Documented: The World’s Top Tax Havens and the EU’s pseudo-listi

Documented: The World’s Top Tax Havens and the EU’s pseudo-list

https://safehaven.com/article/45089/From-Switzerland-To-Singapore-The-Worlds-Top-Tax-Havens

The World’s Top Tax Havens

The UK-based Tax Justice Network’s new Financial Secrecy Index (1) estimates that the ultra-wealthy are hiding up to $32 trillion in tax havens around the world, and while Switzerland gets the top spot on the new list, the U.S. is a not-so-distant second.

Not even major global scandals such as the Panama and Paradise papers have been able to slow the rise of the bigger and better tax havens, as global industry growth has billion-dollar asset owners looking for the ultimate haven to stow away gains.

(…)

2 USA The U.S. is on a tear on the competition for the top tax haven spot, rising for the third time in five years, and now capturing the number two slot. In 2015, the U.S. was in third place, and in 2013, it was in sixth.

Between 2015 and 2018, U.S. market share of global offshore financial services rose 14 percent, from 19.6 percent to 22.3 percent.

Delaware, Nevada and Wyoming are the most aggressive tax havens, often described as ‘captured states’.

When it comes specifically to offshore financial services, then, the U.S. now has the largest market share, rivalled only by the City of London, according to FSI, which notes that foreign country elites use the U.S. “as a bolt-hole for looted wealth”.

The baggage is piling up. Take the Delaware tax haven, for instance. It’s housing a company in “good standing” that is used for trafficking children for sex but can’t be shut down because it doesn’t have a physical presence in the state, according to Quartz.

6 Luxembourg

This is a tiny state in the European Union that packs a massive tax haven punch. Despite its size, it is said to control 12 percent of the global market share for offshore financial services. The FSI estimates that its 143 banks are managing assets of around $800 billion.

Luxembourg has a secrecy ranking of 58.

7 Germany

Major tax loopholes and lax enforcement have bumped Germany to number seven on the FSI’s list, despite being one of the world’s biggest economies and not intentionally focusing on global financial services. It corners about 5 percent of market share in the sector, and ranks 59 in terms of secrecy.

(…)

Note

(1) https://www.financialsecrecyindex.com/

2018 Secrecy Ranking

– full index – https://www.financialsecrecyindex.com/introduction/fsi-2018-results

1. Switzerland

2. USA

3. Cayman Islands*

4. Hong Kong

5. Singapore

6. Luxembourg

7. Germany

8. Taiwan

9. United Arab Emirates (Dubai)

10. Guernsey*

11. Lebanon

12. Panama

13. Japan

14. Netherlands

15. Thailand

* British overseas territory or crown dependency. If Britain’s network were assessed together, it would be at the top.

Anmerkung m.z.: Anfang Dezember 2017 hatten sich die EU-Finanzminster erstmals auf eine Liste von 17 Steueroasen geeinigt. Eineinhalb Monate später strich das Gremium gleich wieder acht davon (fett gedruckt). Die Unterschiede zur jüngsten Liste des 2018 Secrecy Ranking (Tax Justice Network) sind auffällig.

The EU Tax Haven List (Dec 2017); mid-January 2018 eight tax havens (in bold-type) were annulled.

Amerikanisch-Samoa,

Bahrain,

Barbados,

Grenada,

Guam,

Südkorea,

Macao,

die Marshallinseln,

Mongolei,

Namibia,

Palau,

Panama,

St. Lucia,

Samoa,

Trinidad und Tobago,

Tunesien

Vereinigte Arabische Emirate.

financial secrecy index 2018 – Interactive Maps

Map1

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Map2

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Martin Zeis

globalcrisis/-change News

March 15, 2018

HSH-Nordbank – Musterbeispiel wie sich Finanzspekulanten auf Kosten der Gemeinschaft bereichern dürfen

Elke Schenk

globalcrisis/globalchange NEWS 3.3.2018

Der lange Schatten der in Vergessenheit geratenen ‚Finanzkrise‘, am Beispiel der HSH-Nordbank – Überblick über die Ursachen und Verantwortlichen der horrenden Schulden / faulen Kredite der Bank und wie bei jedem Schritt seit 10 Jahren die Kapitalseite (Reeder und vor allem Finanzspekulanten) auf Kosten der Bürger/innen = Steuerzahler von Risiken und Schulden entlastet wurden und / oder Profite einstreichen konnten. Die referierten bzw. zitierten Artikel können entweder über die url oder im Anhang vollständig gelesen werden.

1.

Die HSH-Nordbank entstand 2003 aus der Fusion der Landesbanken von Schleswig-Holstein und Hamburg. Sie war spätestens seit 2007 in Schwierigkeiten und wollte sich durch Ausweitung der Schiffskredite retten. Die HSH stieg zum weltgrößten Schiffsfinanzierer auf, sie hatte für mehr als 30 Mrd Euro Schiffskredite vergeben, obwohl auch bankenintern klar war, dass die Frachtraten sinken würden und die Kredite langfristig nicht bedient werden würden. Dies trat dann ab 2007 ein, beschleunigt seit dem Einbruch des Welthandels infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise.

<http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/schifffahrt-hsh-nordbank-vor-

verkaufsentscheidung-a-1178561.html>

Wie die Schiffsfinanzierung als Kosten- und Steuersparmodell für Reeder und reiche Privatanleger funktionierte beschreiben der genannte Artikel im Managermagazin und Jens Berger auf den Nachdenkseiten:

<http://www.nachdenkseiten.de/?p=42672&output=pdf>

„Wie funktioniert eine solche Schiffsfinanzierung? Bereits unter der ersten rot-grünen Bundesregierung wurden für reiche Steuerzahler Möglichkeiten geschaffen, die eigene Steuerlast durch sogenannte Verlustvorträge bei der Schiffsfinanzierung zu mindern. Dies war über ein Finanzierungsmodell über geschlossene Schiffsfonds möglich, bei dem in der Anfangsphase bewusst hohe ‚Buchverluste‘ entstehen sollten, die dann anderen Finanzgewinnen gegenübergestellt wurden und damit das zu versteuernde

Einkommen drückten. Gewinner dieser ‚Steuersparmodelle‘ waren Schiffsmakler,

Finanzberater und natürlich die schwerreichen Hamburger Reeder, die so zu

preiswerten neuen Schiffen kamen, die dann auch noch in der Anfangsphase hohe

Verluste erwirtschaften sollten, was ihnen die Möglichkeit gab, die eigenen Kosten bereits gleich zu Beginn der Laufzeit den neuen Eignern (also den „Steuersparern“) in Rechnung zu stellen. Und finanziert wurde das ganze Spektakel von den norddeutschen Landesbanken, allen voran der HSH Nordbank, natürlich mit geliehenem Geld.“

Die Regierungsspitzen und Finanzminister der beiden Nordländer nahmen ihre dem Gemeinwohl verpflichteten Aufgaben nicht wahr: „Ole von Beust war – wie sein Nachfolger Olaf Scholz – zu eng mit den Reedern und der Finanzlobby verbunden, sein Finanzsenator Michael Freytag wollte ebenfalls nie Licht ins Dunkel bringen“.

