WDR-Chef Tom Buhrow wehrt sich gegen Kritik an Ukraine-Berichterstattung – meedia.de 24.09.2014

24.09.2014 | 12:14 Uhr 24.09.2014 um 12:19 Uhr

WDR-Intendant Buhrow wehrt sich gegen Kritik an Ukraine-Berichterstattung

„Geht gegen journalistische Ehre“: WDR-Chef Tom Buhrow wehrt sich gegen Kritik an Ukraine-Berichterstattung

Fernsehen Der von dem Online-Magazin Telepolis veröffentlichte Bericht, in dem der ARD Programmbeirat massive Kritik an der Ukraine-Berichterstattung der ARD übt, schlägt im Senderverbund hohe Wellen. Wie Spiegel Online berichtet, hat WDR-Intendant Tom Buhrow im Intranet  seines Senders die Kritik zurückgewiesen und seinen Redaktionen den Rücken gestärkt. Auch in anderen ARD-Anstalten regt sich Unmut.

Es waren ungewöhnlich harte Worte, die da in einem Resümee eines Programmbeirat-Protokolls standen, das Telepolis veröffentlicht hat. “Einseiting, lückenhaft und voreingenommen” sei die Berichterstattung der ARD in Sachen Ukraine-Krise gewesen, war da zu lesen. Wesentliche Aspekte des Konflikts seien “nicht oder nur unzureichend beleuchtet” worden, Inhalte seien  “tendenziell gegen Russland und die russischen Positionen” gerichtet gewesen. Wer Autor des von Telepolis veröffentlichten Protokoll-Resümees ist, ist nicht bekannt. Nunheißt es, das veröffentlichte, vierseitige Resümee sei aus dem Zusammenhang gerissen gewesen. Im kompletten Sitzungsprotokoll sei die Kritik an der Ukraine-Berichterstattung “deutlich abwägender formuliert”, so berichtet Spiegel Online.

In der ARD sind sie nun mächtig sauer auf den Programmbeirat und die Durchstecherei. Schon kurz nach der Veröffentlichung meldete sich ARD-Chefredakteur Thomas Baumann zu Wort und wies den “Vorwurf einer einseitigen und tendenziösen Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt weise ich energisch zurück.” Baumann: “Es gab und es gibt zahlreiche Beiträge, Sendungen und Sondersendungen im Ersten Programm, die in der Summe die Lage in der Ukraine und die Ursachen der Krise differenziert und unter verschiedenen Aspekten thematisiert haben und thematisieren.” Ins gleiche Horn stößt nun WDR-Intendant Tom Buhrow. Im Intranet des Senders schreibt er laut Spiegel Online: “Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten exzellente Arbeit.” Den Vorwurf einseitiger Berichte will Buhrow nicht auf sich sitzen lassen: “Das geht an die journalistische Ehre.” Andere ARD-Intendanten denken offenbar ähnlich.

Der Programmbeirat hat lediglich eine beratende Funktion. In dem Gremium sitzen Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen und Parteien, die in der Regel auch in den Rundfunkräten einzelner ARD-Anstalten Mitglied sind. Aufgabe des neunköpfigen Programmbeirats ist es, dafür zu Sorgen, dass die ARD dem öffentlich-rechtlichen Programmauftrag gerecht wird. Vorsitzender des Programmbeirats ist Paul Siebertz, ein Rechtsanwalt, der vom Bayerischen Rundfunk entsandt wurde.

 

Seniora.org – ISIS – Der Krieg, der nicht zu sein bräuchte – Von Doris Auerbach

Seniora.org – ISIS – Der Krieg, der nicht zu sein bräuchte – Von Doris Auerbach.

