„Es war ein strahlend sonniger Donnerstagmorgen, als der ukrainische Präsident das Feuer auf die Demonstranten in Kiew eröffnen ließ. Einen Tag später nahm der Maidan Abschied von den über hundert Toten, aufgebahrt in offenen Särgen. Die Stunden von Viktor Janukowitsch waren gezählt. Inzwischen ist allen bewusst: Die Toten vom Maidan waren erst der Anfang. Mindestens 5500 Menschen verloren im Krieg ihr Leben, die Opfer von Debalzewe noch nicht mitgerechnet, 1,5 Millionen Ukrainer sind auf der Flucht. Russland hat sich die Krim einverleibt, der Osten des Landes steht in Flammen.Dass der ukrainische Präsident auf seine Landsleute schießen ließ, hatte den Maidan zum Kochen gebracht, und dass man mit Janukowitsch noch verhandelte, wie es die deutschen, polnischen und französischen Außenminister taten.„Dem haben sie die Hand gegeben, diesem Banditen, Verbrecher, diesem Henker!“ – „Warum sind sie nicht alle gefeuert worden, Janukowitsch, Generalstaatsanwalt Pschonka, der Geheimdienst?“
„Er tritt nicht zurück, erklärt Vitali Klitschko. Das ist nicht realistisch.““
Die Täterverschweigung bei den Vorgängen, die nun dabei sind sich zu jähren, ist schon schlimm genug. Eine Journalistin von Rang sollte inzwischen über präzisere Informationen zum Hergang auf dem Maidan besitzen und darüber informieren. So als gäbe es nicht Umfragen und Untersuchungen über die Beweggründe und Anlässe der Kundgebungen auf dem Platz. Was aber ungeheuerlich erscheint, ist, dass ohne Schüsse von Scharfschützen auf Ordnungskräfte und Demonstranten zu erwähnen, so getan wird, als seien die Auftraggeber der Schüsse zweifelsfrei geklärt: Janukovitsch war’s! Ohne Spurensicherungen existierender BBC-Dokumentationen, von ÄrztInnen oder andere Zeugenaussagen auch nur zu erwähnen etc. kommen nicht einmal Zweifel an dieser Version zur Sprache.
Fast kommt es einem so vor, als folge Frau Adler vorauseilend den gestern bekannt gewordenen ‚Sprechanweisungen‘ des Auswärtigen Amtes die Ulrich Gellermann entsprechend kommentiert:
„Die Absetzung von Präsident Janukowitsch und die Einsetzung der Übergangsregierung sei keinesfalls ein Staatsstreich gewesen, fabuliert das AA-Papier. Glaubt man den Wahlbeobachtern der OSZE und anderen internationalen Beobachtermissionen, dann entsprach die ukrainische Präsidentschaftswahl, die Janukowitsch 2010 gewann, den internationalen Standards. Vertrieben wurden Janukowitsch und eine gewählte Regierung von bewaffneten Putschisten. Manche unbewaffnete Putsch-Führer wie Klitschko (Konrad-Adenauer-Stiftung) oder Jazenjuk (George-Soros-Stiftung) wurden aus dem Ausland bezahlt und gesteuert.“
http://www.rationalgalerie.de/kritik/steinmeiers-ukraine-direktive.html
Aber davon keine Silbe! So war der offenkundige Staatsstreich gegen einen sicher z.T. verhassten aber gewählten Präsidenten in dieser Sendung kein Putsch, der Janukovitsch und seine Minister hätten sich einfach so aus dem Staube gemacht, nicht um ihr Leben oder zumindest ihre körperliche Unversehrtheit zu retten. Und selbstverständlich waren nach ihrer Darstellung internationale Absprachen der Außenminister zur friedlichen Beilegung des Konfliktes inzwischen nichtig.
Es ließen sich noch weitere Desinformationen in diesem Artikel anführen, z.B über die Rolle von Oligarchen oder das Weglassen von Ursachen für die weitere Eskalation des Ukraine Konfliktes ( das Odessa-Massaker, der Abschuss von MH17 u.ä.), aber die zitierte Legendenbildung und Falschinformation in einem öffentlich-rechtlichen Medium mit dieser Verbreitung ist nicht hinnehmbar!
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