Die Masken fallen. Hintergründe des Machtwechsels in Paris – drei Texte zu MACRONS Unterstützern

Globalcrisis/globalchange NEWS

Stephan Best

14.05.2017

Hallo an die Listen.

Während die französischen Parlamentswahlen näher rücken, nimmt auch eine kritischere Sichtweise der Bewegung En Marche zu, die Emmanuel MACRON zum Präsidentensessel verholfen haben. Trotz weitgehend eingehaltenem Schweigegebot für die Medien die knapp vor den Wahlen aufgetauchten Leaks nicht zu veröffentlichen scheint das öffentliche Interesse an einer Berichterstattung über die Unterstützerkreise des Kandidaten wieder zuzunehmen. Die folgenden drei Artikel (a. b. c.) beschäftigen sich mit dem von deutschen Medien meist bejubelten und gerne mit seinen EU-Visionen begründeten kometenhaften Aufstieg.

(Der letzte Text wurde bereits über unsere englischen Listen verteilt.)

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a) Frankreich

Die Masken fallen

Macron-Leaks enthüllen: Machtwechsel in Paris von langer Hand geplant

er künftige französische Präsident Emmanuel Macron (r) und der schei

Der künftige französische Präsident Emmanuel Macron (r) und der scheidende Amtsinhaber Francois Hollande (M) begrüßen am 08.05.2017 in Paris den Chef des französischen Generalstabs, Pierre de Villiers. (Foto: dpa)

Deutsche Wirtschafts Nachrichten | 14. Mai 2017, 0:52 Uhr

dwn-machtwechsel-geplant-20170514

b) Von der Stiftung Saint-Simon zu Emmanuel Macron

von Thierry Meyssan

Das plötzliche Erscheinen von „En Marche“ (Übersetzt: Vorwärts!) einer neuen politischen Partei auf der französischen Wahlbühne und die Kandidatur ihres Präsidenten, Emmanuel Macron ist keinem Zufall geschuldet. Es ist nicht der erste Versuch der Anhänger einer aus französischer Regierungskaste und den USA bestehenden Allianz.

Voltaire Netzwerk | Damaskus (Syrien) | 28. April 2017

http://www.voltairenet.org/article196126.html

c) Pepe ESCOBAR: Emmanuel Clinton and the revolt of the elites; Asia Times 08.05.2017

Dear all,

below an analysis by Pepe ESCOBAR about Macron’s movement „En Marche!“ – set up for him by a network of powerful players and think tanks.

Below an excerpt – full text attached.

Martin Zeis
globalcrisis/change News

Emmanuel Clinton and the revolt of the elites

By Pepe Escobar May 8, 2017 9:31 PM (UTC+8)

So in the end the West was saved by the election of Emmanuel Macron as President of France: relief in Brussels, a buoyant eurozone, rallies in Asian markets.

That was always a no-brainer. After all, Macron was endorsed by the EU, Goddess of the Market, and Barack Obama. And he was fully backed by the French ruling class.

This was a referendum on the EU – and the EU, in its current set up, won.

(…)

An Orwellian shock of the new

Contrary to global perceptions, the biggest issue in this election was not immigration, it was actually deep resentment toward the French deep state (police, justice, administration) – perceived as oppressive, corrupt and even violent.

Even before the vote, the always sharp and delightfully provocative philosopher Michel Onfray, author of Decadence, the best book of the year and founder of the Popular University of Caen, identified some of the main players behind the Macron bandwagon: the “bellicose” philosopher Bernard-Henri Levy; Le Monde’s Pierre Bergé; Jacques Attali – who almost single-handedly turned the Soclalists into hardcore neoliberals; eminence grise Alain Minc; former MSF head Bernard Kouchner; and former May 1968 stalwart Daniel Cohn-Bendit – “In other words, the feral promoters of a liberal policy that allowed Marine Le Pen to hit her highest score ever.”

All of the above are faithful servants of the French deep state. I have outlined in Asia Times how the Macron hologram was manufactured. But to see how the deep state managed to sell him, it’s essential to refer to philosopher Jean-Claude Michea, a disciple of George Orwell and Christopher Lasch, and author of the recently published Notre Ennemi, Le Capital.

http://www.atimes.com/article/emmanuel-clinton-revolt-elites

Ciao Stephan Best

Dokument: Banken zu Pflugscharen — Gemeinsam wider die Herrschaft der Finanzmärkte – 95 Thesen; perestroika.de, 23.04.2017

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis

Hallo mitnand,

unter dem Titel Banken zu Pflugscharen – Gemeinsam wider die Herrschaft der Finanzmärkte haben Michael Brie, Peter Wahl, Rudolf Hickel, Ulrich Duchrow, Gregor Gysi, Ingrid Mattern und André Brie in Anlehnung an Luthers Thesen vor 500 Jahren 95 Thesen formuliert, welche die Auswüchse der Macht der weltweiten Finanzmärkte auf Menschen und Gesellschaften thematisieren.