ISIS – Der Krieg, der nicht zu sein bräuchte – Von Doris Auerbach

 

Der auf dem Treffen in Paris am 15. 9. von rund 30 Staaten gegen den ISIS formierte Anti-Terror-Allianz gehören neben der USA und Grossbritannien auch Frankreich, Italien, Deutschland, Polen, Dänemark, Australien und Kanada an, aber auch die Türkei und Saudi-Arabien. Kein einziger der anwesenden Vertreter dieser Staaten brachte es über sich, die Wahrheit auszusprechen: Dass wir diesen neuerlichen Krieg einem Eigenprodukt verdanken, einem Produkt der US-Geheimdienste resp. einer von Saudi-Arabien und der CIA unterstützten und vom amerikanischen Militär ausgebildeten Armee. Hierzu hat der ehemalige demokratische Senator Floridas, Bob Graham, am 16. September im englischen ›Independent‹ erklärt, dass es absurd sei, sich im Kampf gegen den ISIS ausgerechnet an Saudi-Arabien und die Türkei zu wenden, da beide Staaten Geburtshelfer der ISIS sind. [1]

Wie auf dem Treffen zu vernehmen war, heisst es ausgerechnet von Saudi-Arabien, dass es »eine wichtige Säule des Kampfes gegen den ISIS sein werde.« Nun ist dieses, wie ›German Foreign Policy‹ festhält »trotz seines Terrorexports und seiner unsicheren Zukunft von der Bundesrepublik systematisch hochgerüstet worden.« Laut Rüstungsexportberichten der Bundesregierung erfolgten allein für die Jahre von 2009 bis 2013 Rüstungslieferungen an Saudi-Arabien im Wert von mehr als 2 Milliarden €. (…)

27’000 PR-Berater polieren Image der USA – Tagesanzeiger.ch 2009

27’000 PR-Berater polieren Image der USA.

Nach einem Hinweis auf Facebook zur Dokumentation:

 

 

27’000 PR-Berater polieren Image der USA

Ein Chefredaktor beklagt den immensen Einfluss des amerikanischen Verteidigungsminsteriums auf seine Journalisten. Jetzt ist ihm der Kragen geplatzt: Er enthüllt schier unglaubliche Fakten über die PR-Arbeit des Pentagons.

Journalisten können ihrem Job nicht nachgehen: Das US-Verteidigungsministerium übt massiven Druck auf Reporter in Kriegsgebieten aus.

Journalisten können ihrem Job nicht nachgehen: Das US-Verteidigungsministerium übt massiven Druck auf Reporter in Kriegsgebieten aus. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Bush-Administration hat das US-Militär in eine globale Propaganda-Maschine verwandelt. Tom Curley, Chef der amerikanischen Nachrichtenagentur AP, kann dazu nicht mehr länger schweigen. Am Wochenende referierte er an der Universität von Kansas vor Journalisten über den Druck des US-Verteidigungsministeriums auf seine Berichterstatter in Kriegsgebieten wie Irak oder Afghanistan. Sein Fazit: «Es wird langsam unerträglich.» Hohe Generäle hätten gedroht, dass man die AP und ihn ruinieren werde, wenn die Reporter weiterhin auf ihren journalistischen Prinzipien beharren würden. Seit 2003 wurden bereits elf Journalisten der AP im Irak für mehr als 24 Stunden verhaftet.

27’000 PR-Berater kassieren 4,7 Milliarden Dollar

Das US-Militär hat seine Propagandaabteilung gewaltig ausgebaut. Nichts wird unversucht gelassen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Laut AP-Recherchen verfügt das Pentagon über 27’000 Personen, die ausschliesslich für die Öffentlichkeitsarbeit (PR, Werbung, Rekrutierung) zuständig sind. Zum Vergleich: Das gesamte US-Aussenministerium mit Hillary Clinton an der Spitze beschäftigt rund 30’000 Personen. Die PR-Maschinerie des Militärs kostet die Steuerzahler jährlich 4,7 Milliarden Dollar. Seit 2004 sind die Ausgaben um 63 Prozent gewachsen. Wozu diese Mittel genau eingesetzt werden, bleibt meist geheim.

PR-Zentrale auf abgelegenem Luftwaffen-Stützpunkt

Eine für den Informationskrieg zuständige Dienststelle namens «Joint Hometown News Service» befindet sich nach AP-Informationen auf einem früheren Luftwaffen-Stützpunkt in San Antonio, Texas. Dort würden Wort- oder Bildberichte produziert, die man unter falscher Quellenangabe den Medien zuspielt.

