Craig MURRAY, 5.4.2018: „Knobs and Knockers“ — der zentrale Kern der Novitschok-Saga wird zerstört

globalcrisis/-change NEWS

Martin Zeis, 05.04.2018 22:50

martin.zeis@gmxpro.net

Heute morgen veröffentlichte der frühere britische Botschafter Craig MURRAY einen Artikel „Knobs and Knockers“, in welchem er die jüngsten Geschichten der britischen Regierung zur Novitschok-Affäre kritisch unter die Lupe nimmt. (vgl. https://www.craigmurray.org.uk/archives/2018/04/knobs-and-knockers )

Craig Murray mit besten Kontakten zu entscheidenden Wissenträgern in der britischen Administration, dem wissenschaftlichen Personal diverser Fachgebiete und mit einschlägigen (auch mit geheimdienstlichen) Erfahrungen aus seiner Zeit als Botschafter in Usbekistan hat in bester kriminalistischer Manier, gestützt auf einschlägige Expertise aus der Organischen Chemie und der Nervenkampfstoff- Herstellung, in seinem Beitrag m.E. die zentrale Schwachstelle der Novitschok-Story Großbritanniens und seiner NATO-/EU-Verbündeten getroffen.

Dem Text folgend referiere ich einige zentrale Fakten, Überlegungen, Kritikpunkte.

1.
Daniel COLLUM, Professor für Organische Chemie an der Cornell-Universität, teilte Murray heute Nacht (3:03 AM) per Tweet mit, dass die höheren Semester des Chemiestudiums durchaus in der Lage seien, Kampfstoffe der Novitschok-Klasse herzustellen. Dies könnten die Fachkollegen/-innen der Organischen Chemie bestätigen, würden sie denn gefragt (was Regierung und Medien tunlichst vermeiden).

2.
Die britischen Medien sind in letzter Zeit von den Geheimdiensten + deren „Quellen“ gebrieft worden, die Regierung sei im Besitz eines geheimen Handbuchs Russlands für das Trainieren von Attentaten. Dort werde im Einzelnen ausgeführt, wie man Türgriffe (knobs) mit Nervenkampfstoffen/-giften kontaminiert. Ein nach dieser Anleitung „platzierter“ Nervenkampfstoff sei am Griff der Haustüre des Skripalschen Anwesens gefunden worden und „… dies waren die Fakten, welche die Verbündeten Großbritanniens überzeugten, dass nur Russland als Täter in Frage kommt.“ (zit.a./übers. Daily Mirror, https://www.mirror.co.uk/news/uk-news/spy-manual- reveals-russian-agents-12284582 )

Daraus ergeben sich für Murray zwei Fragen:

  1. a.) Wie glaubwürdig ist es, dass die Skripals über den Türgriff ihrer Haustüre mit einem Nervenkampfstoff (der Novitschok-Klasse) vergiftet wurden?
  2. b.) Wie glaubwürdig ist es, dass die britische Regierung im Besitz eines geheimen russischen Trainings-Handbuchs für Attentate mit Novitschok- Kampfstoffen ist?

Es folgen die Infos/Überlegungen/Einwände Murrays zu Frage a.):

a.1) Die britische Regierung wies alle Personen, die mit dem Kampfstoff an der Haustüre bei Skripals in Kontakt gekommen sein könnten, an, ihre Kleider zu waschen und andere Oberflächen mit warmem Wasser oder Feuchttüchern abzuwaschen/-wischen.

Daraus leitet sich weitere Fragen ab: Wenn es sich also um eine abwaschbare Substanz gehandelt hat, weshalb wurde diese auf dem Außentürgriff der Haustüre angebracht – an einem Tag, wo es in Salisbury längere Zeit heftig regnete?

Und: Kann jemand das Szenarium erklären, wie beide Skripals zusammen den Haustürgriff beim Hinausgehen und Schließen der Türe berühren; und weiter: weshalb kontaminierte sich nicht die Ärztin, welche sich bei nahem körperlichen Kontakt intensiv um die Vergifteten kümmerte?

a.2) Der zentrale Einwand ist jedoch, dass die Nervenkampfstoffe der Novitschok-Klasse sofort wirken. Es gibt keinen Nervenkampfstoff mit verzögerter / aufgeschobener Wirkung. Nicht umsonst wies Theresa May darauf hin, dass das bei den Skripals verwendete Nervengift zehnmal giftiger ist als das im Chemie- Kampfstoff-Labor von Porton Down entwickelte Nervengift VX, das den Bruder von Kim Jong-un in 15 Minuten tötete.

