Journalisten als politische Lobbyisten? Uwe Krüger 02.08.2014

Journalisten als politische Lobbyisten?

Uwe Krüger 02.08.2014

Journalismusforscher Uwe Krüger zum Rechtsstreit zwischen der Zeit-Redaktion und der ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“

Zwei ZDF-Kabarettisten ziehen eine Reihe von Außenpolitik-Journalisten durch den Kakao, zeigen Verbindungen zu transatlantischen Lobby-Organisationen auf und enden mit dem Satz: „Aber dann sind ja alle diese Zeitungen nur so etwas wie die Lokalausgaben der Nato-Pressestelle!“ – „Das haben jetzt Sie gesagt. Aber Sie haben es schön gesagt.“

Screenshot aus der inkriminierten Sendung der Anstalt.

Starker Tobak – zu starker für manchen der Angegriffenen. Während Stefan Kornelius von der Süddeutschen Zeitung, Günter Nonnenmacher und Klaus-Dieter Frankenberger von der FAZ und Kai Diekmann von der Bild-Zeitung stillhielten, rückten Josef Joffe und Jochen Bittner von der eigentlich liberalen Wochenzeitung Die Zeit mit juristischem Geschütz an und ließen die Kabarett-Nummer per Gerichtsbeschluss aus der ZDF-Mediathek entfernen (Journalisten-Kritik muss aus dem Netz). Da das ZDF Widerspruch eingelegt hat, wird vor dem Landgericht Hamburg am 19. September dazu öffentlich verhandelt. Welche Argumente führen die Zeit-Journalisten ins Feld? Und was ist dazu zu sagen aus der Perspektive des Verfassers jener Journalismus-Studie (Journalismusforschung:“Ganz auf Linie mit den Eliten“), die die Kabarettisten zu der Nummer inspiriert hatte?

Jochen Bittner: Ein „offenes Ideenpapier“?

Zunächst zu den Einwänden von Zeit-Redakteur Jochen Bittner. „Die Anstalt“ hatte dessen Teilnahme an einem Projekt des German Marshall Fund of the United States (GMF) und der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) aufgespießt (auf Grundlage des Telepolis-Artikels ) und dies in Zusammenhang mit der Rede von Joachim Gauck auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz gebracht. Denn beide, das Projekt und die Rede, behandelten ein ähnliches Thema: Deutschlands Verantwortung in der Welt und die Notwendigkeit, schneller und entschiedener in Krisen einzugreifen, notfalls auch mit Militär.

Dem Branchendienst meedia.de sagte Bittner nun: „Weder bin ich Mitglied der Atlantikbrücke, des GMF oder einer ähnlichen Institution noch bin ich nebenbei als Redenschreiber für den Bundespräsidenten tätig.“ Richtig sei, (…)

http://m.heise.de/tp/artikel/42/42430/1.html?from-classic=1

Josef Joffe, Jochen Bittner ./. ZDF – Die Anstalt

Jochen Bittner  antwortet auf TP auf den Vorwurf von Tendenziosität der MSM

http://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Josef-Joffe-Jochen-Bittner-ZDF-Die-Anstalt/Lieber-Ciphyl-lieber-Terourist/posting-2173915/show/

Josef Joffe, Jochen Bittner ./. ZDF – Die Anstalt

Lieber Ciphyl, lieber Terourist,
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JochenBittner
4 Beiträge seit 26.09.2014 E-Mail
26.09.2014 19:51MeldenPermalink
den Vorwurf dass die „Mainstream“-Medien tendenziös über den Ukraine-Konflikt berichten, höre ich natürlich ständig. Wenn das 89er sagen, geht mir das Herzen und ich nehme es ernst, weil ich glaube, dass Sie eine besondere Antenne für „gesteuerte“ Berichterstattung haben. Ich würde auch nie sagen, dass die grossen Medien bei der Russland-Berichterstattung keine Fehler machen.

