Im Kriegsjournalismus – Telepolis

Das Magazin Rubikon ist mit Elan als Alternativmedium angetreten. Seither sieht sich die Leitung zunehmend von einer „Diktatur“ bedroht. Wer Kritik übt oder die Reihen verlässt, gilt als Nestbeschmutzer.

(…)
Rubikon habe – wie auch zahlreiche andere kritische emanzipatorische Medien – die für einen pluralen, demokratischen Diskurs wichtige Funktion, sich den Einschränkungen des öffentlichen Debattenraumes entgegenzustellen, heißt es nun in einer öffentlichen Erklärung.
Trotz dieser versöhnlichen Worte haben die Publizistin Daniela Dahn, der Psychologe Rainer MAUSFELD, der Politologe und Soziologe Hans  SEE und der ehemalige UNSonderberichterstatter für das Recht auf Ernährung, Jean ZIEGLER, mit dem Dokument ihren Austritt aus dem Rubikon-Beirat bekannt gegeben. (…)

Quelle: Im Kriegsjournalismus

Eine Auswahl der ersten Kommentare zu dem Artikel von Harald NEUBER hier: RUBIKON-TP-Artikel-Kommentare210608

Urheberrechtsreform: Uploadfilter werden Gesetz

Mit dem Urheberrechts-Diensteanbietergesetz werden erstmals Uploadfilter gesetzlich vorgeschrieben. Nach diesem Dammbruch ist zu befürchten, dass Uploadfilter künftig nicht nur zur automatisierten Durchsetzung des Urheberrechts zum Einsatz kommen, sondern zum universalen Regulierungswerkzeug werden.

Quelle: Urheberrechtsreform: Uploadfilter werden Gesetz

Gegen Russland und RT: Feindbild-Aufbau und EU-Propaganda

https://www.nachdenkseiten.de/?p=70608

Gegen Russland und RT: Feindbild-Aufbau und EU-Propaganda

10. März 2021 um 11:38 

Ein Artikel von: Tobias Riegel

Das Medium RT DE wird aktuell in Deutschland massiv angegriffen. Gleichzeitig behauptet die aktuelle EU-Propaganda, Deutschland sei das Hauptziel von russischer Desinformation. Diese Angriffe müssen abgewehrt werden: Zu einer friedlichen Koexistenz mit Russland gibt es für Deutschland keine Alternative. Von Tobias Riegel.

Neben vielen anderen großen Medien berichtet aktuell der „Spiegel“ über einen Bericht der „East StratCom Task Force“ des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD). Unter dem Titel „EU vs Disinfo“ heißt es in dem Bericht:

„Wie bereits erwähnt, ist Deutschland unter den europäischen Mitgliedstaaten das Hauptziel der russischen Desinformationsbemühungen. Die staatlichen Sender RT und Sputnik haben ehrgeizige Pläne in Deutschland, und der russische Staat erhöht die Budgetzuweisungen an die RT/Sputnik-Holding mit über 550 Millionen Euro für die kommenden vier Jahre.“ 

Das Medium RT DE wird aktuell in Deutschland massiv angegriffen. Gleichzeitig behauptet die aktuelle EU-Propaganda, Deutschland sei das Hauptziel von russischer Desinformation. Diese Angriffe müssen abgewehrt werden: Zu einer friedlichen Koexistenz mit Russland gibt es für Deutschland keine Alternative. Von Tobias Riegel.

Neben vielen anderen großen Medien berichtet aktuell der „Spiegel“ über einen Bericht der „East StratCom Task Force“ des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD). Unter dem Titel „EU vs Disinfo“ heißt es in dem Bericht:

„Wie bereits erwähnt, ist Deutschland unter den europäischen Mitgliedstaaten das Hauptziel der russischen Desinformationsbemühungen. Die staatlichen Sender RT und Sputnik haben ehrgeizige Pläne in Deutschland, und der russische Staat erhöht die Budgetzuweisungen an die RT/Sputnik-Holding mit über 550 Millionen Euro für die kommenden vier Jahre.“ 

