Joachim GUILLIARD: Kurden im Zwielicht: Die türkische Aggression gegen Afrin und die Problematik der Solidarität mit den syrischen Kurden; 27.01.2018

Liebe Leute,

am 27. Januar 2018 hat Joachim Guilliard auf seinem Blog einen lesenswerten Text „Kurden im Zwielicht – Die türkische Aggression gegen Afrin und die Problematik der Solidarität mit den syrischen Kurden“ veröffentlicht, der nachfolgend von Rubikon, KenFM, Nachrichten-Fabrik.de, propagandaticker.wordpress.com, cooptv.wordpress.com, friedliche-loesungen.org übernommen wurde. (vollständiger Originaltext als pdf im Anhang.)

Grüße,

Martin Zeis,

A u s z u g

27.01.2018 — http://jghd.twoday.net/stories/kurden-im-zwielicht-tuerkische-aggression-afrin-problematik-der-solida/

Kurden im Zwielicht: Die türkische Aggression gegen Afrin und die Problematik der Solidarität mit den syrischen Kurden

Von Joachim GUILLIARD

Der Einmarsch türkischer Truppen und dschihadistischen Milizen im Norden Syriens ist zweifelsohne ein verbrecherischer Angriff, der scharf zu verurteilen ist. Proteste gegen die üble, zum guten Teil mit deutschen Waffen durchgeführte Aggression sind daher selbstverständlich angebracht.

Doch warum nur hier? Offensichtlich misst ein Großteil der Linken und der Friedensbewegung bei ihrer Solidarität mit angegriffenen Bevölkerungsgruppen mit zweierlei Maß. Sind kurdisch kontrollierte Gebiete von Angriffen betroffen, gibt es stets einen Aufschrei, werden jedoch nicht-kurdische Dörfer und Städte in Syrien von Kämpfern des selben Schlags attackiert, die nun an der Seite der türkischen Truppen einrücken, dann schert sich kaum jemand darum. Verdienen Assyrer, Drusen, Araber etc. keine Solidarität, wenn ihre Dörfer von islamistischen Milizen verwüstet werden? Wo bleibt der breite Protest gegen das westl. Embargo, das von Deutschland mitgetragen wird und für die gesamte Bevölkerung verheerend ist?

Problematisch ist auch die Idealisierung der syrisch-kurdischen Organisationen. So wird oft behauptet, dass ihre Milizen die effektivsten und aufopferungsvollsten im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ seien. Auch wenn man ihre Verdienste dabei anerkennt, sollte man nicht übersehen, dass es die syrische Armee ist, die von Anfang an die Hauptlast des Krieges gegen all die dschihadistischen Milizen, von Ahrar al Sham über die Al Nusra Front bis zum IS trug. Und der Kampf gegen den IS im Osten wäre effektiver gewesen, hätte die YPG nicht gemeinsam mit der US-Luftwaffe die syrische Armee daran gehindert, in Raqqa und Umgebung gegen den IS vorzugehen, statt die eigenen Kräfte mit ihr zu vereinen.

Die türkische Aggression hätte vermutlich verhindert werden können, wenn die PKK-nahen syrisch-kurdischen Organisationen auf die Vermittlungsvorschläge von russischer Seite eingegangen wären, die sich intensiv um eine politische Lösung bemüht hatte. Diese beinhalteten die Übernahme der Sicherung der Grenze von Afrin zur Türkei durch syrische und russische Truppen. Die türkische Regierung hätte sich wohl damit zufrieden gegeben. (siehe dazu u.a. die Ausführungen von Karin Leukefeld und Rainer Rupp zur türkischen Offensive in Syrien) …

