Paul Schreier Die Querfront-Hysterie

Paul Schreyer

21. Dezember 2017   —   Rechtsextreme vereint mit Verschwörungstheoretikern bedrohen die Demokratie, Ken Jebsen ist ihr Wortführer und immer mehr Linke schließen sich ihnen an – so heißt es aktuell in vielen Medien. Eine Gegenrede

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Prof. Rainer Mausfeld: Die Angst der Machteliten vor dem Volk – Demokratie-Management durch Soft Power-Techniken, Vortrags-Video + Transkript (ergänzt) 19.02.2017, 02.11.2016

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis, 22.02.2017

auf Hinweis von Jens WERNICKE, 20.02.2017 09:35

Prof. Rainer Mausfeld*

Die Angst der Machteliten vor dem Volk – Demokratie-Management durch Soft Power-Techniken

Vortrag auf einer Veranstaltung der IPPNW-Hamburg (Organisation Jette Limberg-Diers), Steiner-Haus Hamburg, 2. November 2016

Vortrags-Video 1:38:37, Link: https://www.youtube.com/watch?v=Rk6I9gXwack

Inhaltsübersicht des Vortrags mit Zeitliste

00:01:20 Die Metapher von den Schafen und dem Hirten: Die Beziehung zur Demokratie von unten und von oben betrachtet

00:14:25 Eliten und ihre Herrschaftstechniken: Psychische und physische Machtausübung – Basisideologie von Soft-power als Rechtfertigungsideologie

00:29:33 Volk und Elite: Warum das Volk zum eigenen Wohle belogen werden soll

00:36:54 Affektive und kognitive Mentalvergiftung, um Kritik am Zentrum der Macht zu verunmöglichen – Falschwörter und Denuziationsbegriffe

00:45:50 Die amerikanische Ideologie des Exzeptionalismus

00:55:12 Meinungsmanipulation: Aktualindoktrination – Propaganda in den Medien. Tiefenindoktrination – Schulsysteme im Sinne der Herrschaftsideologie

01:00:44 Tiefenindoktrination: Benevolenz – die Idee vom selbstlosen Imperium zur Durchsetzung des hegemonialen Anspruchs

01:18:13 Tiefenindoktrination: Repräsentative Demokratie zur Abwehr von Demokratie und Unsichtbarmachung alternativer Demokratiekonzeptionen

01:28:01 Aufklärung vs Gegenaufklärung: Humanitärer Universalismus und die Gemeinsamkeiten zwischen Neoliberalismus und Faschismus

Prof. Mausfeld hat auf der Basis des von Jette Limberg-Diers erstellten Audio-Transkripts eine schriftliche Fassung Vortrags mit einigen zusätzlichen Ergänzungen und ausführlichen Quellenhinweisen erstellt.

Das Dokument (pdf, 39 S.) ist über folgenden Link verfügbar:

http://www.uni-kiel.de/psychologie/mausfeld/pubs/Mausfeld_Die_Angst_der_Machteliten_vor_dem_Volk.pdf

* Rainer Mausfeld (* 22. Dezember 1949 in Iserlohn)[1] ist ein deutscher Psychologe und Hochschullehrer. Mausfeld studierte von 1969 bis 1979 Psychologie, Mathematik und Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und Mathematische Psychologie an der Universität Nijmegen. Anschließend war er bis 1981 Referent am Institut für Test- und Begabungsforschung der Studienstiftung des deutschen Volkes in Bonn. Im Jahr 1984 promovierte er an der Universität Bonn. Drei Jahre später wurde er Visiting Research Professor an der University of California, Irvine. Im Jahr 1990 habilitierte Mausfeld an der Universität Bonn.
1992 wurde er Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Mannheim und ein Jahr später Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Kiel.
2004 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt.
(Quelle: https://de.wikipedia.org )

Die Bewusstseins-Industrie – Interview Jens Wernicke mit Jörg Becker

02.01.2017

Edward L. Bernays formulierte vor fast einem Jahrhundert: „Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften …

Hierzu sprach Jens Wernicke mit dem Politikwissenschaftler und Propagandaforscher Jörg Becker.

