Kann der Gaullismus zum Konfuzianismus Europas werden?
Arnaud Bertrand
3–4 Minuten
Es ist heutzutage kaum umstritten, dass Europa – ja, der gesamte Westen – spirituell und ideologisch tot ist.
Der vermeintliche Triumph der liberalen Hegemonie, den Fukuyama vor nur drei Jahrzehnten in seinem Werk „Das Ende der Geschichte“ beschrieb, ist längst vorbei. Er wird nicht einmal mehr künstlich am Leben erhalten, sondern liegt bereits in der Leichenhalle und wartet auf die Autopsie.
Seltsamerweise scheinen viele in der herrschenden Klasse Europas dies noch nicht erkannt zu haben (oder trauen sich nicht, es laut auszusprechen). Ironischerweise ist der letzte Ort auf der Welt, an dem man eine lautstarke Verteidigung der von Amerika angeführten liberalen Hegemonie hört, nicht Washington – selbst dort hat man inzwischen verstanden, dass sie vorbei ist –, sondern Brüssel. Das macht die Ideologie nicht weniger tot, sondern macht diese EU-Herrscher nur zu den letzten Anhängern einer Sekte, deren Guru sie nun offen dafür verspottet, dass sie jemals daran geglaubt haben (man muss nur die neueste Nationale Sicherheitsstrategie der USA lesen, um das zu erkennen). (…)
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