Russland und die Meinungsmache der EU

In dem Zitat klingt auch die aktuelle Kampagne gegen den in Deutschland publizierenden russischen Sender RT DE an. Zu dieser Kampagne folgt weiter unten im Text mehr. Zunächst zum Bericht des EAD und dem Artikel, den der „Spiegel“ daraus gezimmert hat. Der EAD behaupte etwa, dass „die EU analysiert hat, dass russische Medien seit 2015 über 700 Mal Fake News über Deutschland verbreitet haben. Deutschland liege damit an der Spitze aller europäischen Länder“. Selbstauskünfte über die „East StratCom Task Force“ finden sich hier, Infos über „EU vs Desinfo“ hier. Thomas Röper hat den EAD-Bericht in diesem Artikel detailliert besprochen. Sein Fazit lautet, dass der Bericht „keine Auswertung, sondern ein anti-russischer Artikel der EU-Behörde“ sei:

„Aber da ihr Auftrag lautet, russische Fake News zu finden, werden sie sehr kreativ. Als Quellen für russische Fake News führen sie Internetportale an, die teilweise nicht einmal russisch sind. Aber auch bei den russischen Internetportalen wie Newsfront, die sie gerne mal nennen, handelt es sich nicht um staatliche Medien. Es sind Blogger. Das wäre so, als wenn die russische Regierung Artikel vom Rubikon oder den Nachdenkseiten als Fake-News-Kampagne der deutschen Regierung verkauft.“ 

Gemeinsam gegen RT: Medien, DJV, Commerzbank

Parallel zu dieser fragwürdigen EU-Initiative läuft in Deutschland eine Kampagne gegen den russisch finanzierten Sender RT DE: So kündigte die Commerzbank kürzlich an, die Zusammenarbeit mit dem Sender und der Medienagentur „Ruptly“ zu beenden. Der Deutsche Journalisten-Verband veröffentlichte einen infamen Artikel zu RT DE, den Albrecht Müller folgendermaßen kommentiert hat:

„An diesem Artikel des Pressereferenten des deutschen Journalistenverbandes DJV kann man gut sehen, wie heruntergekommen dieser Verband schon ist. Keine freie kritische Stimme, stattdessen eingebaut in die westliche Propaganda und den zu beobachtenden Feindbildaufbau.“ 

Zusätzlich hat die „Süddeutsche Zeitung“ kürzlich kritisiert, dass RT-Mitarbeiter in der Bundespressekonferenz zu kritisch nachfragen, was die NachDenkSeiten in diesem Artikelkommentiert haben:

„Der ganze Artikel der SZ offenbart ein Verständnis von „Pressefreiheit“, das einen fassungslos macht. Schließlich spekuliert die Zeitung noch darüber, worauf sie mutmaßlich hinaus will – den Ausschluss kritischer Stimmen, wahrscheinlich damit die eigene angepasste Rolle nicht ganz so erbärmlich erscheint“ 

Nur kurz darauf hatte der „Spiegel“ nachgelegt, was Albrecht Müller in dem Artikel „Feindbild-Aufbau des ‚Spiegel‘“ analysiert hat. Und nun legt die „Bild“-Zeitung nochmals nach, indem sie RT DE indirekt Spionage gegen das Umfeld des Aktivisten Nawalnyunterstellt. RT DE hat in diesem Artikel nun angekündigt, gegen die Behauptungen von „Bild“ juristisch vorzugehen. Dort wird auch über die Motive für die aktuelle Kampagne spekuliert: 

„Es ist kein Geheimnis, dass RT DE expandiert und in nächster Zeit einen TV-Sender in Betrieb nehmen wird. Diese Ankündigung rief offenbar Konkurrenten auf den Plan, die das verhindern wollen. Denn wenn es eines nicht geben darf, dann einen unabhängigen Sender russischer Herkunft in Deutschland.“ 

Gegenpol zur antirussischen Meinungsmache?

