Norbert HÄRING Warum die Bundesbank nicht mehr Gold aus New York abziehen darf 09.02.2017

Guten Morgen an die Listen.
Die Bundesbank hat nach eigenen Angaben 2016 die Teilmenge von 300 Tonnen Gold aus NEW York nach Frankfurt geholt. Dabei stellt sich die berechtigte Frage, weshalb denn nur so wenig und nicht vielleicht sogar sämtliche Bestände? Die Zahlen und die Gründe für ein Verbot von weiterer Ausfuhr von ‚eigenem‘ Gold durch nicht-amerikanische Mächte spricht Bände. Allerdings erscheint es inzwischen leichter angesichts einer aus europäischer Sicht vertragsuntreuen US-Regierung eigene Sicherheitserwägungen stärker als bisher ins Spiel zu bringen.

Ciao Stephan Best
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Globalcrisis/globachange News
Stephan Best 15.02.2017

Quelle: Warum die Bundesbank nicht mehr Gold aus New York abziehen darf

09.02.2017

Warum die Bundesbank nicht mehr Gold aus New York abziehen darf

Norbert Häring

Die Bundesbank hat am 9. Februar mit großer Fanfare verkündet, dass sie ihre geplanten Goldverlagerungen von 300 Tonnen aus New York nach Frankfurt 2016 bereits abgeschlossen hat. Die Erfolgsmeldung lenkt davon ab, dass nun entgegen deutschem Interesse dauerhaft ein sehr großer Teil des deutschen Goldes in New York bleiben wird, verwahrt von einer Organisation, die den Wall-Street-Banken gehört, in einem Land, dessen Präsident rechtsstaatliche Grundsätze für eine Zumutung hält. Weshalb das so ist, ist nicht allzu schwer zu erraten.

Ich will die Bundesbank nicht kritisieren. Sie hat so viel Gold aus New York geholt, wie man dort bereit war, ihr zu geben. Sie dürfte hart verhandelt und dafür sogar tief in die Trickkiste gegriffen haben. Jedenfalls hat der 2012 an die Öffentlichkeit gelangte kritischen Rechnungshofbericht, der sie unter Zugzwang setzte, ihrer Verhandlungsposition gegenüber New York alles andere als geschadet. Denn die Federal Reserve of New York wurde auch im eigenen Land bereits verdächtigt, dass mit dem Gold etwas nicht stimmen könnte, das sie nicht nur gegen Kriminelle, sondern auch gegenüber den Besitzern hermetisch abschirmt. Der Verdacht schwirrte durch die notorisch viel gelesenen Medien der Gold-Bugs, dass sie deshalb nicht bereit sei, den Eigentümern etwas davon herauszugeben. In dieser Situation konnte sie ohne massiven Reputationsverlust der unter Druck der Öffentlichkeit stehenden Bundesbank unmöglich eine Teilherausgabe des deutschen Goldes verweigern.

Die Informationen darüber, wann die Bundesbank und andere Notenbanken wie viel Gold aus New York ausgehändigt bekamen, und die diversen Widersprüche, in die sich die Bundesbank verstrickte, sind alle kaum mit der offiziellen Lesart in Einklang zu bringen, dass die Bundesbank einfach sagen durfte, wie viel Gold sie haben wollte, und die New York Fed dieses bereitwillig aushändigte. Sie passen dagegen sehr gut zu folgender Lesart.

Die Niederländer funken dazwischen

Im Sommer 2013 fing die Bundesbank mit einem ersten Transport von 5 Tonnen an. Dann kamen die Niederländer und mindestens ein anderer und erklärten, wenn die Deutschen Gold abziehen dürfen, wollen wir unseres auch ausgehändigt bekommen. Daraufhin stoppten die Amerikaner die Aktion, bis eine Formel gefunden war, die es erlaubte, die Abzüge eng zu begrenzen, ohne jemanden etwas verwehren zu müssen, was man anderen gestattete. Diese Formel scheint etwas nach der Art gewesen zu sein wie: Jeder der will, darf die Hälfte seines Goldes im Heimatland verwahren und wir geben so viel raus wie dafür unbedingt nötig ist.

Als das geklärt war, waren zuerst die Niederländer dran, und erst als diese im Sommer 2014 die 90 Tonnen abgezogen hatten, die sie abziehen durften, konnte die Bundesbank wieder loslegen und kam im Rest des Jahres 2014 immerhin auf 85 Tonnen. Im Jahr 2015 gab es neben der Bundesbank noch einen unbekannten Eigentümer, der knapp 30 Tonnen abzog. Die Bundesbank bekam 99 Tonnen.