Die Thesen sind in vier Bereiche untergliedert:-

– Zeit für eine neue Reformation (Thesen 1–15)
– Der Finanzkapitalismus übernimmt die Vorherrschaft (Thesen 16–49)
– Das Finanzsystem unter demokratische Kontrolle bringen. Prinzipien der Neuordnung (Thesen 50–72)
– Eine neue Reformation und eine andere Welt sind möglich (Thesen 73–95)

Diese Thesen sind bereits von zahlreichen Politikerinnen, Politikern unterschiedlicher Parteien, von Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern, Theologinnen und Theologen, Künstlerinnen und Künstlern unterstützt worden

Über den Link http://www.perestroika.de/95-thesen gelangt man zu den Thesen, der Unterstützerliste und zur Unterzeichnung.

Im Folgenden wird der Beginn und Schluss des Thesenpapiers dokumentiert gesamte Fassung siehe Anhang —

Gemeinsam für eine neue und solidarische Reformation wider die Herrschaft der Finanzmärkte über Demokratie, Gesellschaften, Europa und die globalen Verhältnisse

95 Thesen

Zeit für eine neue Reformation

1.
Was zu Luthers Zeiten begann, hat heute einen neuen Höhepunkt: das Monopol des Geldes. Die Demokratie ist in Gefahr. Der innere und äußere Frieden sind bedroht. Der soziale Zusammen- halt ist gestört. Die Vorherrschaft eines neoliberalen Mainstreams ließ die Politik sich weltweit an den Vorgaben der Finanzmärkte und den Interessen des oberen, reichen einen Prozents der Bevölkerung ausrichten. Die 8 reichsten Männer der Erde besitzen ebenso viel wie die 3,6 Milliarden der armen Hälfte der Menschheit. Eine Umkehr, eine Reformation ist nötig.

2.
War es vor 500 Jahren die Käuflichkeit des Seelenheils der Gläubigen durch den Ablasshandel, die Ausdruck einer großen Krise war, ist es heute die Unterordnung der Politik unter die Vorgaben der Finanzmärkte. Gott oder Mammon – du kannst nicht beiden dienen, hieß es zu Zeiten von Jesus und vor 500 Jahren. Demokratie oder Finanzmarkt-Kapitalismus – dies ist die Frage unserer Zeit.

3.
Andauernde Unterentwicklung, 800 Millionen Menschen, die Hunger leiden, Hunderttausende Tote in Kriegen, Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene, und der dramatische Klimawandel haben sich verhängnisvoll verknüpft. Ihre Kehrseite sind exorbitanter Reichtum und Luxus. Dass die EU-Kommission stattdessen ausgerechnet die Finanzmarkt-Richtlinie des Parlaments, mit der die exzessive Spekulation mit Nahrungsmitteln gestoppt werden sollten, so verändert hat, dass sie praktisch wirkungs- los wird, kann nur empören. Die von der EZB, dem IWF, Angela Merkel und Wolfgang Schäuble durchgesetzte Austeritätspolitik hat zudem dazu geführt, dass Jugendarbeitslosigkeit und Armut im Süden der Europäischen Union dra- matische Dimensionen angenommen haben.

4.
Wurden mit dem Ablasshandel die globalen Imperien von Karl V. und Papst Leo X. sowie das Wuchersystem der Peruzzi und Bardi, der Fugger und Welser und ihr System von Kolonialismus, Völkervernichtung und Sklavenhandel finanziert, sind es heute der globale Finanzmarkt-Kapitalismus und seine Anhäufung von Vermögensansprüchen, die aus der Produktion des globalen Bruttosozialprodukts finanziert werden müssen.

5.
Zu Recht fasst der US-Ökonom Michael Hudson zusammen, dass ein Prozent der Bevölkerung mit ihrem Finanzvermögen und anderem Reichtum „die restlichen 99 Prozent, aber auch Unternehmen und ganze Staaten, in permanenter Verschuldung … halten.“ Dies macht eine demokratische Politik der Solidarität, der Erhaltung der Natur und des Friedens unmöglich.