Aber eins verstehe ich nicht:
Wie können – gerade 89er – glauben, bei der Maidan-Bewegung handele es sich um Faschisten? Ich war in diesem Jahr mehrfach in der Ukraine, in Kiew, Lemberg und auf der Krim. Natürlich gibt es da auch Neonazis, so wie es Neonazis in Deutschland gibt.
Bloss, sämtliche Aktivisten, mit denen ich gesprochen habe, hatten eine liberale Einstellung, sie wollten vor allem ein Ende der Korruption und eine Zukunft in Europa.
Was hätten Sie als 89er gesagt, wenn Gorbatschow kein Reformer gewesen wäre, sondern die Montagsdemonstranten als „Faschisten“ denunziert hätte?
Ich bin der Meinung, dass Putin derzeit eine falsche und gefährliche Politik betreibt, und ich werde, solange er seine Politik nicht ändert, diese Meinung nicht ändern.
Ich brauche keinen GMF, keine CIA und keinen BND, um zu dieser Überzeugung zu kommen.

Es wäre in der Debatte schon viel gewonnen, wenn bestimmte Leute aufhören würde, Andersdenkenden zu unterstellen, sie seien Teil einer Verschwörung. Das ist albern und führt nirgendwo hin. Ich unterstelle Ihnen auch nicht, von Russland gesteuert zu sein.
Ich arbeite seit 25 Jahren als Journalist, und es würde mir in den Sinn zu kommen, Menschen mit anderen Überzeugungen in dieser Weise anzugreifen oder ihnen die journalistische Ehre abzusprechen, wie es derzeit vielen Kollegen, etwa Stefan Kornelius von der SZ, geschieht. Ich frage mich ernsthaft, welche tiefere Wut dem zugrundeliegt.
Ich habe, was meine angeblichen Vernetzungen angeht, lieber Ciphyl, immer wieder und wieder klargestellt, dass ich nirgendwo Mitglied bin. Was soll ich noch dazu sagen? Negative Tatsachen lassen sich nicht beweisen.

Klar, ich könnte mich auf Telepolis oder anderswo dazu äussern, aber lieber wäre es mir, wenn ein Dritter einmal ausführlich auf das Thema „Vernetzung“ eingehen würde. Ich bin schliesslich Partei und könnte nur in eigener Sache sprechen. Okay, ich tue es gerade…

Herzlich, Jochen Bittner

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Published On: Mon, Sep 22nd, 2014Editorial / Europe / Geo-Politics | By Christof LehmannSHARE THISTAGSEUFranceFrance – Germany RelationsFrance – NATO RelationsFrance – UMEOA RelationsGermanyGermany – NATO RelationsGermany – USA RelationsIranRussia – NATO RelationsSyriaChristof Lehmann (NEO) : In an interview with l’Humanité.

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Es helfen nur Menschen, wo …

Es helfen nur Menschen, wo Menschen sindDer Germanist Hans Peter Herrmann über „seinen“ BrechtBertolt Brecht Foto: afpBert Brecht, das war Schulstoff und Germanistenbrot, Schwarzbrot zuweilen, wenn die Attitüde des belehrenden Klassenkämpfers in den Vordergrund rückte. Brecht, das war auch Entzücken – über die Zartheit der „Erinnerung an die Marie A.

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DLF-Medienquartett labert ARD-Propaganda-Skandal klein

Jasminrevolution

medienluegen-iaDaniela Lobmueh

Im Deutschlandfunk „Medienquartett“ wurde über frisierte Fakten debattiert: Doch nicht die ARD-Ukraine-Krise war Thema, sondern manipulierte Listen bei billigen TV-Shows. Nur mühsam brachte der einzige freie Journalist das Thema wenigstens ein. Aber alle Anstalts-Würdenträger (Programmdirektoren, Grimme Instituts-Prominenz) trompeteten dagegen -ohne ein einziges Argument. Der Gipfel der unfreiwillig komischen Veranstaltung: Man jammerte über „Trolle“.

Geschlagene 25 Minuten laberten vier Medienleute im DLF über „Skandale und frisierte Fakten“, ehe wenigstens einer von ihnen den ARD-Propaganda-Leak ansprach. Manipulierte Zuschauer-Umfragen für billige TV-Shows waren ihnen wichtiger, als zynisches Verzerren der Wahrheit -etwa das Totschweigen des Massenmordes von Odessa, der faschistischen Paramilitärs in der Ukraine, der Hintergründe der Morde vom Maidan usw. (obgleich dies viel mehr Zuhörer interessiert haben sollte). Die versammelte Creme de la Creme der Medienfachleute fragte sich dafür langatmig, ob etwa Tierbilder an den Anfang einer TV-Show sollen oder Ostfriesen- oder Bauernwitze besser sind.

Es war der freie Journalist Hajo…

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