Bei den Skripals jedoch wirkte der Nervenkampfstoff erst nach vollen drei Stunden (!). Und nicht nur das. Die Skripals waren in der Lage Auto zu fahren, in einem Shopping-Center herumzuspazieren, ein Pub aufzusuchen und – unglaublich – ihr Zentralnervensystem war in solch guter Verfassung und ihr Verdauungsapparat so intakt, dass sie sich an den Tisch setzen und ein komplettes Menü zu sich nehmen konnten.

Und danach sollen die beiden, trotz ihres stark unterschiedlichen Körpergewichts, gleichzeitig von dem Nervenkampfstoff niedergestreckt worden sein, der nach dreistündiger Inaktivität plötzlich – ohne Vorwarnung – tödlich zuschlug.

F a z i t: Hier liegt eine absolut unglaubwürdige Geschichte vor. Militärische Nervenkampfstoffe sind Waffen auf dem Schlachtfeld und halten den Gegner nicht stundenlang voll kampf-/einsatzfähig.

Unter Bezugnahme auf einen Artikel im „Scientific American“ vom 9. März 2018 (2) wären bei den Skripals nach Kontakt (Haustürgriff) mit dem Nervenkampfstoff folgende Wirkungen eingetreten, bevor sie nur ihr Auto erreicht hätten:

Nervenkampfstoffe sind flüchtig und ihre Konzentration bei normaler Raumtemperatur ist tödlich. Die Symptome der Vergiftung treten rasch auf: Brustenge, Atembeschwerden, Ersticken; begleitende Symptome sind (blutiges) Erbrechen, massive Inkontinenz.

Anmerkungen:

(1) Am 17. März 2018 haben wir (Stephan Best, Martin Zeis) auf dieser Liste einen längeren Aufsatz „Eskalation in die Nowitschok-Falle“ gepostet. Der Beitrag ist unter folgender URL abrufbar: https://steven25.com/2018/03/17/eskalation-in-die-nowitschok-falle/

(2) Simon COTTON: Nerve Agents: What Are They and How Do They Work?; URL: https://www.scientificamerican.com/article/nerve-agents-what-are-they-and-how-do-they-work/

Fehlerhaftes Axiom

Fehlerhaftes Axiom

Es folgt eine zusammenfassende Übersetzung des Beitrags “Fehlerhaftes Axiom“.

“Es gibt keinen Preis, den Russland nicht für die Ukraine bezahlen würde” – das ist das wichtigste Axiom, mit dessen Anwendung die westliche Koalition, gemeinsam mit Israel und einer Gruppe arabischer Staaten, einen Fehlstart in der Ukrainekrise hingelegt haben, mit dem eigentlichen Ziel, Russlands Einmischung in Syrien zu verhindern. Der Putsch in der Ukraine wurde seit langem vorbereitet, war aber zu den Neuwahlen [regulär Anfang 2015] geplant. Putin hat das so bestätigt, dass der Putsch zu den Neuwahlen geplant war, aber vorgezogen wurde. Der Grund für die Eile war die Angst, dass Russland es wagen könnte, sich im Nahen Osten einzumischen und dort das Fest des Westens stören könnte. Bei der Umverteilung im Hauptspiel wurde die Ukraine von Beginn an als Joker zurückgehalten, für den Fall, dass Putin sich in den geplanten Mega-Raub und die Neuziehung von Grenzen einmischen würde. Die Gewissheit über “es gibt keinen Preis…” gründete sich auf die Meinung zahlreicher Experten, Analysen, Berichte, sowie den zahlreichen Bestätigungen dieses Axioms durch russischsprachige Juden, die im Westen als Russlandexperten gelten. Das ist wirklich so, die stehen dort verschiedenen Instituten vor und sind Mitglieder in Think Tanks und machen ein gutes Geschäft, indem sie ihre kostbare Meinung verteilen, sowohl über Russland als auch über alle ehemaligen Territorien des Russischen Imperiums. (…)

Quelle: http://analitik.de/

Der russische Außenminister Sergej Lawrow – Vortrag und Diskussion in Berlin — Gert Ewen Ungar

Am 14. Juli war der russische Außenminister Lawrow zu Gast in Berlin. Die Körber-Stiftung hatte ihm ein Podium eröffnet, auf dem Lawrow über aktuelle Probleme sprach. Lawrow legt klar die Sichtweise Russlands dar, analysiert plausibel die westliche Politik sowie die Entwicklung der letzten Jahre und zeigt mögliche Wege aus der Krise. Es ist nichts weniger […]

über Der russische Außenminister Sergej Lawrow – Vortrag und Diskussion in Berlin — Gert Ewen Ungar

Oliver STONE’s „The Putin Interviews“ (Part I- IV – English Subtitles) now generally accessible

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis / martin.zeis@gmxpro.net

Dear all,

since June 16, 2017 the complete series of Oliver STONE’s „The Putin Interviews“ (Part I-IV – English Subtitles) is generally accessible:

Part 1 – 57:50

https://www.youtube.com/watch?v=xejO7e2xUJc

Part 2 – 57:41

https://www.youtube.com/watch?v=E68wDqTfHmg

Part 3 – 57:51

https://www.youtube.com/watch?v=0S6d3wHq5tk

Part 4 – 56:38 min

https://www.youtube.com/watch?v=5wJGB8X3Fb0

„Will the Oliver Stone interview change any minds? It’s too soon to tell“, notes James George JATRAS, former U.S. diplomat and foreign policy adviser to the Senate GOP leadership, in a recent article and evaluates the feedback of the American media:

„… It remains to be seen whether Oliver Stone’s extended interview with Putin on the Showtime network will have any impact. So far the commentary seems to be divided between descriptions of the substance of the discussion and attacks on Stone for talking with such a bad, bad man: «Speaking after the interview, Stone refuted allegations that he became an unwitting messenger of pro-Putin propaganda or of dishonest information given by the president».

With regard to substance, relatively little attention has been accorded in American media to Putin’s flat accusation that U.S. «special services» have supported terrorists, including in Chechnya. Of course anyone paying attention would know that arming jihadists is a standard part of U.S. policy, going back at least to Afghanistan in the 1980s and repeated in Bosnia, Kosovo, Libya, and today in Syria. Indeed, as early as the 1950s the U.S. had established a very close relationship with the Muslim Brotherhood and its terrorist elements as a weapon against Egypt’s Gamal Abdel Nasser and Baathists in Syria and Iraq, who Washington thought were a little too cozy with the Soviet Union and far too socialist and secular for the taste of our pals in Saudi Arabia and the Gulf.

There is a real symbiosis between the anti-Russian imperative in American foreign policy and support for radical Islamic elements. It did not end when the Soviet Union and communism collapsed but rather was intensified. This is why Moscow’s constant calls for a common front against terrorism are always rebuffed. Such cooperation doesn’t make any sense for anomenklatura whose number one goal is hostility to Moscow and for whom jihadists are at worst «frienemies» – people who may be troublesome but useful.

We can only imagine how completely different the world would be if the U.S. were to recognize that Russia is a country that in many respects is not that different from the United States or Europe and that we had common interests. But for the U.S. Deep State, that would amount to switching sides in a global conflict, where we see jihadists essentially as «freedom fighters» against a geopolitical adversary. These same clueless «elites» are then puzzled when their carefully nurtured, cuddly, «moderate» jihad terrorists attack us back here at home. …“ — emphasis, m.z. —

Source: https://www.strategic-culture.org/news/2017/06/16/it-the-russia-stupid.html

Ergänzung (StB):

„The Putin Interviews“ von Oliver Stone mit deutschen Untertiteln.

Teil 1: https://rutube.ru/video/5ae16f6d3a968a7eaa74ed83e7e5500d/
Teil 2: https://rutube.ru/video/41427b2cc19d838aadb846df6e128297/
Teil 3: https://rutube.ru/video/46f725f1e97d13f12ef5d4e74be68115/
Teil 4: https://rutube.ru/video/44d55cc5b61f47ec8549a4e61d4ae6c4/

Oliver Stone – The Putin Interviews Part I – IV

THE PUTIN INTERVIEWS – PART 4

Hard-hitting, extremely engaging, to be re-examined over and over.

One among scores of money quotes:

„Any talk about our influencing the outcome of the US election is all lies. They are doing it due to a number of reasons. First, they are trying to undermine the legitimacy of President Trump, create conditions that must preclude us from normalizing our relations, and they want to create additional instruments to wage an internal political war. And Russia-US relations in this context are just a mere instrument in the internal political fight in the US.“

Quelle: Oliver Stone – The Putin Interviews

by ChaosNavigator

NB! Download the file if the sound or picture is missing and play with VLC (remember to download the files within 60 days!) OR try Internet Explorer or other browsers if the files aren’t playing in your browser. For Linux users who can’t play the mkv format in the browser, I would recommend installing the Chromium browser as the easiest solution. The follwoing links are some of the very few on-line places untouched and undeletable (You Tube videos are deleted constantly).

Rubikon – Magazin für die kritische Masse | Professionelle Heuchelei (3/4)

Professionelle Heuchelei (3/4)

Der Blick hinter die Fassade offenbart: Das Journalistenbüro Correctiv ist alles andere als unabhängig, aufklärerisch und investigativ.

Redaktionelle Vorbemerkung: Die Recherche von Elke Schenk zu Correctiv erscheint als Vierteiler. Den ersten Teil lesen Sie hier, den zweiten hier. Beim hier vorliegenden Text handelt es sich um den dritten Teil.