6.
Vor 500 Jahren entstand das System des globalen Kapitalismus. Heute müssen wir ihm endlich wieder Zügel anlegen. Nicht zuletzt ist die Krise seit 2008 ein weiterer Warnschuss.

(…)

90.
So wie Luther die Gläubigen in seinen Thesen 94 und 95 ermutigte, so benötigen die Menschen in Deutschland, in Europa und der Welt eine eigene realistische Zuversicht, dass die geballten und schwierigen Herausforderungen für ihre soziale Situation sowie durch Kriege, Not und Klimawandel gelöst werden können.

91.
Ohne Hoffnung, so Salomon, werden die Menschen wüst und wild. Menschen, die lediglich auf Lösungen von Oben oder Außen warten, werden sie jedoch nicht bekommen.

92.
Dort werden sie nur die Vorherrschaft der Finanzmärkte und ihrer Interessen vorfinden.

93.
Es geht um nicht weniger als um die Vormacht von Demokratie und Menschenrechten, die Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen durch
solidarisches Handeln auch gegen die Finanzmärkte.

94.
Doch anders als selbstbewusst und selbstverantwortlich wird eine solche Reformation der Gesellschaft von den Menschen nicht erreicht werden.

95.
Nur durch den Druck aus der Gesellschaft und bürgerschaftliches Engagement wird es möglich sein, die Reformblockade im politischen und gesellschaftlichen System zu überwinden.

Hier stehen wir. Wir können nicht anders. Für eine andere Welt.

95Thesen-wider-Herrschaft-Finanzmärkte170425.pdf

Videos | Das Ende der Megamaschine

„Risse in der Megamaschine und Wege zu einer neuen Friedensordnung“: Vortrag zur Eröffnung der 15. Internationalen Münchner Friedenskonferenz, Altes Rathaus München, 17.02.2017

Ein Buch von Fabian Scheidler

Quelle: Videos | Das Ende der Megamaschine

Norbert HÄRING Warum die Bundesbank nicht mehr Gold aus New York abziehen darf 09.02.2017

Guten Morgen an die Listen.
Die Bundesbank hat nach eigenen Angaben 2016 die Teilmenge von 300 Tonnen Gold aus NEW York nach Frankfurt geholt. Dabei stellt sich die berechtigte Frage, weshalb denn nur so wenig und nicht vielleicht sogar sämtliche Bestände? Die Zahlen und die Gründe für ein Verbot von weiterer Ausfuhr von ‚eigenem‘ Gold durch nicht-amerikanische Mächte spricht Bände. Allerdings erscheint es inzwischen leichter angesichts einer aus europäischer Sicht vertragsuntreuen US-Regierung eigene Sicherheitserwägungen stärker als bisher ins Spiel zu bringen.

Ciao Stephan Best
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Globalcrisis/globachange News
Stephan Best 15.02.2017

Quelle: Warum die Bundesbank nicht mehr Gold aus New York abziehen darf

09.02.2017

Warum die Bundesbank nicht mehr Gold aus New York abziehen darf

Norbert Häring

Die Bundesbank hat am 9. Februar mit großer Fanfare verkündet, dass sie ihre geplanten Goldverlagerungen von 300 Tonnen aus New York nach Frankfurt 2016 bereits abgeschlossen hat. Die Erfolgsmeldung lenkt davon ab, dass nun entgegen deutschem Interesse dauerhaft ein sehr großer Teil des deutschen Goldes in New York bleiben wird, verwahrt von einer Organisation, die den Wall-Street-Banken gehört, in einem Land, dessen Präsident rechtsstaatliche Grundsätze für eine Zumutung hält. Weshalb das so ist, ist nicht allzu schwer zu erraten.

Ich will die Bundesbank nicht kritisieren. Sie hat so viel Gold aus New York geholt, wie man dort bereit war, ihr zu geben. Sie dürfte hart verhandelt und dafür sogar tief in die Trickkiste gegriffen haben. Jedenfalls hat der 2012 an die Öffentlichkeit gelangte kritischen Rechnungshofbericht, der sie unter Zugzwang setzte, ihrer Verhandlungsposition gegenüber New York alles andere als geschadet. Denn die Federal Reserve of New York wurde auch im eigenen Land bereits verdächtigt, dass mit dem Gold etwas nicht stimmen könnte, das sie nicht nur gegen Kriminelle, sondern auch gegenüber den Besitzern hermetisch abschirmt. Der Verdacht schwirrte durch die notorisch viel gelesenen Medien der Gold-Bugs, dass sie deshalb nicht bereit sei, den Eigentümern etwas davon herauszugeben. In dieser Situation konnte sie ohne massiven Reputationsverlust der unter Druck der Öffentlichkeit stehenden Bundesbank unmöglich eine Teilherausgabe des deutschen Goldes verweigern.