Als aktuelles Beispiel der deutschen medialen Meinungsmache gegen Russland sei hier auf einen Artikel von n-tv verwiesen: Russland sei „der Feind“, wird hier unumwunden behauptet. Zur Einschätzung der wichtigen Rolle, die RT DE in der deutschen Medienlandschaft als Gegengewicht zu solchen infamen Beiträgen spielt, haben die NachDenkSeiten kürzlich geschrieben:

„RT ist als Kontrast zur aktuellen brandgefährlichen Medien-Hetze gegen Russland ein wichtiger Gegenpol zum propagandistischen Einheitsbrei großer deutscher Medien bei dem Thema. Das heißt natürlich nicht, dass RT die einzige Quelle der Information sein muss oder sein sollte. Zudem wird die Finanzierung durch Russland und eine entsprechende Interessenlage nicht verschleiert. Medienkonsumenten können darum die von RT-Artikeln verfolgten Interessen besser einschätzen als die verfolgten Interessen etwa des Springer-Konzerns, der für sich eine unhaltbare ‚Unabhängigkeit‘ behauptet.“ 

Die hier beschriebene antirussische Propaganda muss abgewehrt werden: Zu einer friedlichen Koexistenz mit Russland gibt es für Deutschland keine Alternative. Wer dagegen arbeitet, arbeitet gegen unsere Interessen. Mit einem solchen Bekenntnis zu einer friedlichen Koexistenz mit Russland akzeptiert man selbstverständlich nicht automatisch die innen- oder außenpolitischen Defizite Russlands.

Für die Klärung der mutmaßlichen Motive für die hier beschriebenen Kampagnen gegen Russland und RT sei zum Abschluss nochmals auf das (Aufsehen erregende, m.z.) Video von George Friedman, Direktor des US-Thinktanks STRATFOR, hingewiesen. Ein zentrales Ziel der US-Außenpolitik der letzten Jahrzehnte war demnach, ein Zusammenkommen von Deutschland und Russland zu verhindern:

https://www.youtube.com/watch?v=gcj8xN2UDKc&t=4s

Video mit dt. Übersetzung, Ausschnitt

The Chicago Council on Foreign Relations, 15.06.2015, Dauer: 14:58 

STRATFOR: US-Hauptziel war es immer, Bündnis Deutschland + Russland zu verhindern

3. Februar 2015. Der Gründer und Direktor der weltweit führenden privaten US-Denkfabrik auf dem Gebiet Geopolitik STARTFOR (Abk. Strategic Forecasting) George Friedman über weltweite Geopolitik der USA und speziell in Europa. Zitat: 

„Das primäre Interesse der USA, wofür wir seit einem Jahrhundert die Kriege führen –Erster und Zweiter Weltkrieg und Kalter Krieg – waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann, und unser Interesse war es immer, sicherzustellen, dass das nicht eintritt.“

Original-Quelle:

George Friedman, „Europe: Destined for Conflict?“

The Chicago Council on Global Affairs -Video, 04.02.2015, 1:12:30

Chicago Council on Global Affairs

The Chicago Council on Global Affairs and Stratfor founder and CEO George Friedman present a discussion on the emerging crisis in Europe. Europe has inherent flashpoints smoldering beneath the surface which are destined to erupt again, including half a dozen locations, borderlands, and cultural dynamics that have the potential to upend Europe as we know it, says Friedman. He identifies the flashpoints and discusses how can we prepare.

Syrien: Kriegspropaganda im 21. Jahrhundert – Große Menge an geleakten Dokumenten belegen Medien-PR-Arbeit für bewaffnete islamistische Opposition (…

https://heise.de/-4916633

Syrien: Kriegspropaganda im 21. Jahrhundert – Große Menge an geleakten Dokumenten belegen Medien-PR-Arbeit für bewaffnete islamistische Opposition (…

«Vor unseren Augen kreiert sich ein mörderisches System»

www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange

«Vor unseren Augen kreiert sich ein mörderisches System»

Eine konstruierte Vergewaltigung und manipulierte Beweise in Schweden, Druck von Grossbritannien, das Verfahren nicht einzustellen, befangene Richter, Inhaftierung, psychologische Folter – und bald die Auslieferung an die USA mit Aussicht auf 175 Jahre Haft, weil er Kriegsverbrechen aufdeckte: Erstmals spricht der Uno-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, über die brisanten Erkenntnisse seiner Untersuchung im Fall von Wikileaks-Gründer Julian Assange.