2016 schließlich gab es außer der Bundesbank niemand mehr, der Gold abzog, was wohl erklärt, warum die Amerikaner in diesem Jahr freigiebiger waren als die Bundesbank eigentlich erwartet hatte. Sie händigten ihr die ganzen noch zugeteilten 111 Tonnen aus. Während sich die Bundesbank nach ihrem revidierten zweiten Lagerstellenkonzept bis 2020 Zeit lassen wollte, bis die Hälfte des Goldes in Frankfurt ist, wird sie nun den aktuellen Verlautbarungen zufolge schon 2017 so weit sein.

Man kann nicht genug betonen: Die Zusage der Bundesbank an die Deutschen, 300 Tonnen Gold aus New York zu holen, ist vor allem als Zusage an die Amerikaner zu lesen, nicht mehr als 300 Tonnen aus New York zu holen.

Denn dafür, 1236 Tonnen Gold in New York zu lagern, verwahrt von einer Organisation, die den Wall-Street-Banken gehört, in einem Land, dessen Präsident rechtsstaatliche Grundsätze für eine Zumutung hält, gibt es aus deutscher Sicht keinen vernünftigen Grund.

Bedenken des Rechnungshofs weitgehend ignoriert

Den massiven Bedenken des Rechnungshofs an der Goldlagerung in New York wird durch die bescheidenen Goldverlagerungen nach Frankfurt nicht ernsthaft Rechnung getragen. Nach wie vor gilt, obwohl die Bundesank zwischenzeitlich anderes behauptete, dass sie keinen Zugang zu dem eigenen Gold in New York hat, und nicht prüfen kann, ob dort alles mit rechten Dingen zugeht.

Grund zum Zweifeln hat die Bundesbank durchaus geliefert. So schmolz sie 2013 und 2014 insgesamt 55 Tonnen des Goldes ein, und vernichtete damit alle Beweise, falls etwas damit nicht gestimmt haben sollte. Sie sagte, es gebe externe Zeugen, aber sie benennt diese nicht. Wir sollen ihr einfach glauben, dass alles in Ordnung war. Dabei könnte die Bundesbank, wenn das nicht stimmen würde, dies unmöglich zugeben. Das würde das Vertrauen in die New York Fed und letztlich in das dollarbasierte Weltfinanzsystem zerstören. Bevor die Bundesbank diese atomare Option zündet, wird sie zehnmal lügen, wenn es sein muss. Umgekehrt wäre es ihr ein leichtes gewesen, zu beweisen, dass alles in Ordnung war.

Die großen New Yorker Bestände rechtfertigt die Bundesbank (notgedrungen) damit, dass bei der dortigen Federal Reserve, viele Länder und Institutionen Goldlagerräume hätten. Man kann dort also Gold an offizielle Adressen übertragen, ohne dass es die Tresorräume verlassen muss. Aber, auch Zürich, wo Österreich einen Teil seines Goldes lagert, ist ein wichtiger Goldhandelsplatz. Die Schweiz ist ein Nachbar und ein kleines, neutrales Land. Anders als die USA hat es nicht die Macht und kaum das Interesse, Deutschland die Herausgabe des Goldes zu verweigern. Dennoch verzichtet die Bundesbank darauf, hier einen Teil ihres Goldes zu lagern.

Wichtiger aber: Gold ist Geld, dessen hervorstechende Eigenschaft darin besteht, dass es auf (physischen) Besitz basiert, nicht auf dem Vertrauen in die Bereitschaft und Fähigkeit eines anderen, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Andersfalls hat man nur einen Zettel, auf dem steht, dass man das Gold haben kann, wenn man will. Die USA sind viel zu mächtig, als dass man sich auf so ein Versprechen verlassen sollte. Sie haben die übrige westliche Welt schon einmal 1971 enteignet, indem sie ihr Versprechen brachen, die bunten Dollarscheine, die sie uns für unsere Waren gegeben hatten, jederzeit auf Verlangen in Gold einzutauschen. Sie haben uns also schon einmal in großem Umfang das uns versprochene Gold verweigert. Wir sind trotzdem Freunde geblieben, weil wir nicht anders konnten.