Darüber hinaus betrieb die Bank ein umfangreiches Derivategeschäft über Zweckgesellschaften in einschlägigen Steueroasen, wie den Cayman-Inseln, den Marshall-Inseln oder den US-Bundesstaat Delaware. Die Aufsichtsgremien und öffentlichen Eigentümer wurden über die genauen Geschäfte im Unklaren gelassen und ließen sich auch hinter’s Licht führen.

<http://www.jungewelt.de/2015/03-09/009.php&gt;

2.

Der aus Protest über die Unfähigkeit oder Blindheit der schleswig-holsteinischen Regierung gegenüber den Geschäftspraktiken und Risiken der Bank 2009 zurückgetretene Wirtschaftsminister Marnette sagt im Interview mit Test vor kurzem:

<https://www.test.de/HSH-Nordbank-verkauft-Ex-Wirtschaftsminister-sieht-Betrug-am-Buerger-5291058-5291061/>

„Wie hoch sind die Belastungen für die Steuerzahler jetzt noch?

Genau kennen wir die Risiken und die damit verbundenen Belastungen für die Steuerzahler immer noch nicht. Sie betragen wahr­scheinlich mehr als 20 Milliarden Euro. Mit Sicherheit sind mehr als 13 Milliarden Euro weg. Denn die HSH Nord­bank hat sowohl die zehn Milliarden Euro aufgebraucht, die Hamburg und Schleswig-Holstein als Garantie gewährt haben, als auch die drei Milliarden Euro, die beide Länder 2009 als Kapital­spritze zu Verfügung stellten. Hinzu kommen noch Wert­berichtigungen und Pensions­verpflichtungen der HSH Nord­bank, für die auch die Steuerzahler gerade stehen. Das sind mit Sicherheit 1,5 Milliarden Euro. Und es gibt weitere Risiken. Die HSH Nord­bank ist eine Black Box, denn was sich aus der Schiffs­finanzierung der Bank noch ergeben wird, ist völlig offen. Über das, was noch auf die Steuerzahler zukommt, werden sie weiterhin im Unklaren gelassen. Nicht einmal die Abge­ordneten der beiden Landes­parlamente kennen die Zahlen. Sie sollen aber im April 2018 dem heute beschlossenen Verkauf zustimmen. […] Die HSH Nord­bank hat in den letzten Jahren aus eigener Kraft nie Gewinne erzielt. Positive Geschäfts­zahlen sind immer nur zustande gekommen, weil die Garan­tien der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein bei der Risiko­vorsorge gegen­gerechnet werden konnten. Dies wäre keinem normalen deutschen Unternehmen gestattet. Allein bis 2016 hat die Bank einen Verlust von 6,2 Milliarden Euro gemacht. Das heißt: Ihr Verlust ist größer als ihr bilanzielles Eigen­kapital. Die Bank war bereits 2015 nicht mehr liquide und hätte abge­wickelt werden müssen.“

Zusätzlich zu den Hilfen aus Schleswig-Holstein und Hamburg erhielt die Bank Anfang 2009 Garantien des Bankenrettungsfonds SoFFin in Höhe von 30 Mrd. Euro für Interbankenkredite und Anleiheemissionen. <http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/hsh-nordbank-geruechte-um-interne-bad-bank;2153236>

3.

Die Bank soll verkauft werden. Das verlangt auch die EU-Kommission, deren neoliberales Programm seit langem eine Zerschlagung der öffentlich-rechtlichen Banken in Deutschland anstrebt. Seit dem 28.2. stehen die zwei Käufer fest: der US-Hedgefonds Cerberus (benannt nach dem „Höllenhund“ der griechischen Mythologie) und Finanzinvestor Flowers, der bislang schon einen Anteil an der HSH hält.

Dazu schreibt Ernst Wolff auf Telepolis:

https://www.heise.de/tp/features/Die-HSH-und-der-Hedgefonds-Cerberus-3984869.html?seite=all

„[…] Schwergewicht unter den Geschäftspartnern ist mit einem Anteil von knapp über 40 Prozent der US-Hedgefonds Cerberus, der sich nach langjährigen Aktivitäten im Automobil, Waffen-, Pharma- und Immobilienbereich seit einiger Zeit auf den Bankensektor konzentriert.

Cerberus wurde 1992 in New York vom Princeton-Absolventen Stephen Feinberg gegründet und hat sich den Ruf erworben, sein Geschäft mit besonders harten Methoden zu betreiben. In den USA gilt Cerberus als „Geier-Hedgefonds“, dessen öffentlichkeitsscheue Führung vor allem dort ihr Geld macht, wo andere in Schwierigkeiten stecken.

Absolut hemmungslos

Zunächst engagierte sich Cerberus im Waffengeschäft, kaufte diverse Rüstungsunternehmen auf und wurde unter dem Namen „Freedom Group“ zum bedeutendsten Handfeuerwaffenhändler der USA. Mit der Übernahme von „DynCorp“ entstand ab 2010 ein „Sicherheits- und Militärunternehmen“, das weltweit Söldnerarmeen unterhält und seine Aufträge hauptsächlich von der US-Regierung bekommt. Dabei helfen Cerberus seine hervorragenden Beziehungen in Washington […]

2007 übernahm Cerberus vom damaligen Stuttgarter Autokonzern Daimler-Chrysler den Bereich Chrysler, feuerte 30.000 Arbeiter und Angestellte, trieb den Konzern in die Insolvenz – und ließ sich dafür durch ein Bail-out mit US-Steuergeldern entschädigen. […]

In Deutschland hat sich Cerberus vor allem wegen seiner Geschäfte im Immobilienbereich hervorgetan. Zusammen mit Goldman Sachs hat der Hedgefonds 2004 für 405 Mio. Euro vom rot-roten Berliner Senat 75.000 Wohnungen gekauft, was der damalige SPD-Finanzsenator Thilo Sarrazin als „beachtlichen Erfolg“ bezeichnet hatte […] “

Der zweite Großaktionär ist Finanzinvestor J. C. Flowers.