Die Informationen darüber, wann die Bundesbank und andere Notenbanken wie viel Gold aus New York ausgehändigt bekamen, und die diversen Widersprüche, in die sich die Bundesbank verstrickte, sind alle kaum mit der offiziellen Lesart in Einklang zu bringen, dass die Bundesbank einfach sagen durfte, wie viel Gold sie haben wollte, und die New York Fed dieses bereitwillig aushändigte. Sie passen dagegen sehr gut zu folgender Lesart.

Die Niederländer funken dazwischen

Im Sommer 2013 fing die Bundesbank mit einem ersten Transport von 5 Tonnen an. Dann kamen die Niederländer und mindestens ein anderer und erklärten, wenn die Deutschen Gold abziehen dürfen, wollen wir unseres auch ausgehändigt bekommen. Daraufhin stoppten die Amerikaner die Aktion, bis eine Formel gefunden war, die es erlaubte, die Abzüge eng zu begrenzen, ohne jemanden etwas verwehren zu müssen, was man anderen gestattete. Diese Formel scheint etwas nach der Art gewesen zu sein wie: Jeder der will, darf die Hälfte seines Goldes im Heimatland verwahren und wir geben so viel raus wie dafür unbedingt nötig ist.

Als das geklärt war, waren zuerst die Niederländer dran, und erst als diese im Sommer 2014 die 90 Tonnen abgezogen hatten, die sie abziehen durften, konnte die Bundesbank wieder loslegen und kam im Rest des Jahres 2014 immerhin auf 85 Tonnen. Im Jahr 2015 gab es neben der Bundesbank noch einen unbekannten Eigentümer, der knapp 30 Tonnen abzog. Die Bundesbank bekam 99 Tonnen.

2016 schließlich gab es außer der Bundesbank niemand mehr, der Gold abzog, was wohl erklärt, warum die Amerikaner in diesem Jahr freigiebiger waren als die Bundesbank eigentlich erwartet hatte. Sie händigten ihr die ganzen noch zugeteilten 111 Tonnen aus. Während sich die Bundesbank nach ihrem revidierten zweiten Lagerstellenkonzept bis 2020 Zeit lassen wollte, bis die Hälfte des Goldes in Frankfurt ist, wird sie nun den aktuellen Verlautbarungen zufolge schon 2017 so weit sein.

Man kann nicht genug betonen: Die Zusage der Bundesbank an die Deutschen, 300 Tonnen Gold aus New York zu holen, ist vor allem als Zusage an die Amerikaner zu lesen, nicht mehr als 300 Tonnen aus New York zu holen.

Denn dafür, 1236 Tonnen Gold in New York zu lagern, verwahrt von einer Organisation, die den Wall-Street-Banken gehört, in einem Land, dessen Präsident rechtsstaatliche Grundsätze für eine Zumutung hält, gibt es aus deutscher Sicht keinen vernünftigen Grund.

Bedenken des Rechnungshofs weitgehend ignoriert

Den massiven Bedenken des Rechnungshofs an der Goldlagerung in New York wird durch die bescheidenen Goldverlagerungen nach Frankfurt nicht ernsthaft Rechnung getragen. Nach wie vor gilt, obwohl die Bundesank zwischenzeitlich anderes behauptete, dass sie keinen Zugang zu dem eigenen Gold in New York hat, und nicht prüfen kann, ob dort alles mit rechten Dingen zugeht.

Grund zum Zweifeln hat die Bundesbank durchaus geliefert. So schmolz sie 2013 und 2014 insgesamt 55 Tonnen des Goldes ein, und vernichtete damit alle Beweise, falls etwas damit nicht gestimmt haben sollte. Sie sagte, es gebe externe Zeugen, aber sie benennt diese nicht. Wir sollen ihr einfach glauben, dass alles in Ordnung war. Dabei könnte die Bundesbank, wenn das nicht stimmen würde, dies unmöglich zugeben. Das würde das Vertrauen in die New York Fed und letztlich in das dollarbasierte Weltfinanzsystem zerstören. Bevor die Bundesbank diese atomare Option zündet, wird sie zehnmal lügen, wenn es sein muss. Umgekehrt wäre es ihr ein leichtes gewesen, zu beweisen, dass alles in Ordnung war.