GUILLIARD-Kurden-im-Zwielicht180127.pdf

German Foreign Policy: Waffen für den IS

19.12.2017 GFP
(Eigener Bericht) – Der IS hat bei der Verteidigung von Ramadi, Fallujah und Mossul gegen die Anti-IS-Koalition Schusswaffen und Munition aus Beständen von EU-Staaten in teils signifikanter Menge zur Verfügung gehabt. Dies belegen Recherchen der in Großbritannien ansässigen Organisation „Conflict Armament Research“ (CAR). Demnach haben zwei Staaten, die zu den wichtigsten Rüstungskunden auch Deutschlands gehören – die USA und Saudi-Arabien -, Kriegsgerät in Rumänien und Bulgarien erworben und es sodann aufständischen Milizen in Syrien zur Verfügung gestellt, die es offenbar zum Teil an den IS weitergeleitet haben. Das betrifft etwa Panzerabwehrraketen. Dabei erfolgte der Reexport nach Syrien ohne Kenntnis oder gar Zustimmung der ursprünglichen Lieferanten. Jihadisten zugearbeitet hat eine weitere Organisation, die vom Auswärtigen Amt kofinanziert worden ist: die Free Syrian Police. Sie hat Polizisten beschäftigt, die vom syrischen Al Qaida-Ableger ausgewählt wurden, und in zumindest einem Fall die Steinigung zweier Frauen ermöglicht.

Quelle: Detail
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7484/

ex-MdB Christian Ströbele: „Ordnende Hand“ schützte Amri, ntv 05.12.2017

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis, 5.12.2017

Hallo zusammen,

Christian Ströbele hat sich gestern mutig vorgewagt und im Fall Amri auf Indizien gestützt öffentlich die These vertreten, dass die „ordnende Hand“ US/CIA (z.T. indirekt, und/oder wissentlich, m.z.) mit dem NRW-LKA, dem BKA und dem Bundesamt für Verfassungsschutz kooperierte,

a.) so dass Amri ungestört den Terroranschlag in Berlin vorbereiten, ausführen konnte (die weiteren Hintermänner am Tatort blieben im Dunkeln, der Täter konnte – wie in solchen Fällen die Regel – nicht mehr vernommen werden, da später von „Sicherheits“kräften in Italien erschossen.

b.) Die Bundesbehörden waren vollständig über die operativen Verbindungen Amris mit dem IS im Bilde und ließen ihn gewähren.

c.) Ein V-Mann des LKA NRW „soll Plan für LKW-Anschlag AMRIs in Bln sein.“

d.) obwohl Amri an seinen Wohnsitz in NRW gebunden war, chauffierte ihn der V-Mann des LKA tagelang durch die Republik. „Der V-Mann hat ihn durch die Gegend gefahren. Der war ein richtiger Chauffeur für ihn auf Staatskosten … Das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz waren informiert und haben sich trotzdem nicht eingeschaltet“. – aber Amri wurde weder festgenommen noch Vollzeit beobachtet.

Die „ordnende Hand“ sowie die Bundesbehörden blockierten nach dem Terror-Anschlag die Aufklärung des Verbrechens und enthielten der Parlamentarischen Kontrollkommission eine Vielzahl wichtiger Dokumente vor.

Anm.: Vieles von dem oben Geschriebenen ist u.a. in der fortlaufenden, kritischen Berichterstattung auf telepolis bereits zu lesen gewesen – die Ströbele-These von der „ordnenden Hand“ (im NSU-Fall die „schützende Hand“ ) wird meines Wissens nach im Fall Amri erstmals in Mainstream-Medien (ZDF, ntv …) vertreten.

Pepe ESCOBAR DAESH HAS BEEN DEFEATED ON THE GROUND – IN BOTH SYRIA AND IRAQ

Pepe Escobar

 

WESTERN CORPORATE MEDIA VIRTUALLY IGNORES IT

Two days ago, the Syrian Arab Army (SAA), supported by Russian air power, finally took control of Albu Kamal – the last Daesh base in the Syria/Iraq border.

One week ago, the Iraqi Army and the PMUs reconquered al-Qaim, on their side of the border. Abu Mahdi al-Mohandes, the legendary PMU commander, previously had told a small group of us in Baghdad that would happen “in a matter of days”.

