Dr. Daniele Ganser bei der ÖDP: Energiewende statt Erdölkriege

Die Propagandaschau

ödp240Die Ökologisch-Demokratische Partei hat Dr. Daniele Ganser am 30. Mai zu einem Vortrag nach München eingeladen und der Termin war wieder mal in kürzester Zeit ausgebucht. Ganser wird begrüßt wie ein Pop-Star und liefert unterhaltsam und inspirierend ein großes Bild der globalen Machtverhältnisse vor dem Hintergrund unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Energiewende statt Erdölkriege

Bild anklicken, YouTube!

Wir wurden sozialisiert im Erdölrausch.

Wichtiger Hinweis: Die anfangs schlechte Tonqualität ist ab 2:17 min einwandfrei!

Ursprünglichen Post anzeigen 77 weitere Wörter

Medial vermittelte Feindbilder und die Anschläge vom 11. September 2001 – Vortrag von Daniele Ganser- wwwKenFMde

Danke an Ken Jebsen und sein Team für die Dokumentation dieses Vortrages von Dr. Daniele Ganser

am 15. Dezember 2014 im voll besuchten Hörsaal der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen

wwwKenFMde

Medial vermittelte Feindbilder und die Anschläge vom 11. September 2001 – Vortrag von Daniele Ganser

Veröffentlicht am 03.02.2015
Als am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in den Nord- und den Südturm des World Trade Centers rasten, und beide Türme nach kurzer Zeit einstürzten, war die gesamte Welt geschockt. Die mediale Aufmerksamkeit war zunächst bei den eingestürzten Zwillingstürmen, nicht jedoch bei dem ebenfalls eingestürzten WTC-Gebäude 7, das weder von einem Flugzeug getroffen wurde, noch mit einer einzigen Silbe im offiziellen Untersuchungsbericht zu den Anschlägen erwähnt wurde. Die Aufmerksamkeit lag dann sehr schnell bei der Frage, wer für diese Attacke verantwortlich sei, und die Antwort wurde überraschend schnell präsentiert – Osama bin Laden und sein Terrornetzwerk Al-Kaida. Seither steht jeder Moslem unter Generalverdacht, und wer das Wort Terrorist hört, denkt in aller Regel an einen bärtigen Turban-Träger, und nicht an einen RAF- oder ETA-Terroristen.

Warum ist das so? Wer lanciert diese Feindbilder und profitiert davon? Welcher Zusammenhang besteht zu den aktuellen Kriegen des 21. Jahrhunderts? Sind diese Einsätze wirklich „Demokratie-Exporte“? Und kann man die Vereinigten Staaten von Amerika als Imperium bezeichnen? All das sind Fragen, auf die der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser in seinem Vortrag „Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und der ‚Clash of Civilizations‘ – Warum die Friedensforschung medial vermittelte Feindbilder hinterfragen muss“ am 15. Dezember 2014 im voll besuchten Hörsaal der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen einging. Neben über 500 interessierten Zuhörern aller Altersklassen wurde der Vortrag auch von KenFM-Kameras verfolgt und aufgezeichnet, und nun hier, wie bereits im letzt Interview angekündigt, veröffentlicht. In Kürze wird zudem ein Interview mit Prof. Dr. Rainer Rothfuß veröffentlicht, der Ganser nach Tübingen eingeladen hatte und den Vortrag trotz massivem Gegenwind stattfinden ließ.

http://www.kenfm.de
http://www.siper.ch
http://www.facebook.com/KenFM.de
http://www.twitter.com/TeamKenFM
http://kenfm.de/unterstutze-kenfm

Transkript von Gansers Vortrag bei free21 in Tübingen —  Medial vermittelte Feindbilder und die Anschläge vom 9.11. : free21_transcript_ganser911

Ölpreisschock: US-Fracking-Aktivitäten brechen um 40% ein

Ölpreisschock: US-Fracking-Aktivitäten brechen um 40% ein

Der seit Juni anhaltende Ölpreis-Einbruch, der jüngst durch das Nicht-Eingreifen der OPEC verstärkt und manifestiert wurde, hat in den USA bereits zu einem Zurückfahren der Fracking-Aktivitäten geführt. Wie Reuters bezugnehmend auf Drilling Info Inc berichtet, sank die Zahl neuer Bohrungen von 7227 in Oktober auf 4520 im November – ein Rückgang um 40% binnen eines Monats. Zwar sind dabei auch witterungsbedingte Rückgänge enthalten, offensichtlich wird der starke Rückgang aber auch von einer zurückgehenden Investitionsneigung getrieben.

Wie Leser dieser Webseite wissen, ist die Besonderheit von Fracking-Ergebnissen in einer stark veränderten Förderkurve abzulesen. Demnach wird in den ersten Tagen die höchste Fördergeschwindigkeit erzielt, die dann stark absinkt:

overestimated_bakken_well_production#OPEC

Um eine dauerhafte Öl- oder Gasernte zu erzielen, müssen alte Bohrungen darum regelmäßig durch neue Bohrungen ersetzt werden. Passiert dies nicht, würde die Gesamtförderung ähnlich schnell zurückschrumpfen wie die Erntemengen einer einzelnen Bohrung. Da bei wachsendem Gesamtoutput deshalb auch die Zahl der Ersatzbohrungen mitwachsen muss, ergibt sich daraus der „Red-Queen-Effekt“: Die rote Königin erklärt Alice im Wunderland, dass sie dort immer schneller laufen müsse, nur um am gleichen Fleck zu bleiben. Bezogen auf Fracking besagt dieser Effekt: Wächst die Zahl der Bohrungen nicht mehr angemessen, schrumpft die Öl- und Gasernte recht schnell zusammen. (…)
http://www.peak-oil.com/2014/12/oelpreisschock-us-fracking-aktivitaeten-brechen-um-40-ein

