Dr. Michael LÜDERS im PHOENIX-Interview zur aktuellen Einschätzung der Ukraine-Krise, 20.01.2 015


Von: „Martin Zeis“ <Martin.zeis>
Datum: 22. Januar 2015 10:38:37 MEZ
An: gc-special01%Martin.zeis
Betreff: Dr. Michael LÜDERS im PHOENIX-Interview zur aktuellen Einschätzung der Ukraine-Krise, 20.01.2015

Hallo zusammen,

Dr. Michael Lüders * (u.a. Lehrbeauftragter am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien der Philipps Universität Marburg und Berater des Auswärtigen Amts) hat in einem Interview auf PHOENIX am 20.01.2015 zur Ukraine Krise einige Fakten und Gesichtspunkte präsentiert, die auf eine Stärkung des Steinmeier/Erler-Flügels in der Außenpolitik, v.a. gegenüber den U.S., abzielen.

Ukraine-Krise: Aktuelle Einschätzung von Michael Lüders, PHOENIX; 20.01.2015; veröffentlicht am 21.01.2015 – Constanze Abratzky im Gespräch mit Michael Lüders (Sicherheitsexperte Nahost) über das aktuelle Geschehen in der Ostukraine und ein mögliches Krisentreffen mit Vertretern aus Kiew und Moskau in Berlin; YouTube-Video, 07:22 min — URL: https://www.youtube.com/watch?x-yt-ts=1421828030&x-yt-cl=84411374&v=YbHuPpY0XvU

Einige Stichworte aus dem sehenswerten Interview:

– in der Ukraine kämpfen 500 Söldner der US-Firma Blackwater (seit einiger Zeit umbenannt in Academi) auf Seiten der den Donbass seit April 2014 attackierenden ukrainischen Truppen;
– da die Ukraine bankrott ist und in keiner Weise in der Lage, diesen Krieg mittel- oder längerfristig zu führen, müsse es Absprachen mit den U.S. gegeben haben, den Eskalationskurs hochzuziehen;
– für den Krieg gegen die ostukrainische Bevölkerung werden auch Gelder der EU-Wirtschaftshilfen (Anm. mz.: soweit sie nicht gleich in den Korruptionskanälen der Oligarchen verschwinden) verwendet; gleichzeitig hat Kiew alle (v.a. soziale) Zahlungen an den Donbass eingestellt;
– die Sanktionspolitik des Westens habe allein in D im Handel mit Russland einen Schaden von 40 Mrd. USD im Jahr 2014 angerichtet; für die USA sei dieser Handel mit einem Vor-Putsch-Niveau von 8 Mrd. USD/Jahr unbedeutend;
– da die „ukrainische Regierung fest entschlossen“ sei, „die Probleme im Osten des Landes militärisch zu lösen“ – was nicht möglich sei – müsse die EU auf Poroshenko/Jatseniuk einwirken an den Verhandlungstisch zurückzukehren;
– den „Amerikanern“ müsse klargemacht werden, „dass die Europäer nicht gewillt sind, einen Krieg im Zentrum Europas entstehen zu lassen“; die Europäer müssten eine Politik des Mittelwegs verfolgen und sie müssten gefährlichen Tendenzen in der Ukraine entgegenwirken – Tendenzen, wie sie u.a. in der Geschichtsklitterung des Herrn Jatseniuk deutlich geworden sei, der neulich – ohne Widerspruch der Bundesregierung – in Berlin erklärte, die Ukraine wie auch Deutschland seien im Zweiten Weltkrieg Opfer einer sowjetischen Aggression geworden;
– die russische Regierung habe erkannt, „dass ihre einseitige Ausrichtung auf Europa sich wirtschaftlich nicht rechnet“, dass „es einen Bruch gibt, der sich über viele Jahre fortschreiben wird“. Russland orientiere sich außen- und wirtschaftspolitisch neu, wobei „die großen Nutznießer dieser Entwicklung China, die Türkei, der Iran und Indien sind.“
– „Es entsteht ein neues Wirtschaftsbündnis unter Umgehung der Europäer … Die Wirtschaftsströme werden gerade völlig neu sortiert und wir in Europa werden das Nachsehen haben … Hier kann man beobachten, wie auch in der Geopolitik neue Konstellationen entstehen … Am Ende werden vor allem wir Steuerzahler in Europa, in Westeuropa, namentlich in Deutschland, diejenigen sein, die die Zeche bezahlen.“
_________________________

* Michael Lüders – zur Person
Hallo zusammen,

Dr. Michael Lüders * (u.a. Lehrbeauftragter am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien der Philipps Universität Marburg und Berater des Auswärtigen Amts) hat in einem Interview auf PHOENIX am 20.01.2015 zur Ukraine Krise einige Fakten und Gesichtspunkte präsentiert, die auf eine Stärkung des Steinmeier/Erler-Flügels in der Außenpolitik, v.a. gegenüber den U.S., abzielen.