It ended up being four – to be exact.

The Syrian forces will now be redeployed northwest, towards Idlib, the last “moderate rebel” stronghold of that thing called Syrian Conquest Front, a.k.a. Nusra Front, a.k.a. al-Qaeda in Syria.

The key point is that Syrian and Iraqi forces have met at the border – with defeated Daesh jihadis scurrying around or turned into roadkill.

This is History in the making.

And right on cue, VIRTUALLY NOTHING about this REAL ON THE GROUND VICTORY OF A REAL WAR ON TERROR is being covered by Western corporate media.

No wonder. Because this was the work of Damascus, Russia, Hezbollah, Iran advisers, Baghdad and the PMUs – actually the “4+1” – and not the US-led “coalition” that includes Wahhabi mongrels House of Saud and UAE – that totally smashes to bits the monochord Washington narrative.

So History in the making must be silenced.

Of course Project Daesh of balkanizing “Syraq” is not dead.

Yet.

The jihadi diaspora – across the desert, towards other fronts (Afghanistan, Philippines, the Caucasus) – is in effect.

The usual suspects – and their proxies/lackeys – simply won’t give up.

Karin LEUKEFELD Deir ez-Zor: Die Stadt im Euphrat Tal kehrt ins Leben zurück – EXKLUSIV – Sputnik Deutschland

23.10.2017Am 5. September 2017 hat die syrische Armee mit ihren Verbündeten (Russland, Iran, Hisbollah) die Belagerung von Deir Ezzor durch den selbst ernannten „Islamischen Staat im Irak und in der Levante“ (ISIS) durchbrochen. Langsam kehrt das Leben in die Stadt am Euphrat zurück. (…)

Karin Leukefeld, Deir Ezzor

 

Quelle: Deir ez-Zor: Die Stadt im Euphrat Tal kehrt ins Leben zurück – EXKLUSIV – Sputnik Deutschland

Peter FREY Der Tiefe Staat, die Rattenlinie und ein Inside Job

 postet auf seinem FB Blog:

„Rubikon mal wieder mit einem starken Hintergrund-Artikel in dem Peter Frey die ganze Entwicklung nachzeichnet und verschiedene Einzelheiten in Zusammenhang bringt.

Lesenswert.“

„Der Tiefe Staat, die Rattenlinie und ein Inside Job

Medien und Politik lügen beim Thema Syrien wie gedruckt. Oder übersehen das Wirken des Tiefen Staates im Hintergrund.

von Peter Frey 4.07.2017

Im Jahre 2012 zog der damalige US-amerikanische Präsident Barack Obama eine „Rote Linie“, deren Überschreiten er mit einer erforderlichen US-amerikanischen Intervention in Syrien gleichsetzte. Der investigative Journalist Seymour Hersh nahm das zum Anlass, einer weiteren Linie, die real war, einen bewusst ähnlichen Namen zu verleihen. Jenen der „Rat Line“, der Rattenlinie. Doch was hat das mit der 2012 erfolgten Ermordung des US-Botschafters in Libyen und mit einer Verschwörung gigantischen Ausmaßes gegen Syrien zu tun? …“

Der vollständige Artikel als Anhang

Peter FREY Der Tiefe Staat, die Rattenlinie 20170704

und über diesen Link:
https://www.rubikon.news/artikel/die-rattenlinie-und-ein-inside-job

 

Rubikon – Magazin für die kritische Masse | Entscheidung in Syrien

von Günter Meyer

Foto: Karin Leukefeld

03.07.2017

Entscheidung in Syrien

Ist Syrien auf dem Weg zum Frieden oder zur militärischen Eskalation durch die USA?

 

Bereits 1920, als die Staatsgrenzen Syriens und seiner Nachbarstaaten gezogen wurden, war die Region ein Spielball der Großmächte. Fast hundert Jahre später

Quelle: Rubikon – Magazin für die kritische Masse | Entscheidung in Syrien