Ein Interview von Daniel Ryser und Yves Bachmann (Bilder), 31.01.2020

KenFM im Gespräch mit: Ulrich Teusch (“Der Krieg vor dem Krieg”)

Im Zweifel für den Krieg. Die deutsche Mainstream-Presse sowie die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind auf Krawall gebürstet. Das wissen wir nicht erst seit dem 11. September 2001 oder seit der Ukraine-Berichterstattung. Schon lange ist jedem aufmerksamen Leser und Hörer klar, dass hier etwas ganz und gar nicht klar ist: der gemeinsame Nenner „Frieden“ fehlt völlig. Der Abstand zwischen dem, was die Menschen vom Journalismus erwarten und was sie am Ende in den Mainstream-Medien serviert bekommen, wächst. Unmut macht sich breit. Objektive Berichterstattung? Fehlanzeige. Fehler und Feindbilder? Allgegenwärtig. Kein klar denkender Mensch will Krieg. Doch die Mainstream-Medien, vom herrschenden System abhängig und ihm dienend, können gar nicht anders, als dieses von Krieg lebende System zu erhalten. Eine Diskrepanz, die im besten Falle enttäuscht. Im schlimmsten Fall aber nimmt Otto Normal die vorgefertigte Meinung als bare Münze hin und lässt sich „an die Front schreiben“ oder „die da oben“ in ihrer Machtbesessenheit gewähren. Weil man ja eh nichts machen kann? Doch, kann man! Hat man die Tricks, die Ziele und die Muster nämlich einmal durchschaut, bleibt nur noch ein letzter – zugegeben – schwerer Schritt: selber denken. Dann fällt es aber leicht, politische Nachrichten, zum Besten gegeben von Tagesschau, Talkshows und der guten alten Tageszeitung, als Halbwahrheiten, Täuschungen und Propaganda zu enttarnen. Und dann ist da noch das „Problem“ mit der Wahrheit. Am Beispiel von Julian Assange sehen wir dieser Tage allzu deutlich, was es für Konsequenzen haben kann, spricht man das aus, was nicht gesagt werden darf. Assanges Verhaftung ist nichts anderes als ein Exempel, eine Warnung an die freie Presse. Macht man nämlich den echten Krieg, den uns das System als harmlose Spielerei (Bundeswehr-Werbung) oder als „notwendiges Übel“ (Die Grünen) verkauft, in all seiner Grausamkeit sichtbar, so landet man schnell im Hochsicherheitstrakt. Im Gespräch mit Ulrich Teusch erleben wir einen teils zornigen, teils hoffnungsvollen Politologen und Medien-Experten, der nicht aufgegeben hat zu analysieren. Teusch ist jemand, der (noch) für die öffentlich-rechtlichen Medien arbeitet, in seinen Büchern aber schon lange Tacheles spricht und Kritik an seiner Branche übt. Nach über 100 Minuten wird klar, welche Abneigung in ihm gegen die bewusste Verbreitung von vorgefertigten Meinungen brodelt und wie man sich einer solchen Beeinflussung entziehen kann. Zum Beispiel: mit einem Buch, mit gesundem Menschenverstand und bald auch mit einem weiteren, unabhängigen Online-Magazin:

https://www.startnext.com/multipolar

Inhaltsübersicht:

0:06:04 Systemmedien

0:15:52 „Nicht-Ereignisse“ und die Folgen einer „Nicht-Korrektur“

0:32:26 Die Wirkung alternativer Medien

0:46:06 Die wirkungslosen Warnungen kritischer Journalisten

1:08:08 Messen mit zweierlei Maß – Geschichte im Vergleich

1:16:31 Solidarität mit mutigen Journalisten – Julian Assange

1:28:33 Konflikte innerhalb der Eliten

1:34:16 Wer macht die beste Propaganda?

1:39:37 Das Portal „Multipolar“

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Wir brechen das Schweigen! #FreeAssange

Mit freundlichem Gruß
Elke Schenk
globalcrisis/globalchange NEWS

https://www.youtube.com/watch?v=Wmx9Y7QdPzk&feature=youtu.be

Kilez More
Published on Aug 12, 2019
Die deutsche Friedensbewegung fordert Solidarität mit Julian Assange! ✊ The
german Peacemovement demands solidarity with Julian Assange! #NoUSExtradition
#FreeAssange #DefendWikileaks #Unity4J

WAS KANN ICH TUN?