Die großen New Yorker Bestände rechtfertigt die Bundesbank (notgedrungen) damit, dass bei der dortigen Federal Reserve, viele Länder und Institutionen Goldlagerräume hätten. Man kann dort also Gold an offizielle Adressen übertragen, ohne dass es die Tresorräume verlassen muss. Aber, auch Zürich, wo Österreich einen Teil seines Goldes lagert, ist ein wichtiger Goldhandelsplatz. Die Schweiz ist ein Nachbar und ein kleines, neutrales Land. Anders als die USA hat es nicht die Macht und kaum das Interesse, Deutschland die Herausgabe des Goldes zu verweigern. Dennoch verzichtet die Bundesbank darauf, hier einen Teil ihres Goldes zu lagern.

Wichtiger aber: Gold ist Geld, dessen hervorstechende Eigenschaft darin besteht, dass es auf (physischen) Besitz basiert, nicht auf dem Vertrauen in die Bereitschaft und Fähigkeit eines anderen, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Andersfalls hat man nur einen Zettel, auf dem steht, dass man das Gold haben kann, wenn man will. Die USA sind viel zu mächtig, als dass man sich auf so ein Versprechen verlassen sollte. Sie haben die übrige westliche Welt schon einmal 1971 enteignet, indem sie ihr Versprechen brachen, die bunten Dollarscheine, die sie uns für unsere Waren gegeben hatten, jederzeit auf Verlangen in Gold einzutauschen. Sie haben uns also schon einmal in großem Umfang das uns versprochene Gold verweigert. Wir sind trotzdem Freunde geblieben, weil wir nicht anders konnten.

Der Rechnungshof hatte es als rechtswidrig bezeichnet, dass die Bundesbank noch nie eine Inventur ihres Goldes in New York vorgenommen hat, und zwar, weil sie die Lagerräume nicht betreten darf, wie der Rechnungshof feststellte. Der Bundesbank-Vorstand hat bei der Vorstellung seiner Verlagerungspläne der Öffentlichkeit und dem Parlament in Aussicht gestellt, von den Amerikaner schon bald Prüfrechte eingeräumt zu bekommen. Davon hat sich aber nichts bewahrheitet. Der Rechnungshof hatte auch moniert, dass die New York Fed keinerlei Haftung für das Gold in ihrer Obhut übernimmt. Sollte sich irgendwann herausstellen, dass es ganz oder teilweise fehlt, haben wir Pech gehabt. Auch daran hat sich ziemlich sicher nichts geändert. Trotzdem schweigt der Rechnungshof; ein Indiz dafür, das der Bericht von 2012 nur der Unterstützung der Verhandlungen mit New York diente.

Vitales Interesse der USA an unserem Gold

Für die USA ist durchaus wichtig, die Kontrolle über möglichst viel des weltweit vorhandenen Notenbankgoldes zu behalten. Denn eine goldgedeckte Währung wäre eine große Bedrohung für die Führungsrolle des Dollar im Weltfinanzsystems. Deshalb hat der Internationale Währungsfonds seinen Mitgliedern 1978 auf Betreiben der USA ausdrücklich verboten, ihre Währungen mit Gold zu decken. So eine Verpflichtung lässt sich allerdings relativ leicht abschütteln, weil der IWF keine Armee hat. Tut man es allerdings, bricht man internationale Abkommen und hat damit den USA den perfekten Vorwand gegeben, die Herausgabe des Goldes zu verweigern, das für die Golddeckung nötig wäre. Darum geht es, nicht um den Marktwert des Goldes in New York, der im Verlustfall durchaus verschmerzbar wäre. [9.2.17]

Änderungshinweis (10.2.): Anders als in der ersten Fassung geschrieben, lässt Österreich einen Teil seiner Goldreserven nicht bei der BIZ verwahren, sondern in Zürich.

Dossier zum Gold

Stephan Best
mail steven25.com
+49 178 170 56 71

Nafeez AHMED: How the Trump regime was manufactured by a war inside the Deep State

Elke Schenk

globalcrisis/globalchange NEWS

02/15/2017

Dear all,

we continue our postings of analyses to understand the Trump presidency and administration. After John Whitehead, Johan Galtung, Pepe Escobar, F. William Engdahl, Peter Dale Scott we recommend Nafeez AHMED’s „How the Trump regime was manufactured by a war inside the Deep State“. Ahmed provides many details about the personnel of Trump’s administration, their connectivity with „Big Oil“, ‚Big Money‘, Media, the AltRight-Movement, the secret services and the Military-Industrial-Complex. Ahmed’s thesis is: „President Donald Trump is not fighting a war on the establishment: he’s fighting a war to protect the establishment from itself, and the rest of us. […] The Trump regime is not operating outside the Deep State, but mobilizing elements within it to dominate and strengthen it for a new mission. The Trump regime is not acting to overturn the establishment, but to consolidate it against a perceived crisis of a wider transnational Deep System.“

Ahmed refers to Scott’s definition of the „Deep State“; additional he shows the interrelation between the Trump administration, the Deep State, the „international Deep System“ including organized crimes structures benefiting from the global financial system.