Der Rechnungshof hatte es als rechtswidrig bezeichnet, dass die Bundesbank noch nie eine Inventur ihres Goldes in New York vorgenommen hat, und zwar, weil sie die Lagerräume nicht betreten darf, wie der Rechnungshof feststellte. Der Bundesbank-Vorstand hat bei der Vorstellung seiner Verlagerungspläne der Öffentlichkeit und dem Parlament in Aussicht gestellt, von den Amerikaner schon bald Prüfrechte eingeräumt zu bekommen. Davon hat sich aber nichts bewahrheitet. Der Rechnungshof hatte auch moniert, dass die New York Fed keinerlei Haftung für das Gold in ihrer Obhut übernimmt. Sollte sich irgendwann herausstellen, dass es ganz oder teilweise fehlt, haben wir Pech gehabt. Auch daran hat sich ziemlich sicher nichts geändert. Trotzdem schweigt der Rechnungshof; ein Indiz dafür, das der Bericht von 2012 nur der Unterstützung der Verhandlungen mit New York diente.

Vitales Interesse der USA an unserem Gold

Für die USA ist durchaus wichtig, die Kontrolle über möglichst viel des weltweit vorhandenen Notenbankgoldes zu behalten. Denn eine goldgedeckte Währung wäre eine große Bedrohung für die Führungsrolle des Dollar im Weltfinanzsystems. Deshalb hat der Internationale Währungsfonds seinen Mitgliedern 1978 auf Betreiben der USA ausdrücklich verboten, ihre Währungen mit Gold zu decken. So eine Verpflichtung lässt sich allerdings relativ leicht abschütteln, weil der IWF keine Armee hat. Tut man es allerdings, bricht man internationale Abkommen und hat damit den USA den perfekten Vorwand gegeben, die Herausgabe des Goldes zu verweigern, das für die Golddeckung nötig wäre. Darum geht es, nicht um den Marktwert des Goldes in New York, der im Verlustfall durchaus verschmerzbar wäre. [9.2.17]

Änderungshinweis (10.2.): Anders als in der ersten Fassung geschrieben, lässt Österreich einen Teil seiner Goldreserven nicht bei der BIZ verwahren, sondern in Zürich.

Dossier zum Gold

Stephan Best
mail steven25.com
+49 178 170 56 71

Presseschau vom 14.02.2017 — Alternative Presseschau

Quellen: Itar-Tass, Interfax, Ria Novosti, sputniknews, rusvesna.su, voicesevas.ru, hinzu kommen Informationen der Seiten dnr-online, lnr-portal, Novorossia, dnr-news, novorosinform u.a. sowie die offiziellen Seiten der Regierungen der Volksrepubliken dan-news, lug-info. Wir beziehen manchmal auch ukrainische Medien, z.B. BigMir, UNIAN, Ukrinform, KorrespondenT und die Online-Zeitung Timer aus Odessa ein. Zur besseren Unterscheidung der Herkunft der Meldungen sind […]

über Presseschau vom 14.02.2017 — Alternative Presseschau

Nafeez AHMED: How the Trump regime was manufactured by a war inside the Deep State

Elke Schenk

globalcrisis/globalchange NEWS

02/15/2017

Dear all,

we continue our postings of analyses to understand the Trump presidency and administration. After John Whitehead, Johan Galtung, Pepe Escobar, F. William Engdahl, Peter Dale Scott we recommend Nafeez AHMED’s „How the Trump regime was manufactured by a war inside the Deep State“. Ahmed provides many details about the personnel of Trump’s administration, their connectivity with „Big Oil“, ‚Big Money‘, Media, the AltRight-Movement, the secret services and the Military-Industrial-Complex. Ahmed’s thesis is: „President Donald Trump is not fighting a war on the establishment: he’s fighting a war to protect the establishment from itself, and the rest of us. […] The Trump regime is not operating outside the Deep State, but mobilizing elements within it to dominate and strengthen it for a new mission. The Trump regime is not acting to overturn the establishment, but to consolidate it against a perceived crisis of a wider transnational Deep System.“

Ahmed refers to Scott’s definition of the „Deep State“; additional he shows the interrelation between the Trump administration, the Deep State, the „international Deep System“ including organized crimes structures benefiting from the global financial system.

But, as Ahmed outlines, the Trump regime will fail because of a misunderstanding of the systemic crisis we are facing.

A new chapter of the aforementioned „war inside the Deep State“ shows the New York Times report „Trump Campaign Aides Had Repeated Contacts With Russion Intelligence“.

https://www.nytimes.com/2017/02/14/us/politics/russia-intelligence-communications-trump.html?smprod=nytcore-iphone&smid=nytcore-iphone-share

The comment on this unsubstantial story by Tyler Durden:

http://www.zerohedge.com/news/2017-02-14/nytimes-reports-trump-aides-repeated-contact-russian-intel-officials-admits-no-collu

Nafeez AHMED: How the Trump regime was manufactured by a war inside the Deep State

https://medium.com/insurge-intelligence/how-the-trump-regime-was-manufactured-by-a-war-inside-the-deep-state-f9e757071c70#.40jhg96r0

via http://www.nachdenkseiten.de/?p=37001#h05

President Donald Trump is not fighting a war on the establishment: he’s fighting a war to protect the establishment from itself, and the rest of us.