Diesen ausgefuchsten Finanzhaien sitzen bei der Vertragsverhandlung auf politischer Seite finanztechnische Laien gegenüber, wie Wolff anführt: eine Erzieherin und ein Mediziner. Die für den Verkaufsprozess angeheuerten Berater erhalten laut Marnette fast 200 Mio Euro. Marnette nennt den Verkauf einen „Scheinverkauf“. Die Bank wird von allen Risiken entledigt, die Filetstücke werden für 1,3 Mrd Euro verkauft, die faulen Kredite werden sozialisiert. Berger: „Die Bad Bank hsh finanzfonds inklusive des gesamten Portfolios von problematischen Krediten verbleibt beim Steuerzahler“.

Dies nennt der Hamburger Oberste Bürgermeister und ausgeguckte SPD-Finanzminister der nächsten GroKo, Olaf Scholz, ein gutes Ergebnis. Daran kann man ermessen, wie ’sozialdemokratische‘ Finanzpolitik im Bund aussehen wird.

HSH-Schiffskredite-Subventionen-Pleite-mm2018_01.pdf

HSH-Verkauf-Sozialisierung-Verluste-BERGER-NDS-2018_03_01.pdf

Davos und die herrschende Leere

Paul Schreyer

30. Januar 2018   —  Beim Weltwirtschaftsforum im Schweizer Nobelort Davos feierten sich vergangene Woche erneut die internationalen Geldeliten. Diesmal ging es dort auch um Fake News – auf dem Podium stritten Vertreter von New York Times, BBC und RT miteinander.

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Katalonien – Lage kurz vor der Rede Puigdemonts

globalcrisis/globalchange NEWS

Martin Zeis, 10.10.2017

In einer Stunde wird der Ministerpräsident Kataloniens, Carles Puigdemont, im Regionalparlament eine Rede zur „aktuellen politischen Situation“ halten.

Puigdemont bewegt sich dabei in einem komplexen inneren (Katalonien + Spanien) und äußeren (v.a. EU, Großbanken/Konzerne im Verbund mit der Rajoy-Minderheitsregierung), Kräftefeld.

Dazu ein stichwortartiger Rückblick auf die Entwicklung des Konflikts seit 2005.

(Zur Geschichte der Selbstverwaltung und des Kampfs um Autonomie – auch in Katalonien – vgl. einen Aufsatz von Stephan Best: Kronstadt und Katalonien, 9.10.2017, URL: https://steven25.com/2017/10/09/kronstadt-und-katalonien9 )

2005 hatte das katalanische Parlament mit 90 Prozent der Stimmen ein neues Autonomiestatut beschlossen, das lt. Verfassung im spanischen Parlament zu verhandeln/billigen war. Das Versprechen des damaligen spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero (2000 bis Feb. 2012 PSOE-Vorsitzender) den katalanischen Entwurf unverändert anzunehmen, wurde u.a. von seinen eigenen Parteifreunden, u.a. dem sozialistischen Präsidenten der Verfassungskommission Alfons Guerra torpediert. Eine wichtige Rolle dabei spielten die Putschdrohungen des spanischen Heeres, es werde „einschreiten“, sollte das neue Autonomiestatut so beschlossen werden.

Das Parlament entfernte wesentliche Elemente des neuen Autonomiestatuts:

  • Katalonien wurde im ersten Artikel nicht mehr als „Nation“ bezeichnet;
  • Die katalanische Finanzhoheit wurde gestrichen. Das Finanzierungsmodell lehnte sich an die 30 Jahre lang bewährte Praxis des Baskenlands an: Katalonien nimmt die Steuern ein und führt jährlich nach Verhandlungen einen Teil an den Zentralstaat ab;
  • Gekippt wurde ebenso die Pflicht für alle Richter, Militärs, Beamte die katalanische Sprache zu benutzen; Katalanisch sollte die bevorzugte Sprache sein und für alle Bewohner verpflichtend zu lernen. (1)

Trotz dieser Verstümmelung stimmten am 18.6.2006 im folgenden Referendum 73,9 Prozent für das neue Autonomiestatut. Die niedrige Wahlbeteiligung (knapp 50 Prozent) lag u.a. daran, dass die linksnationalistische „Republikanische Linke Kataloniens“ (ERC) wegen der o.a. Abhobelungen aufforderte mit Nein zu stimmen. Viele Wähler der ERC, die in Wahlen bis zu 17 Prozent erreichte, wollten nicht zusammen mit der äußersten Rechten, der Rajoy-Partei PP (Partido Popular), stimmen und gaben ungültige Wahlzettel ab oder blieben der Wahl fern. Nach Unterzeichnung durch den König trat das Autonomie-Statut am 19.8.2006 in Kraft.

Die PP-Fraktion im katalanischen Parlament legte daraufhin Verfassungsklage gegen dieses neue Autonomiestatut ein. Das von Spezies der PP durchsetzte Verfassungsgericht ließ sich vier Jahre bis zur Urteilsverkündung Zeit, erklärte neben den oben angeführten weitere 11 Artikel für verfassungswidrig und verlangte an 27 weiteren Änderungen.

Das Urteil rief große Empörung bei der Bevölkerung und den verschiedenen Institutionen Kataloniens hervor. Am 10.7.2010 folgten dem Aufruf des Kulturvereins Òmnium Cultural und weiteren über 200 Gruppen und Institutionen „Som una nació. Nosaltres decidim!“ (‚Wir sind eine Nation. Wir entscheiden!‘) auf einer Demonstration und Kundgebung in Barcelona über eine Million Bürger.

Am 11.9.2012, dem katalanischen Nationalfeiertag, der unter dem Motto „Katalonien, ein neuer Staat in Europa“ stand, demonstrierten 1,5 Millionen auf den Straßen Barcelonas für die Unabhängigkeit. In einer kurz zuvor von El Pais veröffentlichten Umfrage wollten 51,1 Prozent für die Unabhängigkeit stimmen.

Der damalige Ministerpräsident Artur Mas (Partei „Konvergenz und Einheit“ CiU) erklärte, die wichtigste Schlacht sei jetzt, die volle Finanzsouveränität gegenüber der Zentralregierung durchzusetzen.