Weiterlesen: http://www.nachdenkseiten.de/?p=36428

Quelle: Die Bewusstseins-Industrie

Sprachkritik: Stephan HEBEL, Dieter BAUMANN: Gute-Macht-Geschichten – Politische Propaganda und wie wir sie durc hschauen können

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis, 01.04.2016

„Was ist schließlich ein Papst, ein Präsident oder ein Generalsekretar anderes als jemand, der sich für einen Papst oder einen Generalsekretar oder genauer: für die Kirche, den Staat, die Partei oder die Nation hält?“, fragte einst der große Soziologe Pierre Bourdieu. Und er fuhr fort: „Das einzige, was ihn von der Figur in der Komödie oder vom Größenwahnsinnigen unterscheidet, ist, das man ihn im allgemeinen ernst nimmt und ihm damit das Recht auf diese Art von ‚legitimem Schwindel‘ (…) zuerkennt.“

Der Politologe Martin Greiffenhagen druckt es noch prägnanter aus: „Wer die Dinge benennt, beherrscht sie. Definitionen schaffen ‚Realitäten‘.“ (…) Die Sprache der Politik beschreibt nicht nur unsere Wirklichkeit aus einer bestimmten Perspektive, sondern verändert und formt sie zugleich. Das Klima einer Gesellschaft, das Denken und Handeln ihrer Bürgerinnen und Bürger, die politische Kultur eines Landes – all das bleibt niemals unberührt von den Begriffen, in denen es wahrgenommen wird.

Ob die Mehrheit der Deutschen die Lage in Griechenland mit dem Wort „Reformbedarf“ verbindet oder mit dem Wort „Armut“ (oder dem Zurichten für den billigen Ausverkauf an und die Verwertung durch EU-/US-Investoren/Konzerne/Banken / m.z.), das verändert die politische Realität auch hier: „Begriffe, in denen wir denken, prägen das Bild von der politisch-sozialen Wirklichkeit und beeinflussen Verhalten. Bei dieser ‚konzeptuellen‘ Funktion der Sprache handelt es sich um strukturelle Macht.“

Diese Zeilen stammen aus einem kürzlich erschienenen, sprachkritischen Buch von Stephan HEBEL (ständiges Mitglied in der Jury für das „Unwort des Jahres) und Daniel BAUMANN (Ressortleiter Wirtschaft der Frankfurter Rundschau). Auch ihnen ist „immer deutlicher aufgefallen, wie sehr die Wortprägungen und -erfindungen mächtiger Interessengruppen die Sprache der Politik beherrschen – bis weit in die Medien hinein.“ Das weckte in ihnen „den Wunsch, allen Interessierten eine Dechiffrierhilfe an die Hand zu geben, die die Bedeutung der wichtigsten politischen Schlagwörter zu entschlüsseln und die täglich wiedergekauten „Gute-Macht-Geschichten“ zu entlarven hilft.“

„Alternativlos
al | ter | na | tiv | los: „keine Alternativlösung zulassend, keine andere Möglichkeit bietend, ohne Alternative“, schreibt der Duden neutral. Aber in der Politik ist „alternativlos“ zu einem gefährlichen Kampfbegriff geworden, mit dem suggeriert wird, das Volk und seine Vertreter im Parlament hätten keine Möglichkeit, anders zu entscheiden als von der Regierung gewünscht.
Damit steht die Rede von der „Alternativlosigkeit“ im direkten Gegensatz zu einem Grundelement der Demokratie, nämlich der öffentlichen Debatte über alternative Politikmodelle. Denn, so die Jury, die den Begriff zum „Unwort des Jahres 2010“ erklärte: „Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe.“

Dieser geradezu antidemokratische Charakter der Formel von der „Alternativlosigkeit“ hindert viele Politikerinnen und Politiker nicht daran, sie im Munde zu führen. Das galt zunächst vor allem für die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher. Sie begleitete ihre Politik der Marktliberalisierung und des Sozialabbaus mit der Parole „There is no alternative“, die als „TINA“ abgekürzt traurigen Kultstatus erreichte. Als würdige Nachfolgerin Thatchers erweist sich in Deutschland vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel. …“

Zitate aus: Die Floskeln der Macht – Wie wir durch Sprache manipuliert werden; telepolis, 31.03.2016 – URL: http://www.heise.de/tp/artikel/47/47828/1.html
Buch: Stephan Hebel, Dieter Baumann: Gute-Macht-Geschichten – Politische Propaganda und wie wir sie durchschauen können (Westend-Verlag, März 2016), 192 S., 16,00 Euro, ISBN-13: 9783864891267