But, as Ahmed outlines, the Trump regime will fail because of a misunderstanding of the systemic crisis we are facing.

A new chapter of the aforementioned „war inside the Deep State“ shows the New York Times report „Trump Campaign Aides Had Repeated Contacts With Russion Intelligence“.

https://www.nytimes.com/2017/02/14/us/politics/russia-intelligence-communications-trump.html?smprod=nytcore-iphone&smid=nytcore-iphone-share

The comment on this unsubstantial story by Tyler Durden:

http://www.zerohedge.com/news/2017-02-14/nytimes-reports-trump-aides-repeated-contact-russian-intel-officials-admits-no-collu

Nafeez AHMED: How the Trump regime was manufactured by a war inside the Deep State

https://medium.com/insurge-intelligence/how-the-trump-regime-was-manufactured-by-a-war-inside-the-deep-state-f9e757071c70#.40jhg96r0

via http://www.nachdenkseiten.de/?p=37001#h05

President Donald Trump is not fighting a war on the establishment: he’s fighting a war to protect the establishment from itself, and the rest of us.

The Trump regime is not operating outside the Deep State, but mobilizing elements within it to dominate and strengthen it for a new mission.

The Trump regime is not acting to overturn the establishment, but to consolidate it against a perceived crisis of a wider transnational Deep System.

The Trump regime is not a conservative insurgency against the liberal establishment, but an act of ideologically constructing the current crisis as a conservative-liberal battleground, led by a particularly radicalized white nationalist faction of a global elite.

The act is a direct product of a global systemic crisis, but is a short-sighted and ill-conceived reaction, pre-occupied with surface symptoms of that crisis. Unfortunately, those hoping to resist the Trump reaction also fail to understand the system dynamics of the crisis. […]

All this can only be understood when we look at the big picture. That means the following: we must look a little more closely at the individuals inside Trump’s administration, the wider social and institutional networks they represent, and what emerges from their being interlocked in government; we must contextualize this against two factors, the escalation of global systemic crisis, and the Trump regime’s ideological framing(s) of that crisis (both for themselves, and for public consumption); we must connect this with the impact on the transnational Deep System, and how that links up with the US Deep State; and we must then explore what this all means in terms of the scope of actions likely to be deployed by the Trump regime to pursue its discernable goals.

This investigation will help to establish a ground state for anyone on which to build a meaningful strategy of response that accounts for the full systemic complexity of our Trumpian moment. […]

Perhaps the most powerful takeaway from this examination of who the Trump administration actually is, is that the Trump regime is not external to the Deep State. On the contrary, the people who hold senior posts in his administration, both formal and otherwise, are key nodes that represent whole layers of social and institutional networks within and across the wider US Deep State.

If this is not immediately obvious, it’s because there is much misunderstanding of what the Deep State actually is. The Deep State is not simply ‘the intelligence community’. When a more accurate understanding of the American Deep State and its symbiotic embeddedness in a transnational Deep System is adopted, the role of the Trump faction can be properly discerned. […]

As I’ve shown in my paper published in the anthology, The Dual State (Routledge, 2016), one of the least understood features of deep politics, then, is that the “deep state” must inherently be inter-networked with a vast array of non-state and often transnational influencers across corporations, financial institutions, banks, and criminal enterprises.

[…]

On the back of this deep, transnational political violence — which remains obscured in mainstream media and history education — the US and UK erected a global financial architecture to serve the interests of their most powerful corporate and banking institutions, which hold overwhelming sway over the political class.

State power was deployed to integrate the resources, raw materials, fossil fuel energy reserves, and cheap labour from these vast areas of the world into a global economy dominated by transnational elite interests based largely in the US, UK and Western Europe.

This, too, opened the way for new forms of criminalization of state power.

[…]

But the problem goes further. As the primary medium of exchange for this criminal economy is the US dollar, the latter’s role as the world reserve currency has cemented a structural situation in which the economic power of the US Treasury has become conditional on the economic immunity of transnational criminal networks, who systematically use US dollars for criminal transactions: The greater the stock of dollars held abroad, the greater the source of revenue for the US Treasury.