„Mas rechnete vor, man hätte kaum Schulden, anstatt die am höchsten verschuldete Region zu sein, wenn das Geld in der Region bliebe. Die Regionalregierung will deshalb für die Rettungsmilliarden keine Auflagen erfüllen. Denn das bedeutet, dass die Konservativen, die ohnehin etwas gegen die Autonomierechte haben, noch stärker über Auflagen in die begrenzte Autonomie hineinregieren würden.

Man fordere nur einen Teil des Geldes zurück, das bisher an Madrid gezahlt worden sei, sagte Mas. Die Katalanen wollen wie die Basken die Steuern selbst einzuziehen und danach mit Madrid darüber verhandeln, welche Summe abgeführt wird. Mit diesem System fahren die Basken seit Jahrzehnten einigermaßen gut. Das zeigt sich daran, dass die eigene Steuer-, Struktur-, Industrie- und Sozialpolitik auch dazu geführt hat, dass die Basken deutlich besser durch die Krise als der Rest des Landes kommen. Das zeigt sich auch an der deutlich niedrigeren Arbeitslosen- und Verschuldungsquote deutlich.“ (2)

Bei den vorgezogenen Neuwahlen zum Regionalparlament der Autonomen Gemeinschaft Katalonien am 27.9.2015 errangen die Parteien, welche für eine Unabhängigkeitserklärung eintreten – Junts pel Si (Wahlbündnis „Zusammen für Ja“) und CUP (3) – die absolute Mehrheit der Mandate (72 von 135) bei einem 48%igen Anteil an den gültigen Wählerstimmen.

Sept./Okt. 2017 Der Versuch des Rajoy-Regimes in Tateinheit mit dem Verfassungsgericht das Referendum zu verhindern — per Verbot, mit Anklagen wg. Anstachelung zum „Aufruhr“, Veranstaltungsverboten, Sperrung von mehr als 100 Websites, Verhaftung von Regierungsmitgliedern, dem brutalem Einsatz der Guardia Civil und Nationalpolizei, um die Katalanen an der Ausübung ihres Wahlrechts zu hindern oder die Wahllokale zu stürmen + die Wahlurnen mit den abgegebenen Stimmzetteln zu beschlagnahmen, scheiterte an dem vielfältigen klugen, kreativen, friedfertigen Widerstand von Millionen – es gelang mehr als 2,2 Millionen WählerInnen in 2000 Wahllokalen ihre Stimme abzugeben bei einem 90%igem JA zur Unabhängigkeit; nur in knapp 100 Wahllokalen konnten die Urnen beschlagnahmt werden.

Im Gefolge des Referendums wurde der Druck auf die katalanische Regierung von verschiedenen Seiten erhöht.

König Felipe forderte Rajoy auf durchzugreifen und die „verfassungsmäßige Ordnung“ wiederherzustellen, was als Hinweis verstanden werden kann, Art. 155 anzuwenden, d.h. die katalanischen Institutionen aufzulösen und unter zentrale Zwangsverwaltung zu stellen. (4)

Die Maske fallen ließ vorgestern der Sprecher der Rajoy-Partei PP, Pablo Casado, der kaum verhüllt dem katalanischen MP Folter und Mord androhte. Anspielend auf das Schicksal des früheren katalanischen Regierungschefs Companys, der nach dem Putsch der Franko-Faschisten und dem Ende des spanischen Bürgerkriegs nach Frankreich floh, dort später von der Gestapo verhaftet, an Spanien ausgeliefert, schwer gefoltern und exekutiert wurde, drohte Casado, Puigdemont könne wie dieser enden.

Die EU-Kommission verkündete am 5. Oktober, dass ein unabhängiges Katalonien kein Mitglied der EU bleiben könne und sein Finanzsystem demzufolge von der Finanzierung durch die EZB abgeschnitten werde. Das veranlasste verschiedene spanische Banken und Großunternehmen, ihren Hauptsitz aus Katalonien zu verlegen – denn sie sind zum Überleben auf EZB-Nullzinskredite angewiesen, und diverse Konzerne brauchen die EZB als einen wichtigen Aufkäufer ihrer Unternehmensanleihen. Möglich geworden war diese Blitzaktion dadurch, dass Regierung bereits am 6.10. ein Notstands-Dekret erließ, das es spanischen Unternehmen erlaubt, ihren offiziellen Firmensitz innerhalb von 24 Stunden in andere Landesteile zu verlegen. Außerdem entbindet es sie von der gesetzlich verankerten Pflicht, vor einer derartigen Entscheidung das Einverständnis ihrer Aktieninhaber einzuholen. (5)

Gestern hat die Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau, zur Entspannung des Konflikts aufgerufen: „Was wir jetzt brauchen, sind Gesten der Entspannung von beiden Seiten … Wir brauchen keine Eskalation, die niemandem etwas bringt.“ Sie rief den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy dazu auf, die nach Katalonien entsandten Polizeieinheiten wieder abzuziehen. Er dürfe die katalanischen Institutionen nicht entmachten. (6) Mit dieser Position trifft Colau – unbeschadet der Haltung zur einseitigen Unabhängigkeitserklärung, die sie nicht teilt – die der großen Mehrheit in der spanischen Gesellschaft.

Die Rede Puigdemonts heute Abend wird einen Weg aufzeigen müssen, der das skizzierte Kräftefeld berücksichtigt, d.h. die Position der Unabhängigkeit ist in einen Weg des weiteren Dialogs, der Verhandlungen (inklusive der vorliegenden Vermittlungsangebote z.B. der Schweiz, der Aufforderungen des EU-Parlaments …) einzubetten.

Parallel müsste versucht werden, die Minderheitsregierung von Rajoy durch eine (neuversuchte) Koalitionsregierung von Unidos Podemos, der PSOE und der baskischen Fraktion abzulösen, um auch Spielraum für den o.a. Verhandlungsprozess zu schaffen.

