Peter WAHL: Griechenland – Plan B vorbereiten; Diskussionspapier, 13.07.2015


gepostet von Heike HÄNSEL, 14.07.2015, 12:39
Kontakt: <Heike Haensel>

Von: Peter Wahl [mailto:peter.wahl]
Gesendet: Montag, 13. Juli 2015 17:09
Betreff: Griechenland – Plan B vorbereiten

A u s z u g

Griechenland:
Aus der Niederlage lernen – Plan B vorbereiten

Peter Wahl, 13.07.2015 *

Das Ergebnis der Verhandlungen über das neue „Rettungspaket“ ist eine Niederlage für Syriza. In der Sache hat sich bis auf wenige Nuancen der Austeritätskurs durch-gesetzt. Eine Wende wird es nicht geben, das Gewürge geht weiter.

Dennoch verdient Syriza Bewunderung dafür, sich der deutschen Dampfwalze ent-gegengestellt zu haben. Daher ist es auch selbstverständlich, dass jeder politisch anständige Mensch weiterhin solidarisch mit Griechenland ist.

Aber letztlich entscheiden über solche Konfrontationen die machtpolitischen Kräfte-verhältnisse. Die sind ihrerseits die Resultante aus einem komplexen Geflecht von ökonomischen, politischen, psychologischen, etc. von internen und externe Faktoren, über die keiner der Akteure die volle Verfügungsgewalt hat. Und diese Kräfteverhält-nisse standen von Anfang an sehr zuungunsten von Griechenland.

Plan B
Das schwerste Handicap Syrizas war es, dass sie keinen Plan B hatte – besser ge-sagt: nicht haben konnte. Die Festlegung auf den Verbleib im Euro und deren Veran-kerung bei der Mehrheit der Griechen, hat von Anfang an eine Pfadabhängigkeit für denkbare Verhandlungsergebnisse vorgegeben. Hinzu kam ein höllischer Zeitdruck, der den Aufbau substantieller Gegenmachtposition unmöglich machte.

Ohne eine Auffangmöglichkeit jenseits des Euro wäre ein chaotischer Grexit schlim-mer als das erneute Diktat. Dass die meisten Griechen und die Regierung Angst vor dem Sprung ins Ungewisse haben, ist verständlich und zu respektieren

Allerdings sollten jetzt die Lehren aus der Niederlage gezogen werden und für die unvermeidlich nächste Runde ein solider Plan B und dessen demokratische Legitimierung vorbereitet werden.
Dazu braucht Griechenland internationale Unterstützung. Allerdings besteht Solidarität nicht in blumigen Erklärungen oder markigen Manifesten, sondern in der Verschiebung der Kräfteverhältnisse im europapolitischen Diskurs auch und gerade bei uns. Das bedeutet als erstes den Abschied von den europapolitischen Illusionen der Linken und der Fetischisierung des Euro. (…)

* Kontakt mit dem Autor:
Peter Wahl,
WEED – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung
Eldenaer Str. 60, 10247 Berlin
phone: 0160-8234377
mailto: peter.wahl

— Volltext als pdf-Datei im Anhang verfügbar. —

Grüße,
Martin Zeis

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Martin Zeis
globalcrisis/globalchange NEWS
martin.zeis

WAHL-Greece-Plan-B-vorbereiten.150714.pdf

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