EU gewährt Griechenland offenbar sechs Monate Zeit – 10. Februar 2015


Guten Abend zusammen,

verschiedene Medien berichten unter Berufung auf die Agentur Market News International, die EU-Kommission habe sich mit Alexis Tsipras auf eine Überbrückungslösung für die kommenden 6 Monate geeinigt.
Damit hätte die griechische Regierung ihr erstes wichtiges Ziel erreicht, mehr Zeit zu bekommen, um grundlegende Reformen auf den Weg zu bringen, um die soziale Krise anzugehen, Einnahmequellen zu generieren (Kampf gegen Steuerflucht und -vermeidung u. a.) und in wichtigen Bereichen Investitionen zu tätigen. (vgl. die eben auf dieser Liste verschickte Regierungserklärung von Tsipras).
Auszüge aus verschiedenen Medienberichten sind unten einkopiert.

(1)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-eu-kommission-will-angeblich-sechs-monate-zeit-geben-a-1017735-druck.html

10. Februar 2015, 15:08 Uhr
Schuldenstreit

EU gewährt Griechenland offenbar sechs Monate Zeit

Die EU-Kommission will Griechenland laut einem Agenturbericht ein halbes Jahr geben, um eine Einigung mit den Gläubigern zu erzielen. Über einen entsprechenden Vorschlag sollen die Euro-Finanzminister an diesem Mittwoch entscheiden.

Frankfurt am Main – Griechenland bekommt möglicherweise etwas Luft für die Lösung seines Schuldenproblems: Die EU-Kommission will der Regierung in Athen einem Medienbericht zufolge sechs Monate Zeit für eine Einigung mit den Gläubigern geben. Dieser Kompromissvorschlag soll am Mittwoch auf dem Treffen der Finanzminister der Eurozone vorgelegt werden, berichtet die Nachrichtenagentur Market News International (MNI) unter Berufung auf einen ranghohen Kommissionsvertreter.

In den sechs Monaten soll über alle offenen Fragen und die Zeit nach dem bisherigen Hilfsprogramm gesprochen werden. Eine Sprecherin der EU-Kommission teilte mit, es gebe im Schuldenstreit mit der griechischen Regierung bisher keinen formalen Vorschlag, es würden aber intensive Gespräche geführt.

Das aktuelle Programm läuft Ende Februar aus. MNI berichtet jedoch nicht darüber, welche Summen Griechenland für diesen Zeitraum erhalten soll. Dem Bericht zufolge will die EZB in dieser Übergangszeit wieder griechische Anleihen als Sicherheiten akzeptieren. Die neue griechische Regierung lehnt bisher eine Fortsetzung der Spar- und Reformpolitik ab. Wie hier eine Einigung aussehen könnte, bleibt unklar.

ebenso Deutsche Wirtschaftsnachrichten:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/02/10/eu-gibt-nach-sechs-monate-schulden-pause-fuer-griechenland/
Eurovisionen Feilschen um Schuldenschnitt
EU auf dem Rückzug: Sechs Monate Schulden-Pause für Griechenland möglich

„Die Welt“ berichtet, dass Griechenland alternative Finanzierungsmöglichkeiten anfragt, u. a. bei Russland:

http://www.welt.de/wirtschaft/article137310614/Griechenland-baut-eine-russische-Drohkulisse-auf.html
Griechenland baut eine russische Drohkulisse auf

Ziel sei zwar nach wie vor ein Abkommen mit der EU, aber falls Deutschland hart bleibe, müsse sich sein Land nach Alternativen umsehen, sagte Kammenos. „Das wären am besten die USA, aber es könnten auch Russland oder China oder andere Länder sein“, betonte Kammenos im griechischen Fernsehen. Es gäbe einen Plan B für den Fall, dass die Verhandlungen mit den Euro-Partnern scheitern.

So ließ Finanzminister Anton Siluanow bereits vor wenigen Tagen verlauten, Moskau werde das griechische Anliegen wohlwollend prüfen. „Russland erklärt sich grundsätzlich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen“, sagte Siluanow dem US-Sender CNBC. „Sollte Athen eine derartige Bitte an die Regierung herantragen, würden wir das definitiv prüfen.“ Dabei würde man allerdings „alle Faktoren der bilateralen Beziehung zwischen Russland und Griechenland berücksichtigen“.

„Griechenland hat außerdem schon lange sehr gute Beziehungen zu Russland, spätestens seit Moskau den Balkanstaat im 19. Jahrhundert in den Kriegen gegen das Osmanische Reich unterstützt hat“, erklären die Experten der geopolitischen Denkfabrik Stratfor.

Viele Grüße
Elke Schenk
globalcrisis/globalchange News

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