These examples illustrate how the US Deep State operates as the chief regulator of a global Deep System, in which seemingly legitimate international financial flows have become increasingly enmeshed with transnational organized crime, powerful corporate interests who control the world’s fossil fuel and raw materials resources, and the privatization of the military-industrial complex.

[…]

So rather than being a nationalist ‘insurgency’ against the corporate globalist ‘Deep State’, the Trump regime represents a white nationalist coup by a disgruntled (aufgebracht, verstimmt) cross-section within the Deep State itself. Rather than coming into conflict with the Deep State, we are seeing a powerful military-corporate nexus within the American Deep State come to the fore. Trump, in this context, is a tool to re-organize and restructure the Deep State in reaction to what this faction believe to be an escalating crisis in the global Deep System.

In short, the Deep State faction backing Trump is embarking on what it believes is a unique and special mission: to save the Deep State from a decline caused by the failures of successive American administrations.

However, what they are actually doing is accelerating the decline of the American Deep State and the disruption of the global Deep System.

[…]

AHMED-Trump-Regime-War-Inside-Deep-State-2017_02_10.pdf

Johan GALTUNG Nonviolent Economy

 

https://www.galtung-institut.de/de/home/johan-galtung

 — wöchentl. Artikel

 

Nonviolent Economy

EDITORIAL, 6 February 2017

 

#467 | Johan Galtung

 

Two important words enriching each other. “Nonviolent” easily becomes bla-bla, and “economy” is too general. But, does “nonviolent” make a difference for the better to the economy? And vice versa, can “economy” make “nonviolent” more positive, beyond resistance to evil?

 

Let us start with “economy”, here conceived of as a cycle with three poles: Nature, Production, Consumption. And three processes: Extraction from Nature, Distribution from Production to Consumption, and Pollution from Production-Consumption back to Nature. The cycle flow is in that order: Nature → Production → Consumption → Nature.

A simple summary of the economy: humans extract resources from nature, produce-process for (end) consumption, and sends what they cannot consume back to nature (but economists, like book-keepers, left out the Nature part). And we want it all to be nonviolent!

 

“Do no harm!”, nonviolent, is insufficient. “Peace”, “peaceful” include positive peace–Peace Economics, A Theory of Development are my books (TRANSCEND University Press, 2012, 2010)–with “do good!”.

And: Nature can evolve better without us, not we without Nature.

 

Enters money, speeding up the cycle at the Distribution link. Not only products in return for labor or other products but anything in return for anything at the same price. The general flow of money is contrary to the cycle flow: there is monetized consumer demand (and producer supply to stimulate demand), to be met by monetized producer supply, to be met by resources from nature. We notice that consumers pay for products (goods and services), producers pay for resources, and nobody pays nature; not only extracted, but exploited. Violence.

Money takes on its own life, generalized to “financial objects”, including complex “derivatives”. Added to the “real economy” for end consumption then there is a “finance economy” for buying and selling of financial objects, with no end consumption. It just goes on and on.

 

Nonviolence to nature only as non-depletion and non-pollution is not good enough; only negative peace. Positive peace with nature would enhance nature, cater to nature’s need for diversity and symbiosis, increase the diversity of biota and abiota, stimulate photosynthesis and other syntheses enriching nature. A model is forestry, clearing to improve the access of plants, trees, animals to sun and (not too much) water. This is also done in animal parks as opposed to the very violent zoos with cages, etc. They should be forbidden, right away.

 

But the basic violence is slaughter, for food. Let nature yield its fruits voluntarily. A nonviolent economy is vegetarian and beyond.

Does this limit extraction to the “sustainable”, reproducible? “Sustainable”, status quo, is not good enough, “enhanceable” is better. A better nature will offer more to extract and less of nature’s violence, drought-flooding-tsunamis-earthquakes. A nature at ease with itself and humans, without being tamed like we tame animals. Plowing furrows for monocrop seeds, remedying lost diversity with manure and poison, is violence. Permaculture, diverse, symbiotic, is nonviolent; enriching nature to offer more and better fruits.

We move on to Production-Distribution-Consumption, with humans all over but no Protagoras “man is the measure of all things”. Our discourse for the economy certainly also includes nature as “measure”.

 

The argument would be the same. Not to do harm to human beings is to meet their basic needs, to stay alive, and for water and food, clothing and shelter, health, and education to relate to others. Not good enough, we want both the real and the finance economy also to do good to humans, to enhance them, not merely not to do harm. Too modest. Or, a discourse advanced by not very modest people wanting to protect an economy serving elites, not people, with some minor modifications?