Informationen zur umlaufenden Schieferöl-/gas-Propaganda

Informationen zur umlaufenden Schieferöl-/gas-Propaganda

„Der US-Geologe Arthur Berman kommt in einem Interview mit Oilprice.com zu dem Schluss, dass der Höhepunkt der Förderung in den meisten Gebieten bereits überschritten sei. Die Felder, die ursprünglich auf Jahrzehnte Gas und Öl produzieren sollte, sind beinahe erschöpft. Die Fracking-Firmen kämpfen zudem mit dem Verfall des Gaspreises aufgrund der kurzzeitigen Überproduktion. (1)

Doch ohne höhere Preise, sei „der Schiefergas-Boom ist nicht zukunftsfähig“, sagte Berman. Die Öl-Industrie und die US-Regierung seien für den Hype rund ums Fracking verantwortlich, denn die Schiefergas-Reserven „sind alles, was in der Welt noch übrig ist. Seien wir doch ehrlich: Das sind wirklich schwierige Speichergesteine und deshalb haben wir auch solange damit gewartet, sie zu fördern, bis all die attraktiveren Möglichkeiten ausgeschöpft wurden“, so Berman.

„Die Erschöpfungsraten von Fracking-Quellen, egal ob sie Öl oder Gas fördern, sind so groß, dass Unternehmen konstant mehr Geld leihen müssen, um weitere Bohrungen durchzuführen“, so ein Bericht des Rohstoff-Analysten Virendra Chauhan im Magazin Energy Aspects. Vgl. http://www.energyaspects.com/publications/view/the-other-tale-of-shale

Die schwindenden Gewinn-Margen bedrohen viele der Schiefergas-Firmen in ihrer wirtschaftlichen Existenz. Die gesamte Schuldenlast der 61 führenden Fracking-Firmen hat sich seit 2010 auf 164 Milliarden Dollar verdoppelt, wie Bloomberg berichtet. Die Fracking-Firmen müssen aufgrund der schnell versiegenden Quellen immer mehr Kapital in neue Bohrungen stecken, um das Förderungsniveau zu halten. Dadurch machen die Zinszahlungen einen stetig steigenden Anteil der Kosten aus und schmälern die Gewinne der Unternehmen erheblich. Bei einigen Firmen beläuft sich die Zinslast inzwischen auf 45 Prozent der Einnahmen.

„Als Folge dessen beliefen sich die Investitionsausgaben von 35 analysierten Firmen in den vergangenen fünf Jahren […] auf erstaunliche 50 Dollar pro Barrel Öl, während der Umsatz nur bei 51,5 Dollar pro Barrel lag“, schreibt der Rohstoff-Analyst Chauhan weiter. „Die Schiefergas-Revolution ist kein Allheilmittel, das unendliches Wachstum ermöglicht und es ist wichtig das zu erkennen, um einschneidende Enttäuschungen in der zukünftigen globalen Versorgung zu vermeiden.“

Doch genau diese Enttäuschungen sind kürzlich eingetreten, als die US-Behörden die ersten Schiefergas-Prognosen einkassiert haben. Die erwartete Förderung in Monterey im US-Bundesstaat Kalifornien wurde vom Energie Ministerium der USA von 13,7 Milliarden Barrel Öl auf nur 600 Millionen Barrel reduziert. Das entspricht einer Korrektur von 96 Prozent, wie die L.A. Times berichtet. Vgl. http://touch.latimes.com/#section/-1/article/p2p-80262994

Der Analyst Ivan Sandrea ist sich sicher, dass die korrigierte Förderprognose von Monterey keine Ausnahme ist. „Entsprechende Abschreibungen von einigen der größten Player im Schiefergas-Sektor erreichen mittlerweile 35 Milliarden Dollar, was darauf hindeutet, dass einige dieser Investitionen nicht die technischen oder geschäftlichen Erwartungen erfüllen“, zitiert das Online-Magazin The Tyee den Analysten. … Vgl. http://thetyee.ca/News/2014/06/27/Shale-Gas-Drilling-Treadmill — zit.a. DWN, 07.07.2014

Anmerkungen

(1)
http://oilprice.com/Interviews/Shale-the-Last-Oil-and-Gas-Train-Interview-with-Arthur-Berman.html

Shale, the Last Oil and Gas Train: Interview with Arthur Berman
By James Stafford | Wed, 05 March 2014 (2)

How much faith can we put in our ability to decipher all the numbers out there telling us the US is closing in on its cornering of the global oil market? There’s another side to the story of the relentless US shale boom, one that says that some of the numbers are misunderstood, while others are simply preposterous. The truth of the matter is that the industry has to make such a big deal out of shale because it’s all that’s left. There are some good things happening behind the fairy tale numbers, though—it’s just a matter of deciphering them from a sober perspective. (…)

(2)
Weitere, sehr erhellende Texte von Arthur Berman: http://oilprice.com/search/tab/articles/Arthur_Berman