Wie man sich an der Basis in Katalonien auf mögliche Eventualitäten vorbereitet, berichtet aktuell Ralf Streck aus Barcelona:

„Die anarchosyndikalistische CGT arbeitet schon an einem neuen Generalstreik, nach dem großen Streik am vergangenen Dienstag. Damit will sie auf eine Repressionswelle antworten können. Es zirkuliert schon das Modell für einen katalanischen Personalausweis. Angesichts der Verlegung von Firmen- und Banksitzen wechseln viele Leute die Bank, den Telefon- oder Stromanbieter. Per Telegram kommen täglich neue Vorschläge aufs Handy, Tablet oder den Computer, was „du heute tun kannst“. Von der Caixa zur Banca Etica wechseln, von Endesa und Iberdrola zu Kooperativen wie Somenergia oder Factoreneria, von Gas Natural zu Catgas lauteten die Vorschläge am Montag, denen sogleich viele nachkommen, um katalanische Genossenschaften zu stützen und gegen die Erpressung zu protestieren.“ (7)

Anmerkungen

(1) vgl. Grundgesetz 6/2006 vom 19. Juli zur Novellierung des Autonomiestatuts von Katalonien (dt. Übers.) – URL: https://www.parlament.cat/document/cataleg/150267.pdf

(2) zit.a. Ralf STRECK: „Katalonien, ein neuer Staat in Europa“, TP 12.09.2012; URL: http://www.heise.de/tp/features/Katalonien-ein-neuer-Staat-in-Europa-3395659.html?view=print

(3) Junts pel Sí ist ein katalanisches Wahlbündnis, das im Juli 2015 in Barcelona für die Regionalwahl 2015 gegründet wurde und eine Koalition darstellt aus der Mitte-Rechts-Partei Convergència Democràtica de Catalunya (CDC) mit dem damaligen katalanischen Ministerpräsidenten Artur Mas als Vorsitzendem und der linksrepublikanischen Esquerra Republicana de Catalunya (ERC) mit dem Vorsitzenden Oriol Junqueras. Außerdem sind in dem Bündnis parteipolitisch nicht aktive Mitglieder aus Kunst und Sport vertreten, wie der Fußballtrainer Pep Guardiola und der Liedermacher Lluís Llach. — Die Candidatura d’Unitat Popular (Kandidatur der Volkseinheit, CUP) ist ein in Katalonien entstandener parteipolitischer Zusammenschluss. Die CUP gehört zum linken Teil des Parteienspektrums in Katalonien. Neben links-alternativen und antikapitalistischen Gruppierungen finden sich vor allem auch sozialistische und anarchistische Gruppierungen in der CUP zusammen. (zit.a. https://de.wikipedia.org)

(4) eine detaillierte Beschreibung/Erklärung möglicher Verfahrensweisen (Szenarien) nach Art. 167 und 155 der spanischen Verfassung findet sich einem von Marc de-Muizon verfassten Paper der Deutschen Bank (vgl. zerohedge-Dokumentation vom 06.10.2017 „Catalan Independence: Deutsche Bank Explains How We Got Here & What Happens Next“; URL: http://www.zerohedge.com/news/2017-10-06/catalan-independence-deutsche-bank-explains-how-we-got- here-what-happens-next

(5) vgl. Ernst Wolff: Wie Finanzindustrie und Politik Katalonien in die Knie zwingen; TP 9.9.2017 – URL: http://www.heise.de/tp/features/Wie-Finanzindustrie-und-Politik-Katalonien-in-die-Knie-zwingen-3852508.html

(6) vgl. Spiegel online, 10.10.2017

(7)http://www.heise.de/tp/features/Wird-die-Unabhaengigkeit-Kataloniens-am-Dienstag-erklaert-3853744.html

F. William ENGDAHL: Gold Oil Dollars Russia and China; New Eastern Outlook, Sep 13, 2017

globalcrisis/-change NEWS
Martin Zeis, 15.09.2017

Dear all,
below extracts of Engdahl’s epitome about the US-Dollar’s story since 1944 (Bretton Woods) until our day. In addition it’s appropriate to read Paul Craig Robert`s article „China Must Pray That US Carries out Its Threat to Cut It off From the Dollar“ – URL: http://russia-insider.com/en/politics/china-must-pray-us-carries-out-its-threat-cut-it-dollar/ri20924
____________

13./14.09.2017 — https://journal-neo.org/2017/09/13/gold-oil-dollars-russia-and-chinahttp://russia-insider.com/en/politics/we-should-take-latest-china-russia-challenge-dollar-seriously/ri20900

Gold Oil Dollars Russia and China

We Should Take the Latest China-Russia Challenge to the Dollar Seriously

Wall Street and Washington are not amused, but they are powerless to stop it.

By F. William ENGDAHL

William Engdahl is one of the best in the world on this subject. He has been writing about the world monetary system for decades, and few writers have the wealth of insight and experience in the subject that he has. What Engdahl says, matters.

Intro:

The 1944 Bretton Woods international monetary system as it has developed to the present is become, honestly said, the greatest hindrance to world peace and prosperity.

Now China, increasingly backed by Russia—the two great Eurasian nations—are taking decisive steps to create a very viable alternative to the tyranny of the US dollar over the world trade and finance.

Wall Street and Washington are not amused, but they are powerless to stop it.


Shortly before the end of the Second World War, the US Government, advised by the major international banks of Wall Street, drafted what many mistakenly believe was a new gold standard. In truth, it was a dollar standard in which every other member currency of the International Monetary Fund countries fixed the value of their currency to the dollar. In turn, the US dollar was fixed then to gold at a value equal to 1/35th of an ounce of gold. At the time Washington and Wall Street could impose such a system as the Federal Reserve held some 75% of all world monetary gold as a consequence of the war and related developments. Bretton Woods established the dollar which then became the reserve currency of world trade held by central banks.

Death Agony of a Defective Dollar Standard

By the end of the 1960’s with soaring US Federal budget deficits from costs of the Vietnam War and other foolish spending, the dollar standard began to show its deep structural flaws. A recovered Western Europe and Japan no longer needed billions of US dollars for financing reconstruction. Germany and Japan had become world class export economies with higher efficiency than US manufacturing owing to a growing obsolescence of US basic industry from steel to autos and basic infrastructure. Washington should then have significantly devalued the dollar against gold in order to correct the growing world trade imbalance. Such a dollar devaluation would have boosted US manufacturing export earnings and reduced the trade imbalances. It would have been a huge pus for the real US economy. However for Wall Street banks it spelled huge losses. So instead, the Johnson and then Nixon administrations printed more dollars and in effect exported inflation to the world.

The central banks of especially France and Germany reacted to the deafness in Washington by demanding US Federal Reserve gold for their US dollar reserves at $35 per unce s in the Bretton Woods 1944 agreement. By August 1971 the redemption of gold for inflated US dollars had reached a crisis point where Nixon was advised by a senior Treasury official, Paul Volcker, to rip up the Bretton Woods system.