Brich das Schweigen!
✊ Unterstütze Julian Assange, indem du deinen Mund aufmachst, wenn Medien
Unwahrheiten oder Diffamierungen veröffentlichen.
✊ Schreib deinen Abgeordneten & verlange, dass er/sie sich für Assange
einsetzt.
✊ Schreib an Menschenrechtsorganisatoren & NGOs.
✊ Unterzeichne Petitionen & Appelle und verleih ihnen auch deine Stimme.
✊ Schweige nicht zu Unrecht und engagiere dich für die Presse- &
Meinungsfreiheit – an deinem Arbeitsplatz, am Stammtisch, bei Freunden, im
Internet und überall, wo deine laute Stimme gebraucht wird.

✅ Follow & Support Wikileaks! ✅
Website: https://wikileaks.org/
Donate: https://shop.wikileaks.org/donate
Shop: https://wikileaks.shop/

https://defend.wikileaks.org/
https://twitter.com/couragefound
https://justice4assange.com/
https://unity4j.com/

📝 Unterzeichne die Petitionen 📝
Gegen die Auslieferung an die USA!
https://www.change.org/p/verhindert-d…
Die Australische Regierung muss Julian Assange schützen!
https://www.change.org/p/free-julian-…
„UK must release Julian Assange“ (Codepink)
https://www.codepink.org/assange

✊ Join the fight for truth on Twitter ✊
https://twitter.com/wikileaks
https://twitter.com/wltaskforce
https://twitter.com/communitywl
https://twitter.com/WLArtForce
https://twitter.com/Unity4J

Dieses Video ist eine Kooperation von:
Kilez More http://kilezmore.de/
Frieden Total https://www.facebook.com/friedentotal/

Idee & Konzept: Kilez More & Frieden Total
Schnitt & Design: Kilez More & Sabrina Lüllepop
Sound: Äon

+ Bald wird bei „Frieden Total“ eine extended XXL Version erscheinen!

💜 Danke an alle, die mitgemacht haben (alphabetisch)
Äon – Stephan Bartunek – Georg Bermuda Bremges – Reiner Braun – Mathias
Bröckers – Bilbo Calvez – Courtier – Ruediger Dahlke – Guy Dawson – Dieter
Dehm – Andrea Drescher – Dirk C. Fleck – Norbert Fleischer – Robert Fleischer
– Ben Frieden – Dr. Daniele Ganser – Jasi van Groeneveld – Björn Gschwendtner
– Frank Höfer – Doro Hudaszek – Sabiene Jahn – Ken Jebsen – Patrick Kammerer –
Florian Kirner – Malte Klingauf – Bruno Kramm – Jens Lehrich – Pascal Luig –
Berliner Mahnwache – Morgaine – Kilez More – Chris Much – Franky Müller –
Viktor Nordir – Norbert Peter – Dirk Pohlmann – Lukas Puchalski – Simon
Gabriel Rüedi – Owe Schattauer – Bodo Schickentanz – Mathias Tretschog –
Christian Volgmann – Silke Volgmann – Marcel Wojnarowicz

Der Wikipedia-Prozess – Swiss Propaganda Research

Der Wikipedia-Prozess
21. Februar 2019

Urteil in einem der bedeutendsten modernen Medienprozesse.

Rechercheure der Wiener Gruppe42 berichteten 2018 über einen der einflussreichsten manipulativ agierenden Wikipedia-Autoren und nannten dabei erstmals seinen echten Namen, wogegen der Autor eine einstweilige Verfügung mit Strafandrohung von bis zu €250.000 erwirkte.

Das Landgericht Hamburg entschied nun in einem wegweisenden Urteil, dass die Namensnennung aufgrund des überwiegenden öffentlichen Interesses rechtmäßig war.

Beim fraglichen Wikipedia-Autor mit dem Decknamen »Feliks« handelt es sich um einen ehemaligen Funktionär des transatlantischen Flügels der deutschen Linkspartei sowie um ein Auslandsmitglied der israelischen Armee, das über Spezialabzeichen der US-Armee und weiterer Streitkräfte verfügt.
— Weiterlesen swprs.org/der-wikipedia-prozess/

Mathias BRÖCKERS zum“Spiegel-Skandal“: Wenn das Narrativ stimmt, sind Fakten zweitrangig, TP 23.12.2018

Liebe Leute,

 

zum Jahresausklang erinnert Mathias Bröckers, gestützt auf seine persönlichen Erfahrungen, an die Entwicklung eines „Fake-Reportage-Stils“ beim „ehemaligen Nachrichtenmagazin“ Der Spiegel.