Correctiv als Kalte Krieger 2: „Flug MH17 Die Suche nach der Wahrheit“

Am 17. Juli 2014 wurde über der Ukraine in einer Höhe von über 9000 Metern das malaysische Verkehrsflugzeug MH 17 abgeschossen mit fast 300 Toten. Da es in dem von Separatisten kontrollierten Gebiet der Ostukraine niederging, wurden von westlicher und ukrainischer Seite die gegen das Kiewer-Putsch-Regime und für eine Föderalisierung der Ukraine kämpfenden „prorussischen Separatisten“ dafür verantwortlich gemacht, schon wenige Stunden nach dem Absturz. Als Waffe wurde eine Boden-Luft-Rakete (BUK) genannt. Die Separatisten verfügten aber nicht über ein Gerät, das eine solche Flughöhe erreichen konnte. Darüber verfügen nur die ukrainische Armee und Russland. Da die Täter schon feststanden, konnten es – dieser Logik folgend – nur eine russische BUK und russische Soldaten sein, die die Maschine von ostukrainischem Gebiet aus abgeschossen hatten. Die russische Seite warf der ukrainischen Regierung vor, die Zivilmaschine mit einem Kampfjet abgeschossen zu haben und die Schuld den Separatisten bzw. Russland in die Schuhe zu schieben.

(Eine fundierte Aufarbeitung bieten Stephan BEST und Martin ZEIS in ihrem Vortrag: Malaysian Airlines Flug MH-17 – Beispiel eines macht- und medienpolitischen „Ereignisses“; 29.01.2015, Vortragstext und Folien abrufbar unter:
https://steven25.files.wordpress.com/2015/02/mh17-aufsatz150130.pdf
https://steven25.files.wordpress.com/2015/01/mh17_f3_folien150130.pdf
https://steven25.files.wordpress.com/2015/10/mh17-nachtrag151012.pdf)

Es wurde eine Untersuchungskommission eingerichtet unter niederländischem Vorsitz, (engl. Dutch Safety Board, DSB). Mitglied waren darüber hinaus die ukrainische Regierung (als potentielle Täter) und Australien. Malaysia als Opfernation blieb monatelang von der Kommission ausgeschlossen und erhielt erst nach längeren Protesten im Dezember 2014 Zugang. Die Separatisten übergaben dem Vertreter der malaysischen Regierung die unversehrten Flugdatenschreiber und Voice recorder. Diese wanderten zum DSB in die Niederlande und von dort nach Großbritannien zur Auswertung. Im September 2014 legte das DSB seinen Zwischenbericht vor, in dem als Absturzursache der Einschlag von „Objekten von hoher Energie“ genannt wurde. Weitere Konkretisierungen wurden nicht vorgenommen. Insbesondere klärte der Zwischenbericht nicht, ob MH 17 von einer BUK oder einem Kampfjet aus der Luft abgeschossen worden war. Die westlichen Medien und Politiker beschuldigen bis heute Russland, hinter dem Verbrechen zu stehen, ohne Beweise vorzulegen, und verschärften die Sanktionen gegen Russland. (…)

Quelle: Rubikon – Magazin für die kritische Masse | Professionelle Heuchelei

german-foreign-policy Die Sanktionsdebatte

Die Sanktionsdebatte
02.05.2017

BERLIN/MOSKAU
(Eigener Bericht) – Vor der heutigen Russland-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel dringen deutsche Wirtschaftsverbände und Außenpolitikexperten auf eine Abkehr von der Sanktionspolitik. Die russische Wirtschaft habe die Handelsrestriktionen überstanden und befinde sich wieder im Aufschwung, weshalb die Sanktionen kaum noch nützten, heißt es zur Begründung; zudem habe der Boykott dem Ansehen von EU und USA in Russland geschadet und die russische Regierung, die er eigentlich habe schwächen sollen, sogar stabilisiert. Auch gingen zunehmend russische Aufträge, mit denen einst deutsche Firmen gerechnet hatten, an Konkurrenz etwa aus China und seien endgültig verloren. Dabei halten deutsche Ökonomen Russland auch weiterhin für einen lukrativen Markt; laut einer Studie, die die Bertelsmann-Stiftung und das Münchner ifo-Institut erstellt haben, brächte etwa ein Freihandelsabkommen der EU mit der sich um Russland gruppierenden Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) Wachstumsimpulse in Höhe von 45 Milliarden Euro. Regierungsberater empfehlen einen schrittweisen Ausstieg aus den Sanktionen. Dessen ungeachtet könne Moskau, so heißt es in Berlin, mit einem Rüstungswettlauf jederzeit in die Knie gezwungen werden. (…)

Quelle: www.german-foreign-policy.com