 

Cooperation, not competition? Both, competition is fun, like in sports, games as long as losing does no real harm. A false dichotomy.

 

Dialogue is the key, between consumers and producers. Consumers having a say in what is produced would also be in the interest of the producers. Diversity is another key, individual consumers differ.

Instead of producers doing “market studies”, they should enter into dialogue with people. They might discover that instead of cars that all look alike and are the same except for class geared to class society, people want slower, less risky cars, more like Tivoli cars. And computers that save automatically, erasing being an option.

Instead of spying on people to offer packages geared to their demand “profiles”, let people express individual wishes and meet them. Humans seem today to be increasingly individualist and diverse; and they want to be in command as subjects, not manipulated as objects.

In short, equality between the Production and Consumption poles, like between them and the Nature pole. However, the cycle itself should also be nonviolent: a cycle with the three poles in three different continents is violent by being beyond control, even comprehension. Contract the cycle to the regional-state-provincial-local levels to facilitate dialogues on equal terms. An argument for localism.

Distribution uses long chains for products to reach consumers, even across regional and state borders; transport at the expense of Nature, fees for the consumers. Again an argument for localism.

 

Finance economy for nonviolent investment; not derivative chains for speculation at the expense of many. To be forbidden, right away.

 

In a nonviolent economy consumption not only makes no harm but is a delight, like meetings in virtual space, or driving at no risk. Or, by making drinking and eating more delightful. To quench thirst water does the job, straight down. But anything with taste should stay sometime in the mouth, near the taste and smell buds. Chew slowly, with no violence by “washing it down”. Nonviolent quantities of good wine and juices are for tasting and smelling, not for washing. Bon apétit!

Federico PIERACCINI: Geopolitics, Globalization and World Order Part I – IV; strategic-culture-foundation, 19.12.2016 – 15.01.2017

globalcrisis/globalchange NEWS
Martin Zeis, 15.01.2017

Dear all,

I entrust to you the four-part series of articles written by Federico PIERACCINI about Geopolitics, Globalization and World Order.

„In this series of four articles I intend to lay a very detailed but easily understandable foundation for describing the mechanisms that drive great powers. To succeed, one must analyze the geopolitical theories that over more than a century have contributed to shaping the relationship between Washington and other world powers. Secondly, it is important to expound on how Washington’s main geopolitical opponents (China, Russia and Iran) have over the years been arranging a way to put a stop to the intrusive and overbearing actions of Washington. Finally, it is important to take note of the possibly significant changes in American foreign policy doctrine that have been occurring over the last twenty years, especially how the new Trump administration intends to change course by redefining priorities and objectives.“ Pieraccini, 19.12.2016

„The preceding three parts of this series analyzed the mechanisms that drive great powers. The most in-depth understanding of the issues concerned the determination of the objectives and logic that accompany the expansion of an empire. Geopolitical theories, the concrete application of foreign-policy doctrines, and concrete actions that the United States employed to aspire to global dominance were examined. Finally, the last bit of analysis focused particularly on how Iran, China and Russia have adopted over the years a variety of cultural, economic and military moves to repel the continual assault on their sovereignty by the West. Finally, specific attention was given to the American drive for global hegemony and how this has actually accelerated the end of the ‚unipolar moment‘, impelling the emergence of a multipolar world order.

In this fourth and final analysis I will focus on a possible strategic shift in the approach to foreign policy from Washington. The most likely hypothesis suggests that Trump intends to attempt to prevent the ongoing integration between Russia, China and Iran.“, Pieraccini, 15.01.2017

I’ve compiled the articles in one pdf-file (attached, 22 p) – separate they are available via following URLs:

Author: Federico Pieraccini

I. Geopolitics, Globalization and World Order, 19.12.2016
www.strategic-culture.org/news/2016/12/19/geopolitics-globalization-and-world-order.html

II. The United States and The Race for Global Hegemony, 23.12.2016
www.strategic-culture.org/news/2016/12/23/united-states-and-race-global-hegemony.html

III. How a United Iran, Russia and China are Changing The World – For the Better, 01.01.2017
www.strategic-culture.org/news/2017/01/01/how-united-iran-russia-china-changing-world-better.html

IV. Trump’s Delusion: Halting Eurasian Integration and Saving ‚US World Order‘, 15.01.2017
www.strategic-culture.org/news/2017/01/15/trumps-delusion-halting-eurasian-integration-saving-us-world-order.html

PIERACCINI-Geopolitics2016-17_Dec-Jan.pdf