By 1973 gold was allowed by Washington to trade freely and was no longer the backing of a sound US dollar. Instead, an engineered oil price shock in October 1973 that sent the dollar price of oil higher by 400% in a matter of months, created what Henry Kissinger then called the petrodollar.

The world needed oil for the economy. Washington, in a 1975 deal with the Saudi monarchy, insured that Arab OPEC would refuse to sell one drop of their oil to the world for any currency other than US dollars. The value of the dollar soared against other currencies such as the German Mark or Japanese Yen. Wall Street banks were awash in petrodollar deposits. The dollar casino was open and running, and the rest of the world was being fleeced by it.

In my book, Gods of Money: Wall Street and the Death of the American Century, I detail how the major New York international banks such as Chase, Citibank and Bank of America used the petrodollars then to recycle Arab oil profits to oil-importing countries in the developing world during the 1970’s, laying the seeds for the so-called Third World Debt Crisis. Curiously, it was the same Paul Volcker, a protégé of David Rockefeller and Rockefeller’s Chase Manhattan Bank, who this time, in October, 1979 as Chairman of the Fed, triggered the 1980s debt crisis by pushing Fed interest rates through the roof. He lied and claimed it was to nip inflation. It was to save the dollar and the Wall Street banks.

Today, the dollar is a strange phenomenon to put it mildly. The United States since 1971 has gone from being a premier industrial nation to a giant debt-bloated casino of speculation.

With Fed Funds interest rates between zero and one percent the past nine years—unprecedented in modern history—the major banks of Wall Street, the ones whose financial malfeasance and murderous greed created the 2007 Subprime crisis and its 2008 global financial Tsunami, set about to build a new speculative bubble. Rather than lend to debt-bloated cities for urgently-needed infrastructure or other productive avenues of the real economy, instead they created another colossal bubble in the stock market. Major companies used cheap credit to buy their own stocks back, thereby spurring the stock prices on Wall Street exchanges, a rise fed by hype and myths about “economic recovery.” The S&P-500 stock index rose by 320% since the end of 2008. I can assure you those paper stock rises are not because the real US economy has grown 320%.

American households earn less in real terms each year over decades. Since 1988 median household income has been stagnant amid steadily rising inflation, a declining real income. They must borrow more than ever in history. Federal Government debt is at an unmanageable $20 trillion with no end in sight. American industry has been closed and production shipped offshore, “outsourced” is the euphemism. Left behind is a high-debt, rotted out “service economy” where millions work two even three part-time jobs just to keep afloat.

The only factor keeping the dollar from total collapse is the US military and Washington’s deployment of deceptive NGOs around the world to facilitate plundering of the world economy.

So long as Washington dirty tricks and Wall Street machinations were able to create a crisis such as they did in the Eurozone in 2010 through Greece, world trading surplus countries like China, Japan and then Russia, had no practical alternative but to buy more US Government debt—Treasury securities—with the bulk of their surplus trade dollars. Washington and Wall Street smiled. They could print endless volumes of dollars backed by nothing more valuable than F-16s and Abrams tanks. China, Russia and other dollar bond holders in truth financed the US wars that were aimed at them, by buying US debt. Then they had few viable alternative options.

Viable Alternative Emerges

Now, ironically, two of the foreign economies that allowed the dollar an artificial life extension beyond 1989 – Russia and China – are carefully unveiling that most feared alternative, a viable, gold-backed international currency and potentially, several similar currencies that can displace the unjust hegemonic role of the dollar today.

For several years both the Russian Federation and the Peoples’ Republic of China have been buying huge volumes of gold, largely to add to their central bank currency reserves which otherwise are typically in dollars or euro currencies. Until recently it was not clear quite why.

For several years it’s been known in gold markets that the largest buyers of physical gold were the central banks of China and of Russia. What was not so clear was how deep a strategy they had beyond simply creating trust in the currencies amid increasing economic sanctions and bellicose words of trade war out of Washington.

Now it’s clear why.

China and Russia, joined most likely by their major trading partner countries in the BRICS (Brazil, Russia, India, China, South Africa), as well as by their Eurasian partner countries of the Shanghai Cooperation Organization (SCO) are about to complete the working architecture of a new monetary alternative to a dollar world.

Currently, in addition to founding members China and Russia, the SCO full members include Kazakhstan, Kyrgyzstan, Tajikistan, Uzbekistan, and most recently India and Pakistan. This is a population of well over 3 billion people, some 42% of the entire world population, coming together in a coherent, planned, peaceful economic and political cooperation.

If we add to the SCO member countries the official Observer States—Afghanistan, Belarus, Iran and Mongolia, states with expressed wish to formally join as full members, a glance at the world map will show the impressive potentials of the emerging SCO. Turkey is a formal Dialogue Partner exploring possible SCO membership application, as are Sri Lanka, Armenia, Azerbaijan, Cambodia and Nepal. This, simply said, is enormous.

BRI and a Gold-Backed Silk Road

Until recently Washington think tanks and the Government have sneered at the emerging Eurasian institutions such as SCO. Unlike BRICS which is not made up of contiguous countries in a vast land-mass, the SCO group forms a geographic entity called Eurasia. When Chinese President Xi Jinping proposed the creation of what then was called the New Economic Silk Road at a meeting in Kazakhstan in 2013, few in the West took it seriously. The name officially today is the Belt, Road Initiative (BRI). Today, the world is beginning to take serious note of the scope of the BRI.

It’s clear that the economic diplomacy of China, as of Russia and her Eurasian Economic Union group of countries, is very much about realization of advanced high-speed rail, ports, energy infrastructure weaving together a vast new market that, within less than a decade at present pace, will overshadow any economic potentials in the debt-bloated economically stagnant OECD countries of the EU and North America.

What until now was vitally needed, but not clear, was a strategy to get the nations of Eurasia free from the dollar and from their vulnerability to further US Treasury sanctions and financial warfare based on their dollar dependence. This is now about to happen.

At the September 5 annual BRICS Summit in Xiamen, China Russian President Putin made a simple and very clear statement of the Russian view of the present economic world. He stated, “Russia shares the BRICS countries’ concerns over the unfairness of the global financial and economic architecture, which does not give due regard to the growing weight of the emerging economies. We are ready to work together with our partners to promote international financial regulation reforms and to overcome the excessive domination of the limited number of reserve currencies.” To my knowledge he has never been so explicit about currencies. Put this in context of the latest financial architecture unveiled by Beijing, and it becomes clear the world is about to enjoy new degrees of economic freedom.

