie
viele Tote das „zahlreich“ bedeutet, bezifferte die Tagesschau nicht mal überschlägig.
Dass darunter auch Menschen waren, die im Kugelhagel durchgeknallter US-Soldaten
starben, verschwieg sie gleich ganz. Die GIs hatten nach der Explosion wahllos in die
Menschenmenge geballert. (4) (…)

Der vollständige Text findet sich hier:

Peter BECKER: „Krieg gegen den Terror“: Was heißt das wirklich?; NachDenkSeiten, 11.02.2016

NDS, 11.02.2016 — http://www.nachdenkseiten.de/?p=31074

„Krieg gegen den Terror“: Was heißt das wirklich?

von Peter Becker *

Nach den Attentaten von Paris am 13. November 2015 sprach Präsident François Hollande von einem kriegerischen Akt und kündigte einen entschiedenen „Kampf gegen den Terror“ an. Dazu gehörte die Fortsetzung der Luftangriffe auf den ISIS in Syrien. Deutschland entschied sich aus Solidarität mit Frankreich für deren Unterstützung. Am 13. Dezember stimmte der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit einer Unterstützung dieses ‚Krieges‘ zu.

Die Reihe der Kritiker an dieser Sorte ‚Anti-Terror-Krieg‘ ist lang. Jürgen Todenhöfer verurteilt ihn als „Terrorzuchtprogramm“. Peter Ustinov sagt: „Terrorismus ist der Krieg der Armen gegen die Reichen … und Krieg ein Terrorismus der Reichen gegen die Armen.“ Für Mike Dörries ist die Autobombe „die Air Force des kleinen Mannes“. Noam Chomsky, Linguistik-Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), spricht vom Terrorismus als „Waffe der Schwachen“ (in: Media Control, 1997, deutsch 2003). Wenn man aber erwarten würde, dass er sich nur aus semantischer Sicht mit dem Terrorismus beschäftigt, irrt man: Chomsky untersucht in dem Buch intensiv das Entstehen des Terrorismus nach dem Zweiten Weltkrieg und prangert den israelischen „Staatsterrorismus“ an.

Über diesen Begriff ‚Staatsterrorismus‘ sollten wir weiter nachdenken. Alle Terrorismus-Definitionen zeigen, dass der Terror eine Reaktion ist. Wenn man den Abläufen weiter nachspürt, drängt sich die Frage nach Recht und Unrecht auf. Beginnen wir mit Israel:

Wie entstand dieser Staat, wie hat er sich entwickelt, was lernen wir? (…)

* Der Autor ist Rechtsanwalt und Co-Präsident der International Association of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA).

BECKER-Krieg-gegen-den-Terror160211.pdf