Michael VOSATKA: Die EU reitet in Kiew ein totes Pferd; der Standard (Wien), 23.09.2014


Vorbemerkung:  Der nachfolgende Text aus dem eher liberalen österreichischen Tagesblatt „der Standard“ wird hier dokumentiert, weil er bzgl. der ukrainischen  Westpuppets einige Fakten zu deren geistigen Zustand, zur Art ihres Charakters und zu ihrem tief liegenden Hass/Vernichtungswillen gegenüber der russisch-sprachigen Bevölkerung zeigt, insbesondere derjenigen in der Ostukraine, welche eine weitgehende Autonomie/Unabhängigkeit vom Kiewer Regime anstrebt.
Gleichzeitig dokumentiert der Kommentar Vosatkas weitgehende Übereinstimmung mit dem Gesamtprojekt der Vereinnahmung dieses zerissenen, von einer skrupellosen Oligarchen-Clique ausgeplünderten Landes in den EU-/US-Konzernraum … „leider“  fehle es dafür jedoch an „vertrauenswürdigen“ Ansprechpartnern. Das ganze Projekt scheint ihm gefährdet, weil er auch bei den europäischen Politikverwaltern – den geistigen Zustand, das Wahrnehmen der realen Verhältnisse betreffend – ähnliche Tendenzen bemerkt.
— der gesamte Mailtext ist im Anhang (pdf-Datei) verfügbar, der Volltext des dokumentierten Kommentars über      URL:    http://derstandard.at/2000005935216/Die-EU-reitet-in-Kiew-ein-totes-Pferd  —
Die EU reitet in Kiew ein totes Pferd
Brüssel fehlen vertrauenswürdige Ansprechpartner in der Ukraine
KOMMENTAR | MICHAEL VOSATKA
Der Standard, 23. September 2014, 18:39
—  A u s z u g  —
Der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletaj hat offenbar völlig den Bezug zur Realität verloren. Jedenfalls bleibt für andere Interpretationen seiner Aussagen wenig Spielraum.
Am vergangenen Wochenende behauptete Geletaj gegenüber Journalisten, dass die ukrainischen Truppen beim Flughafen von Lugansk mit nuklearen Gefechtsköpfen beschossen worden wären. Diese Vorstellung ist dermaßen absurd, dass sich sogar der Sprecher des Kiewer Innenministeriums genötigt sah, dem General öffentlich Nachhilfe in Sachen Kriegsmaterialien zu geben, da dieser den Unterschied zwischen konventionellen und nuklearen Sprengköpfen offenbar nicht kenne. Dieser ließ danach verlauten, dass er nur aufgrund von Berichten an einen Atomangriff geglaubt hätte und dies erst untersucht werden müsse.
Man könnte die Aussagen Geletajs als einen bizarren geschmacklosen Scherz eines „Comical Waleri“ abtun, doch schon Anfang September äußerte sich der Minister in eine ähnliche Richtung, als er behauptete, dass Russland mit dem Einsatz von Nuklearwaffen gedroht hätte. Einen Beweis blieb er dabei ebenso schuldig wie jetzt.
Für Irritationen sorgte er zuletzt auch mit der Behauptung, Nato-Mitglieder hätten mit Waffenlieferungen an Kiew begonnen, was umgehend dementiert wurde.
Und schon bei seiner Ernennung Anfang Juli kündigte er vor dem Parlament in Kiew großmäulig eine Siegesparade im „ukrainischen Sewastopol“ auf der Krim an.
Wenn es nicht einen blutigen Konflikt betreffen würde, könnte man darüber lachen, doch bei Kiews Verbündeten in Brüssel sollten die Alarmglocken läuten, wenn Personen wie Geletaj im ukrainischen Bürgerkrieg die Entscheidungen treffen.
Die EU ist in den Ukraine-Konflikt tief als Partei involviert. Doch in Kiew fehlen vertrauenswürdige Ansprechpartner: Parteichefin Julia Timoschenko hat sich spätestens zu dem Zeitpunkt als Gesprächspartnerin disqualifiziert, als ein abgehörtes Telefonat veröffentlicht wurde, in dem die Oligarchin gefordert hatte, man solle die acht Millionen ethnischen Russen in der Ukraine „mit Nuklearwaffen erledigen“.
Die Präsidentschaftswahl verlor sie schließlich gegen einen anderen Milliardär, doch auch Petro Poroschenko ist nicht in der Lage, den Konflikt einer vernünftigen Lösung zuzuführen. Spätestens seit dem Racheschwur, für jeden getöteten Soldaten müssten hunderte Rebellen sterben, was faktisch einen Aufruf zu Kriegsverbrechen darstellt, sollten die Friedensnobelpreisträger in Brüssel an ihrem Partner zweifeln.
Selbiges gilt für den Regierungschef Arseni Jazenjuk, der einen monumentalen Mauerbau an der ukrainisch-russischen Grenze als Problemlösung im Konflikt mit den Aufständischen in der Ostukraine sieht.  (…)
Die europäische Politik ist in einem Dilemma gefangen. Mit den politischen Akteuren Kiews ist eine dauerhafte Lösung des Konflikts in der Ostukraine unrealistisch. Weder wurde die Verantwortung für den Scharfschützeneinsatz auf dem Maidan vor dem Umsturz im Februar einer unabhängigen Untersuchung unterzogen, noch wurde der Mord an dutzenden prorussischen Aktivisten in Odessa auch nur ansatzweise aufgeklärt. Auch im Fall des abgestürzten malaysischen Passagierflugzeugs gibt es noch immer mehr offene Fragen als Antworten.  (1)  (…)   – Hervorh. m.z. –
(1) Vosatka „übersieht“ hier – wie de facto alle größeren Zeitungs-/Rundfunkmedien im deutschsprachigen Raum – den erhellenden Report des „Verbands der Ingenieure Russlands“ „Analyse der Gründe für den Absturz des Fluges МH-17 (malaysische Boeing 777)“, der seit einer Woche weltweit von der zweiten Öffentlichkeit (internetbasierte Websites, News-Medien, Blogs …) mehrsprachig verbreitet und erörtert wird.  Noch vor zehn Jahren wäre ein solch wichtiges Dokument in wesentlichen Auszügen auf der Dokumentationsseite der „Frankfurter Rundschau“ oder auszugsweise in der „taz“ erschienen – im Monatsabstand vielleicht auch in den „Blättern für deutsche und internationale Politik“.
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Martin Zeis
globalcrisis/globalchange News
martin.zeis@gmxpro.net

vosatka-EU-Ukraine-Volltrottel140923.pdf

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