 

Entspannte Festtage und ein guter Start ins Neue Jahr,

Martin Zeis

 

23.12.2018 — https://www.heise.de/tp/features/Wenn-das-Narrativ-stimmt-sind-Fakten-zweitrangig-4258586.html?view=print

Wenn das Narrativ stimmt, sind Fakten zweitrangig

Von Mathias Bröckers

Schon vor 16 Jahren gab es im „Spiegel“ große Fake-Reportagen über das „Was 9//11 wirklich geschah“

Der Skandal um die Fake-Reportagen im „Spiegel“ kommt [1] dem unterirdischen „Bild“-Lyriker Wagner vor, „als würde es von unten nach oben regnen. Nein schlimmer. Es ist, als hätten Paparazzi den Papst im Bordell erwischt.“ Und er fügt hinzu: „Ich kannte Rudolf Augstein. Er hätte den Laden dicht gemacht.“

Ich kannte ihn zwar nicht, aber einige seiner leitenden Redakteure – und die wären, soviel ist sicher, als Verantwortliche oder Beteiligte einer solche Fälschungsserie sofort und reihenweise gefeuert worden. Und es wäre ein Verdikt von Rudolf ergangen, dass diese magazinigen, gefühligen Reportagen mit Human-Touch-Getue und Real-Life-Suggestionen, all diese „große Reportage“-Prosa mit ihren szenischen Textbausteinen aus dem Creative-Writing-Workshop, in einem „Nachrichtenmagazin“ absolut nichts zu suchen haben. Sie haben ihre Berechtigung auf den Vergnügungsdampfern der Unterhaltungsindustrie, aber nicht in einem dem Journalismus verpflichteten Presseorgan mit dem Motto: „Sagen, was ist.“

Dass Spiegel-Artikel zu Augsteins Zeiten nur in Ausnahmefällen namentlich gekennzeichnet waren, hatte ja durchaus sein Gutes: Verhinderte Schriftsteller und Prosaisten konnten sich nicht spreizen, die berichteten Tatsachen, die Nachricht, stand im Vordergrund. Und die Qualität der Beiträge wurde nicht in Journalistenpreisen gemessen, sondern an dem, was sie politisch, juristisch oder sonst wie ins Rollen brachten.

Diese Zeiten sind lange vorbei und am wenigsten kann man das dem jetzt geächteten Jungstar am Reporterhimmel Claas Relotius vorwerfen, denn der phantasiebegabte Autor hat einfach nur geliefert, was seine Oberen verlangten und in ihren Spin passte. Keine Nachrichten, sondern Stimmungsbilder – und wenn die Stimmung stimmt, kommt es auf Fakten nicht mehr wirklich an. Wenn dann das, „was ist“, zum Beispiel die stinknormalen Trump-Wähler einer Kleinstadt in Minnesota [2], den gewünschten Spin nicht hergibt, dann erfindet der kreative Schreiber eben ein finsteres Nest waffentragender Dumpfbacken. Und wenn das Narrativ stimmt, sind die Fakten zweitrangig [3] und der Schwurbel kommt prominent ins Blatt.

Als ich 2004 einmal in einer Fernsehsendung mit zwei „Spiegel“-Redakteuren über 9/11 diskutiert hatte und wir danach bei einem Kaffee noch plauderten, meinten sie, dass sie einiges in meinen Büchern ja auch richtig gut fänden – zuvor in der Sendung hatten sie mir „Verschwörungstheorien“ und „schlechte Recherche“ vorgeworfen – nur dass ich ihre Zeitschrift immer als „ehemaliges Nachrichtenmagazin“ bezeichne, das würde ihnen überhaupt nicht gefallen. Diese Bezeichnung war mir einmal bei einem Vortrag rausgerutscht, als ich eine Spiegel-Story mit dem Titel „9/11 – Was wirklich geschah“ kommentierte, und wie das so ist – wenn das Publikum lacht, nehmen wir den Gag ins Repertoire – zog diese Präzisierung der hochkarätigen Marke „Nachrichtenmagazin“ dann als geflügeltes Wort seine Kreise. Zu erfahren, dass sich die „Spiegel“-Leute darüber ärgerten, war natürlich erfreulich.

