Der Wunsch nach Frieden

seniora.org

Der Wunsch nach Frieden

Willy Wahl

05.04.2022

12-14 Minuten


(28. März 2022) «Eine der angesehensten und bestinformierten Anti-Atomkriegsgruppen der Welt ist die Los Alamos Study Group. Die LASG wurde am Ende des Kalten Krieges in Los Alamos, New Mexico, USA, gegründet, wo die ersten Atombomben entwickelt und gebaut wurden, und hat sich zum Ziel gesetzt, Atomwaffen aus der Aussenpolitik herauszunehmen. Die LASG hat in den USA bahnbrechende Prozesse in den Bereichen Umweltschutz, Bürgerrechte und Informationsfreiheit gewonnen, Hunderte von Briefings auf höchster Ebene durchgeführt und eine entscheidende Rolle bei der Verhinderung der Produktion der Kernelemente von Plutoniumsprengköpfen gespielt. Angesichts des drohenden Atomkriegs in der Ukraine hat die LASG diese bemerkenswerte und dringende Analyse der Risiken und Lösungen veröffentlicht.» John Pilger

Greg Mello (Bild https://losalamos reporter.com)

Hauptursache für diesen Krieg

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine ist aus dem regionalen Konflikt ein globaler Hybridkrieg geworden, bei dem immer mehr auf dem Spiel steht, nicht zuletzt die Gefahr eines Atomkriegs.

Die vielleicht grösste Gefahr liegt in den unterschiedlichen Motiven der Parteien, die auch die Hauptursache für diesen Krieg sind: Russland strebt nach Sicherheit, während die USA und ihre Nato-Verbündeten die Ukraine benutzt haben, um diese Sicherheit zu verweigern   – um «Russland zu brechen», wie Henry Kissinger es 2015 formulierte. Die USA wollen keinen Frieden, es sei denn, es handelt sich um den Frieden eines besiegten Russlands. Deshalb gibt es kein offensichtliches Ende der Eskalationen und Gegen-Eskalationen. Die USA und die NATO sehen in dem Krieg, den sie so sehr zu provozieren versuchen, eine Chance. (…)

Die Friedensbewegung am Scheideweg

Vortrag gehalten am 26.03.2022
Veranstaltung der Regionalgruppe RotFuchs Bernau / TAG der GRH e.V. Bernau bei
Berlin


Die Friedensbewegung am Scheideweg
von Doris Pumphrey
In den letzten Jahren wurde immer wieder konstatiert und kritisiert, dass die
Friedensbewegung schwach sei, nur noch Wenige zu Aktionen kommen. Sie spiele in der
öffentlichen Wahrnehmung keine nennenswerte Rolle.
In einem Artikel Im Oktober 21 über die große Friedensdemonstration in Bonn 1981, fragte
der Konfliktforscher Dr. Leo Ensel, wo die Aktivisten von damals geblieben seien. „Ob sie
denn meinten, sie hätten mit ihrem damaligen Engagement ihr friedenspolitisches Soll für
den Rest ihres Lebens abgeleistet.“
Nein, das meinen sie nicht, denn ein erheblicher Teil von ihnen ist auch heute noch an
vorderster Front der Friedensbewegung aktiv. Selbst viele Strukturen der damaligen
Friedensbewegung mit ihren engagierten Mitstreitern existieren weiter. Das Problem liegt
woanders, aber dazu kommen wir noch.
Wer oder was ist die Friedensbewegung?
Ich muss vorausschicken: Wenn ich in diesem Vortrag von DER Friedensbewegung
spreche, dann ist das nur ein verallgemeinernder Begriff, der nicht automatisch alle Teile
einschließt, denn die Friedensbewegung ist weder eine Organisation noch ein Bündnis per
se. Sie setzt sich aus verschiedenen bundesweiten oder lokalen Organisationen, Gruppen
und Netzwerken zusammen, mit z.T. auch unterschiedlichen Schwerpunkten und
politischen Sichtweisen. Untereinander werden auf lokaler und bundesweiter Ebene auch
Bündnisse geschlossen z.B. für einen gemeinsamen Aufruf und/oder eine gemeinsame
Aktion.
Aktivisten der Friedensbewegung, die aus der Erfahrung der DDR kommen, verstehen oft
nicht die Schwierigkeiten und langwierigen Diskussionen, die damit verbunden sind. Zum
einen sollten die unterschiedlichen Voraussetzungen nicht vergessen werden: Auf der
einen Seite die DDR als sozialistischer Staat, dem Anti-Imperialismus, der
Völkerfreundschaft, der Lösung der Probleme auf diplomatischem Weg und dem Frieden
verpflichtet. Sie war ein Verbündeter im Friedenskampf in der BRD. Auf der anderen Seite
die imperialistische BRD im Aggressionsbündnis NATO, gegen deren Aufrüstung,
Unterstützung von Aggressionen und Interventionen eine Friedensbewegung kämpfen
muss.
Bei der heterogenen Zusammensetzung der Friedensbewegung, besteht die Schwierigkeit
meist darin, einen Minimalkonsens zu finden, vor allem wenn ein Bündnis angestrebt wird.
Der Konsens ist einfacher, wenn es um Militär- und Rüstungsmaßnahmen geht, die das
eigene Land betreffen. (…)

Ukraine als eingeplantes Bauernopfer Ein Kommentar von Rainer Rupp

https://seniora.org/politik-wirtschaft/ukraine/washingtons-grosses-spiel

Washingtons „Großes Spiel“

Ukraine als eingeplantes Bauernopfer Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Von Rainer Rupp

11. März 2022

Wie die jüngsten Ereignisse seit der russischen Militäroperation am 24. Februar zur Entnazifizierung und Demilitarisierung der Ukraine zeigen, ist der besondere Augen-merk der Russen offensichtlich auf die Unterbindung der Entwicklung von Massen-vernichtungswaffen in ihrem von Faschisten mitregierten Nachbarland gerichtet. Dabei geht es nicht nur um die Zerstörung möglicher Labore zur Herstellung von Nuklearwaffen, deren Beschaffung der ukrainische Präsident Selenski jüngst bei der so genannten „Sicherheitskonferenz“ in München unter Beifall vieler westlicher Spitzenpolitiker und -Militärs angekündigt hatte. Es geht auch um die Vernichtung einer Reihe von Bio- und Chemie-Laboren in der West-Ukraine, die von US-Bio- und Chemiewaffenexperten des Pentagon geleitet werden.