China Yuan Oil Futures

(…)

further see attachment (pdf)

FWE-China+Russia-Challenge-of-USD170914.pdf

Pepe ESCOBAR: The real BRICS bombshell; Asia Times Sep 05, 2017 + related articles

globalcrisis/change NEWS

Martin Zeis, Sep 07, 2017

Dear all,

below wellknown „Roving Eye“ Pepe Escobar boils the landmark Xiamen-BRICS-move – challenging the USD-hegemony – down to an essence.

More substantial articles relating to the Korea-Crisis, the geopolitical shift in the Pacific Rim and the importance of the Shanghai/Hongkong-established Crude-Oil-Yuan-Gold-Futures see:

http://www.strategic-culture.org/news/2017/09/02/three-dangerous-delusions-about-korea.html

Three Dangerous Delusions About Korea

By James Jatras, Sep 02, 2017

http://www.globalresearch.ca/proposal-for-a-lasting-korea-peace-agreement-signing-of-a-bilateral-north-south-korea-peace-treaty/5607686

Proposal for a Lasting Korea Peace Agreement: Signing of a Bilateral North-South Korea Peace Treaty

By Prof Michel Chossudovsky

Global Research, September 05, 2017

http://www.globalresearch.ca/americas-financial-war-strategy/5587886

America’s Financial War Strategy

By Alasdair Macleod, May 02, 2017

http://oilprice.com/Latest-Energy-News/World-News/China-Readies-Yuan-Priced-Crude-Oil-Benchmark-Backed-By-Gold.html

China Readies Yuan-Priced Crude Oil Benchmark Backed By Gold

By Tsvetana Paraskova – Sep 01, 2017

Greets, Martin Zeis

+++++

05.09.2017  —  http://www.atimes.com/article/real-brics-bombshell/

The real BRICS bombshell

Putin reveals ‚fair multipolar world‘ concept in which oil contracts could bypass the US dollar and be traded with oil, yuan and gold

By Pepe Escobar

The annual BRICS summit in Xiamen – where President Xi Jinping was once mayor – could not intervene in a more incandescent geopolitical context.

Once again, it’s essential to keep in mind that the current core of BRICS is “RC”; the Russia-China strategic partnership. So in the Korean peninsula chessboard, RC context – with both nations sharing borders with the DPRK – is primordial.

Beijing has imposed a definitive veto on war – of which the Pentagon is very much aware.

Pyongyang’s sixth nuclear test, although planned way in advance, happened only three days after two nuclear-capable US B-1B strategic bombers conducted their own “test” alongside four F-35Bs and a few Japanese F-15s.

Everyone familiar with the Korean peninsula chessboard knew there would be a DPRK response to these barely disguised “decapitation” tests.

So it’s back to the only sound proposition on the table: the RC “double freeze”. Freeze on US/Japan/South Korea military drills; freeze on North Korea’s nuclear program; diplomacy takes over.

The White House, instead, has evoked ominous “nuclear capabilities” as a conflict resolution mechanism.

Gold mining in the Amazon, anyone?

On the Doklam plateau front, at least New Delhi and Beijing decided, after two tense months, on “expeditious disengagement” of their border troops. This decision was directly linked to the approaching BRICS summit – where both India and China were set to lose face big time.

Indian Prime Minister Narendra Modi had already tried a similar disruption gambit prior to the BRICS Goa summit last year. Then, he was adamant that Pakistan should be declared a “terrorist state”. The RC duly vetoed it.

Modi also ostensively boycotted the Belt and Road Initiative (BRI) summit in Hangzhou last May, essentially because of the China-Pakistan Economic Corridor (CPEC).

India and Japan are dreaming of countering BRI with a semblance of connectivity project; the Asia-Africa Growth Corridor (AAGC). To believe that the AAGC – with a fraction of the reach, breath, scope and funds available to BRI – may steal its thunder, is to enter prime wishful-thinking territory.

Still, Modi emitted some positive signs in Xiamen; “We are in mission-mode to eradicate poverty; to ensure health, sanitation, skills, food security, gender equality, energy, education.” Without this mammoth effort, India’s lofty geopolitical dreams are D.O.A.

Brazil, for its part, is immersed in a larger-than-life socio-political tragedy, “led” by a Dracula-esque, corrupt non-entity; Temer The Usurper. Brazil’s President, Michel Temer, hit Xiamen eager to peddle “his” 57 major, ongoing privatizations to Chinese investors – complete with corporate gold mining in an Amazon nature reserve the size of Denmark. Add to it massive social spending austerity and hardcore anti-labor legislation, and one’s got the picture of Brazil currently being run by Wall Street. The name of the game is to profit from the loot, fast.

The BRICS’ New Development Bank (NDB) – a counterpart to the World Bank – is predictably derided all across the Beltway. Xiamen showed how the NDB is only starting to finance BRICS projects. It’s misguided to compare it with the Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB). They will be investing in different types of projects – with the AIIB more focused on BRI. Their aim is complementary.

‘BRICS Plus’ or bust

On the global stage, the BRICS are already a major nuisance to the unipolar order. Xi politely put it in Xiamen as “we five countries [should] play a more active part in global governance”.

And right on cue Xiamen introduced “dialogues” with Mexico, Egypt, Thailand, Guinea and Tajikistan; that’s part of the road map for “BRICS Plus” – Beijing’s conceptualization, proposed last March by Foreign Minister Wang Yi, for expanding partnership/cooperation.

A further instance of “BRICS Plus” can be detected in the possible launch, before the end of 2017, of the Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) – in the wake of the death of TPP.

Contrary to a torrent of Western spin, RCEP is not “led” by China.

Japan is part of it – and so is India and Australia alongside the 10 ASEAN members. The burning question is what kind of games New Delhi may be playing to stall RCEP in parallel to boycotting BRI.

Patrick Bond in Johannesburg has developed an important critique, arguing that “centrifugal economic forces” are breaking up the BRICS, thanks to over-production, excessive debt and de-globalization. He interprets the process as “the failure of Xi’s desired centripetal capitalism.”

It doesn’t have to be this way. Never underestimate the power of Chinese centripetal capitalism – especially when BRI hits a higher gear.

Meet the oil/yuan/gold triad

It’s when President Putin starts talking that the BRICS reveal their true bombshell. Geopolitically and geo-economically, Putin’s emphasis is on a “fair multipolar world”, and “against protectionism and new barriers in global trade.” The message is straight to the point.