„Wir waren dabei und kennen die Wahrheit“-Gestus

Es war diese „9/11 – Was wirklich geschah“-Story – eine im Reportagestil von einem Dutzend Autoren montierte Geschichte der „wirklichen“ Ereignisse – und ein Buch, das sie daraus gemacht hatten -, die ich im Oktober 2002 mit dem „Spiegel“-Redakteur Ulrich Fichtner im WDR-Radio diskutiert hatte. Nachdem Fichtner mein aus der WTC-Conspiracy-Serie auf Telepolis [4] hervorgegangenes Buch („Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.“, Verlag Zweitausendeins) im „Spiegel“ als „Septemberlüge“ von links mit der „Auschwitzlüge“ von rechts verglichen hatte, lud uns Walter van Rossum zur Diskussion ins WDR-Funkhaus ein.

Als ich jetzt die selbstkritische Darstellung der Fälschungsserie [5] im „Spiegel“ las – verfasst von dem mittlerweile zum Vize-Chefredakteur aufgestiegenen Ulrich Fichtner erinnerte ich mich an diese Debatte. Und fand die Lektüre des Transskripts [6] der Sendung überaus aufschlussreich.

Nicht nur medienhistorisch – der penetrante Generalverdacht von „Quellen aus dem Internet“ -, sondern auch aktuell, denn es ist genau dieser Fake-Reportage-Stil, der Fichtner hier in Sachen 9/11 vorgehalten wird: die Real-Life-Suggestion, das so Tun als würde man „Terroristen“ bei der Vorbereitung des Anschlags über die Schulter schauen, die ganze szenische Dramaturgie mit atmosphärischen Einsprengseln und der „Wir waren dabei und kennen die Wahrheit“-Gestus, der sich dann auch nicht scheut, diese Prosa-Melange unter dem Titel „9/11- Was wirklich geschah“ als Dokument, als Nachricht, als Journalismus zu verkaufen.

Was dem kreativen Autor Roletius jetzt vorgeworfen wird, ist letztlich genau das, was seine Vorgesetzten und Ziehväter Ulrich Fichtner et. al. nach dem 11.9. September getrieben haben – mit dem einzigen Unterschied, dass sie sich Osama und die 19 Hijacker als Alleintäter nicht selbst ausgedacht, sondern vom Weißen Haus unhinterfragt übernommen und eine geile Story daraus gestrickt haben. Dass die wahren Fakten völlig unklar waren und entscheidende Fragen offen, war zweitrangig – das Narrativ stimmte und der Schwurbel kam auf die Titelseite.

Das Problem ist jetzt also gar nicht, dass ein aufgeweckter Newcomer dieses Prinzip durchschaut und sich trickreich zu Nutze gemacht hat, sondern dass man beim „Spiegel“ anscheinend noch gar nicht gecheckt hat, wo das Problem eigentlich liegt. Nämlich in der Verabschiedung von der Übermittlung und Einordnung von Fakten, vom „Sagen, was ist“ eines Nachrichtenmagazins – bei gleichzeitiger Hinwendung zu pseudojournalistischem Agendasetting und „Ausmalen, wie sich’s anfühlt“.

So sehr man sich beim „Spiegel“ nun auch grämt – „Dieses Haus ist erschüttert. Uns ist das Schlimmste passiert, was einer Redaktion passieren kann. (…) Das beschämt uns. (…) Die meisten Kollegen reagieren erschüttert. Bei einigen fließen Tränen….“ tropft es aus der jüngsten Ausgabe – helfen kann nur noch ein radikales Revirement im Sinne von Rudolf.

URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4258586

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bild.de/politik/kolumnen/kolumne/post-von-wagner-lieber-spiegel-59131304.bild.html
[2] https://medium.com/@micheleanderson/der-spiegel-journalist-messed-with-the-wrong-small-town-d92f3e0e01a7
[3] https://www.heise.de/tp/news/Die-Aufregung-um-Claas-Relotius-ist-Heuchelei-4258079.html
[4] https://www.heise.de/tp/thema/the-wtc-conspiracy/seite-3
[5] http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/fall-claas-relotius-spiegel-legt-betrug-im-eigenen-haus-offen-a-1244579.html
[6] https://www.broeckers.com/911-2/funkhausgesprache/