Um die Strahlung zu verstecken, die beim Bau von Atomwaffen freigesetzt wird, die wiederum von Satelliten aus dem All entdeckt werden, eignet sich am besten ein ohnehin bereits stark strahlender Ort, vor allem, wenn es dort wenig oder gar keinen Publikumsver-kehr gibt. Das trifft haargenau auf die neu gebauten Anlagen direkt neben der Ruine des Atomkraftwerks von Tschernobyl zu.

Was immer dort vorging, war den Machthabern in Kiew offensichtlich so wichtig, dass sie die angebliche „Ruine“ nicht von Polizei, sondern mit einer starken Einheit des ukrainischen Mili-tärs bewachen ließen. Die aber hatte dem Überraschungsangriff russischer Spezialeinheiten direkt zu Beginn der Militäroperation nichts entgegenzusetzen. Die ukrainischen Bewacher hatten offenbar nicht einmal Zeit, wichtige Dokumente und Pläne zu vernichten. Allerdings waren sie schnell bereit zu kooperieren und unter Aufsicht der Russen gemeinsam für die Sicherheit der Anlagen vor dem Zugriff von fanatisierten, faschistischen Banditen zu sorgen. (…)

Wie glaubwürdig war die nukleare Bedrohung Russlands durch die Ukraine vor dem Konflikt?

Wie glaubwürdig war die nukleare Bedrohung Russlands durch die Ukraine vor dem Konflikt?

A. KORYBKO

6. März 2022

Wie glaubwürdig war die atomare Bedrohung Russlands durch die Ukraine im Vorfeld des Konflikts?

Jetzt, da wir wissen, dass all dies im Vorfeld von Präsident Putins schicksalhafter Ankündigung vom 24. Februar hinter den Kulissen ablief, sollte die Öffentlichkeit hoffentlich eine bessere Vorstellung davon haben, wie internationale Diplomatie wirklich funktioniert. Die Welt ist nicht immer in das eingeweiht, was auf den höchsten Ebenen der zwischenstaatlichen Beziehungen insgeheim vor sich geht, weshalb manche Entwicklungen wie Russlands spezielle Militäroperation in der Ukraine zwar schockierend wirken, im Nachhinein aber durchaus Sinn ergeben.

Präsident Putin erklärte den Zeitpunkt der Sonderoperation seines Landes in der Ukraine unter anderem mit der dringenden nuklearen Bedrohung, die diese benachbarte ehemalige Sowjetrepublik für Russland darstellte. Diese Behauptungen wurden von den von den USA geführten westlichen Mainstream-Medien (MSM) im Laufe ihrer laufenden Informationskriegskampagne gegen diese eurasische Großmacht abgetan, verdienen aber eine nähere Erläuterung, da sie definitiv sehr glaubwürdig sind. Tatsächlich haben sie die Operation wohl selbst ausgelöst, da Moskau gezwungen war, die Integrität seiner nationalen Sicherheitslinien zu gewährleisten, nachdem der ukrainische Präsident Zelensky auf der Münchner Sicherheitskonferenz im letzten Monat angedeutet hatte, dass sein Land ernsthaft die Herstellung von Atomwaffen in Erwägung ziehe.

Der russische Staatschef warnte am 24. Februar bei der Ankündigung der militärischen Sonderoperation in der Ukraine: „Wenn wir uns die Abfolge der Ereignisse und die eingehenden Berichte ansehen, ist der Showdown zwischen Russland und diesen Kräften nicht zu vermeiden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Sie bereiten sich vor und warten auf den richtigen Moment. Sie sind sogar so weit gegangen, dass sie den Erwerb von Atomwaffen anstreben. Das werden wir nicht zulassen.“ (…)

Joint Statement of the Leaders of the Five Nuclear-Weapon States on Preventing Nuclear War and Avoiding Arms Races

http://en.kremlin.ru/events/president/news/67551

January 3, 2022

Joint Statement of the Leaders of the Five Nuclear-Weapon States on Preventing Nuclear War and Avoiding Arms Races

The People’s Republic of China, the French Republic, the Russian Federation, the United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland, and the United States of America consider the avoidance of war between Nuclear-Weapon States and the reduction of strategic risks as our foremost responsibilities.

We affirm that a nuclear war cannot be won and must never be fought.  As nuclear use would have far-reaching consequences, we also affirm that nuclear weapons—for as long as they continue to exist—should serve defensive purposes, deter aggression, and prevent war.  We believe strongly that the further spread of such weapons must be prevented. (…)

Zeitgeschichte ǀ 1960: Wüstenspringmaus — der Freitag

Tests von Kernwaffen in der algerischen Wüste besiegeln den Aufstieg Frankreichs zur Nuklearmacht. Das strategische Kalkül ist auf mehr Unabhängigkeit gerichtet
— Weiterlesen www.freitag.de/autoren/der-freitag/1960-wuestenspringmaus