The Trump regime is not operating outside the Deep State, but mobilizing elements within it to dominate and strengthen it for a new mission.

The Trump regime is not acting to overturn the establishment, but to consolidate it against a perceived crisis of a wider transnational Deep System.

The Trump regime is not a conservative insurgency against the liberal establishment, but an act of ideologically constructing the current crisis as a conservative-liberal battleground, led by a particularly radicalized white nationalist faction of a global elite.

The act is a direct product of a global systemic crisis, but is a short-sighted and ill-conceived reaction, pre-occupied with surface symptoms of that crisis. Unfortunately, those hoping to resist the Trump reaction also fail to understand the system dynamics of the crisis. […]

All this can only be understood when we look at the big picture. That means the following: we must look a little more closely at the individuals inside Trump’s administration, the wider social and institutional networks they represent, and what emerges from their being interlocked in government; we must contextualize this against two factors, the escalation of global systemic crisis, and the Trump regime’s ideological framing(s) of that crisis (both for themselves, and for public consumption); we must connect this with the impact on the transnational Deep System, and how that links up with the US Deep State; and we must then explore what this all means in terms of the scope of actions likely to be deployed by the Trump regime to pursue its discernable goals.

This investigation will help to establish a ground state for anyone on which to build a meaningful strategy of response that accounts for the full systemic complexity of our Trumpian moment. […]

Perhaps the most powerful takeaway from this examination of who the Trump administration actually is, is that the Trump regime is not external to the Deep State. On the contrary, the people who hold senior posts in his administration, both formal and otherwise, are key nodes that represent whole layers of social and institutional networks within and across the wider US Deep State.

If this is not immediately obvious, it’s because there is much misunderstanding of what the Deep State actually is. The Deep State is not simply ‘the intelligence community’. When a more accurate understanding of the American Deep State and its symbiotic embeddedness in a transnational Deep System is adopted, the role of the Trump faction can be properly discerned. […]

As I’ve shown in my paper published in the anthology, The Dual State (Routledge, 2016), one of the least understood features of deep politics, then, is that the “deep state” must inherently be inter-networked with a vast array of non-state and often transnational influencers across corporations, financial institutions, banks, and criminal enterprises.

[…]

On the back of this deep, transnational political violence — which remains obscured in mainstream media and history education — the US and UK erected a global financial architecture to serve the interests of their most powerful corporate and banking institutions, which hold overwhelming sway over the political class.

State power was deployed to integrate the resources, raw materials, fossil fuel energy reserves, and cheap labour from these vast areas of the world into a global economy dominated by transnational elite interests based largely in the US, UK and Western Europe.

This, too, opened the way for new forms of criminalization of state power.

[…]

But the problem goes further. As the primary medium of exchange for this criminal economy is the US dollar, the latter’s role as the world reserve currency has cemented a structural situation in which the economic power of the US Treasury has become conditional on the economic immunity of transnational criminal networks, who systematically use US dollars for criminal transactions: The greater the stock of dollars held abroad, the greater the source of revenue for the US Treasury.

These examples illustrate how the US Deep State operates as the chief regulator of a global Deep System, in which seemingly legitimate international financial flows have become increasingly enmeshed with transnational organized crime, powerful corporate interests who control the world’s fossil fuel and raw materials resources, and the privatization of the military-industrial complex.

[…]

So rather than being a nationalist ‘insurgency’ against the corporate globalist ‘Deep State’, the Trump regime represents a white nationalist coup by a disgruntled (aufgebracht, verstimmt) cross-section within the Deep State itself. Rather than coming into conflict with the Deep State, we are seeing a powerful military-corporate nexus within the American Deep State come to the fore. Trump, in this context, is a tool to re-organize and restructure the Deep State in reaction to what this faction believe to be an escalating crisis in the global Deep System.

In short, the Deep State faction backing Trump is embarking on what it believes is a unique and special mission: to save the Deep State from a decline caused by the failures of successive American administrations.

However, what they are actually doing is accelerating the decline of the American Deep State and the disruption of the global Deep System.

[…]

AHMED-Trump-Regime-War-Inside-Deep-State-2017_02_10.pdf