Ukraine-Krise: Aktuelle Einschätzung von Michael Lüders, PHOENIX; 20.01.2015; veröffentlicht am 21.01.2015 – Constanze Abratzky im Gespräch mit Michael Lüders (Sicherheitsexperte Nahost) über das aktuelle Geschehen in der Ostukraine und ein mögliches Krisentreffen mit Vertretern aus Kiew und Moskau in Berlin; YouTube-Video, 07:22 min — URL: https://www.youtube.com/watch?x-yt-ts=1421828030&x-yt-cl=84411374&v=YbHuPpY0XvU

Einige Stichworte aus dem sehenswerten Interview:

– in der Ukraine kämpfen 500 Söldner der US-Firma Blackwater (seit einiger Zeit umbenannt in Academi) auf Seiten der den Donbass seit April 2014 attackierenden ukrainischen Truppen;
– da die Ukraine bankrott ist und in keiner Weise in der Lage, diesen Krieg mittel- oder längerfristig zu führen, müsse es Absprachen mit den U.S. gegeben haben, den Eskalationskurs hochzuziehen;
– für den Krieg gegen die ostukrainische Bevölkerung werden auch Gelder der EU-Wirtschaftshilfen (Anm. mz.: soweit sie nicht gleich in den Korruptionskanälen der Oligarchen verschwinden) verwendet; gleichzeitig hat Kiew alle (v.a. soziale) Zahlungen an den Donbass eingestellt;
– die Sanktionspolitik des Westens habe allein in D im Handel mit Russland einen Schaden von 40 Mrd. USD im Jahr 2014 angerichtet; für die USA sei dieser Handel mit einem Vor-Putsch-Niveau von 8 Mrd. USD/Jahr unbedeutend;
– da die „ukrainische Regierung fest entschlossen“ sei, „die Probleme im Osten des Landes militärisch zu lösen“ – was nicht möglich sei – müsse die EU auf Poroshenko/Jatseniuk einwirken an den Verhandlungstisch zurückzukehren;
– den „Amerikanern“ müsse klargemacht werden, „dass die Europäer nicht gewillt sind, einen Krieg im Zentrum Europas entstehen zu lassen“; die Europäer müssten eine Politik des Mittelwegs verfolgen und sie müssten gefährlichen Tendenzen in der Ukraine entgegenwirken – Tendenzen, wie sie u.a. in der Geschichtsklitterung des Herrn Jatseniuk deutlich geworden sei, der neulich – ohne Widerspruch der Bundesregierung – in Berlin erklärte, die Ukraine wie auch Deutschland seien im Zweiten Weltkrieg Opfer einer sowjetischen Aggression geworden;
– die russische Regierung habe erkannt, „dass ihre einseitige Ausrichtung auf Europa sich wirtschaftlich nicht rechnet“, dass „es einen Bruch gibt, der sich über viele Jahre fortschreiben wird“. Russland orientiere sich außen- und wirtschaftspolitisch neu, wobei „die großen Nutznießer dieser Entwicklung China, die Türkei, der Iran und Indien sind.“
– „Es entsteht ein neues Wirtschaftsbündnis unter Umgehung der Europäer … Die Wirtschaftsströme werden gerade völlig neu sortiert und wir in Europa werden das Nachsehen haben … Hier kann man beobachten, wie auch in der Geopolitik neue Konstellationen entstehen … Am Ende werden vor allem wir Steuerzahler in Europa, in Westeuropa, namentlich in Deutschland, diejenigen sein, die die Zeche bezahlen.“
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* Michael Lüders – zur Person
Dr. Michael Lüders, geboren 1959 in Bremen. Studium der arabischen Literatur in Damaskus, der Islamwissenschaften, Politologie und Publizistik in Berlin. Promotion über das ägyptische Kino. Dokumentarfilme für SWR und WDR. Langjähriger Nahostkorrespondent der Wochenzeitung DIE ZEIT. Lebt als Politik- und Wirtschaftsberater, Publizist und Autor in Berlin.

  • Kommentator deutscher, schweizerischer und österreichischer Medien in Sachen Nahost, arabische Welt, Islam, darunter ARD, ZDF, RTL, SAT 1, 3sat, N24, n-tv, Spiegel-TV, sämtliche ARD-Hörfunkanstalten sowie private Radioanbieter
  • Lehrbeauftragter am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien der Philipps Universität Marburg
  • Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Orientstiftung
  • Mitglied im Beirat des Nah- und Mittelostvereins NUMOV
  • Vorträge über Investitionsmöglichkeiten in der arabischen Welt
  • Beratung des Auswärtigen Amtes
  • Fachgutachten für GTZ und BMZ
  • Expertisen zur Ursachenforschung islamistischer Gewalt
  • Vorträge über das Spannungsverhältnis zwischen dem Westen und der arabisch-islamischen Welt in den USA, Europa, Asien und Afrika
  • Fact-Finding Missions für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Zentralasien (Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan)
  • Organisation von internationalen Fachseminaren und Konferenzen
  • Roman- und Sachbuchautor

Website: http://www.michael-lueders.de
Kontakt:
MICHAEL LÜDERS NAHOSTBERATUNG
Joachim-Karnatz-Allee 41
10557 Berlin
Tel.: +49 (0) 30-200 58 970
e-Mail: nahost@michael-lueders.de

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