The Syria game-changer – where Beijing silently but firmly supported Moscow – had to be evoked; “It was largely thanks to the efforts of Russia and other concerned countries that conditions have been created to improve the situation in Syria.”

On the Korean peninsula, it’s clear how RC think in unison; “The situation is balancing on the brink of a large-scale conflict.”

Putin’s judgment is as scathing as the – RC-proposed – possible solution is sound; “Putting pressure on Pyongyang to stop its nuclear missile program is misguided and futile. The region’s problems should only be settled through a direct dialogue of all the parties concerned without any preconditions.”

Putin’s – and Xi’s – concept of multilateral order is clearly visible in the wide-ranging Xiamen Declaration, which proposes an “Afghan-led and Afghan-owned” peace and national reconciliation process, “including the Moscow Format of consultations” and the “Heart of Asia-Istanbul process”.

That’s code for an all-Asian (and not Western) Afghan solution brokered by the Shanghai Cooperation Organization (SCO), led by RC, and of which Afghanistan is an observer and future full member.

And then, Putin delivers the clincher;

“Russia shares the BRICS countries’ concerns over the unfairness of the global financial and economic architecture, which does not give due regard to the growing weight of the emerging economies. We are ready to work together with our partners to promote international financial regulation reforms and to overcome the excessive domination of the limited number of reserve currencies.”

“To overcome the excessive domination of the limited number of reserve currencies” is the politest way of stating what the BRICS have been discussing for years now; how to bypass the US dollar, as well as the petrodollar.

Beijing is ready to step up the game. Soon China will launch a crude oil futures contract priced in yuan and convertible into gold.

This means that Russia – as well as Iran, the other key node of Eurasia integration – may bypass US sanctions by trading energy in their own currencies, or in yuan.

Inbuilt in the move is a true Chinese win-win; the yuan will be fully convertible into gold on both the Shanghai and Hong Kong exchanges.

The new triad of oil, yuan and gold is actually a win-win-win. No problem at all if energy providers prefer to be paid in physical gold instead of yuan. The key message is the US dollar being bypassed.

RC – via the Russian Central Bank and the People’s Bank of China – have been developing ruble-yuan swaps for quite a while now.

Once that moves beyond the BRICS to aspiring “BRICS Plus” members and then all across the Global South, Washington’s reaction is bound to be nuclear (hopefully, not literally).

Washington’s strategic doctrine rules RC should not be allowed by any means to be preponderant along the Eurasian landmass. Yet what the BRICS have in store geo-economically does not concern only Eurasia – but the whole Global South.

Sections of the War Party in Washington bent on instrumentalizing India against China – or against RC – may be in for a rude awakening. As much as the BRICS may be currently facing varied waves of economic turmoil, the daring long-term road map, way beyond the Xiamen Declaration, is very much in place.   —   emphasis, zerohedge  —

KenFM-Positionen 11: Der globale Marshallplan – Konzepte für eine Welt von morgen KenFM

Die elfte Ausgabe von Ken Jebsens Gesprächsrunde „Positionen“ ist seit Sonntag online und widmet sich möglichen Konzepten für eine Welt von morgen:

Globaler Marshallplan – Konzepte für eine Welt von morgen

Gäste der elften Ausgabe von Positionen sind:

  • Heinz-Josef Bontrup
  • Günter Grzega
  • Erwin Thoma
  • Dennis Hack
Veröffentlicht am 06.08.2017

„Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man Modelle, die das Alte überflüssig machen.“

Dieser Ausspruch wird dem US-amerikanischen Architekten, Konstrukteur und Schriftsteller Richard Buckminster Fuller zugeschrieben. Der Kern der Aussage ist von zentraler Bedeutung, will man, dass sich die Zukunft wesentlich von der Gegenwart unterscheidet.

KenFM hat sich seit seinem Bestehen vor allem um die Analyse des Status quo bemüht. Diese Analyse war nötig, denn nur wer die „Ungereimtheiten“ unserer Gegenwart bis ins Detail beleuchtet und damit entzaubert hat, kann eine Wiederholung alter Strukturen vermeiden bzw. alles dafür tun, dass sie nach einem Change nicht nur neuverpackt wieder aufgelegt werden.

Fakt ist, die menschliche Gesellschaft hatte trotz der recht verfahrenen Gesamtsituation noch nie die Chance, sich mit eigenen Medien fernab der lancierten Eliten-Propaganda eine wirklich eigenständige Meinung zu bilden. Eine ungeschönte Bestandsaufnahme der Gesamtsituation.

Was aber kommt dann? Wie wollen wir als Gesellschaft die Veränderung gestalten? Was können wir tun? Wie wollen wir es tun? Sind wir, über Jahrtausende an Führung gewöhnt, überhaupt in der Lage, untereinander solidarisch zu sein und an einem Strang zu ziehen?

Wer glaubt, die Antwort auf diese Frage könnte nur „Ja“ lauten, erlebt in der 11. Ausgabe von Positionen, dass selbst Menschen, die alle im selben Boot sitzen, sich nicht automatisch als Teammitglieder verstehen. So fliegen auch die Fetzen.

Dieser Prozess ist wichtig, denn er zeigt, dass selbst die Pioniere einer neuen Zivilgesellschaft noch mit massiven Synchronisationsproblemen zu kämpfen haben. Hier besteht ein Spalt, der von der Spitze der Pyramide längst erkannt wurde und ausgenutzt wird.

Wenn die Basis sich in der Sache nicht einigt, nicht zusammenrauft, rückt das Ziel in immer weitere Ferne.

Das Ziel lautet Dezentralisierung und De-Globalisierung, wenn es um die bestehenden Machtstrukturen geht, aber es ist gerade deshalb nur im Team erreichbar.

Inhaltsübersicht:

00:55:39 Die Rolle des Staates in Zeiten eines neoliberalen Paradigmas

01:05:56 Das System des Waldes: Was es uns voraushat

01:20:51 Das System unserer Politik: zwischen Innovationsfeindlichkeit und Konsumismus

01:36:27 Energiewende: Wer für die Liberalisierung der Energiemärkte bezahlt

01:45:33 Nachhaltigkeit, Reichtumsverteilung, faire Besteuerung und die Rolle des Unternehmers

02:09:10 Vom starken Staat, Feindbildern und Solidarität

02:19:16 Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

02:40:32 Politische Modelle für die Zukunft: Direkte Demokratie, Geld als öffentliches Gut und Demokratie-fördernde Medien

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