Für 2009 sei die Herausgabe von 5400 Pressemitteilungen, 3000 Fernsehspots und 1600 Rundfunkinterviews geplant – doppelt so viel wie noch vor zwei Jahren. Dieser Service ist nur ein kleiner Ausschnitt des ständig wachsenden Pentagon-Medienimperiums. Schon jetzt ist es grösser als die allermeisten Pressekonzerne der USA.

AP-Chef Tom Curley plädiert für neue klare Regeln im investigativen Journalismus. «Denn wir sind die einzige Kraft, welche die Regierung zu überprüfen vermag.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 12.02.2009, 22:06 Uhr)

Michael VOSATKA: Die EU reitet in Kiew ein totes Pferd; der Standard (Wien), 23.09.2014

Vorbemerkung:  Der nachfolgende Text aus dem eher liberalen österreichischen Tagesblatt „der Standard“ wird hier dokumentiert, weil er bzgl. der ukrainischen  Westpuppets einige Fakten zu deren geistigen Zustand, zur Art ihres Charakters und zu ihrem tief liegenden Hass/Vernichtungswillen gegenüber der russisch-sprachigen Bevölkerung zeigt, insbesondere derjenigen in der Ostukraine, welche eine weitgehende Autonomie/Unabhängigkeit vom Kiewer Regime anstrebt.
Gleichzeitig dokumentiert der Kommentar Vosatkas weitgehende Übereinstimmung mit dem Gesamtprojekt der Vereinnahmung dieses zerissenen, von einer skrupellosen Oligarchen-Clique ausgeplünderten Landes in den EU-/US-Konzernraum … „leider“  fehle es dafür jedoch an „vertrauenswürdigen“ Ansprechpartnern. Das ganze Projekt scheint ihm gefährdet, weil er auch bei den europäischen Politikverwaltern – den geistigen Zustand, das Wahrnehmen der realen Verhältnisse betreffend – ähnliche Tendenzen bemerkt.
— der gesamte Mailtext ist im Anhang (pdf-Datei) verfügbar, der Volltext des dokumentierten Kommentars über      URL:    http://derstandard.at/2000005935216/Die-EU-reitet-in-Kiew-ein-totes-Pferd  —
Die EU reitet in Kiew ein totes Pferd
Brüssel fehlen vertrauenswürdige Ansprechpartner in der Ukraine
KOMMENTAR | MICHAEL VOSATKA
Der Standard, 23. September 2014, 18:39
—  A u s z u g  —
Der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletaj hat offenbar völlig den Bezug zur Realität verloren. Jedenfalls bleibt für andere Interpretationen seiner Aussagen wenig Spielraum.
Am vergangenen Wochenende behauptete Geletaj gegenüber Journalisten, dass die ukrainischen Truppen beim Flughafen von Lugansk mit nuklearen Gefechtsköpfen beschossen worden wären. Diese Vorstellung ist dermaßen absurd, dass sich sogar der Sprecher des Kiewer Innenministeriums genötigt sah, dem General öffentlich Nachhilfe in Sachen Kriegsmaterialien zu geben, da dieser den Unterschied zwischen konventionellen und nuklearen Sprengköpfen offenbar nicht kenne. Dieser ließ danach verlauten, dass er nur aufgrund von Berichten an einen Atomangriff geglaubt hätte und dies erst untersucht werden müsse.
Man könnte die Aussagen Geletajs als einen bizarren geschmacklosen Scherz eines „Comical Waleri“ abtun, doch schon Anfang September äußerte sich der Minister in eine ähnliche Richtung, als er behauptete, dass Russland mit dem Einsatz von Nuklearwaffen gedroht hätte. Einen Beweis blieb er dabei ebenso schuldig wie jetzt.
Für Irritationen sorgte er zuletzt auch mit der Behauptung, Nato-Mitglieder hätten mit Waffenlieferungen an Kiew begonnen, was umgehend dementiert wurde.
Und schon bei seiner Ernennung Anfang Juli kündigte er vor dem Parlament in Kiew großmäulig eine Siegesparade im „ukrainischen Sewastopol“ auf der Krim an.
Wenn es nicht einen blutigen Konflikt betreffen würde, könnte man darüber lachen, doch bei Kiews Verbündeten in Brüssel sollten die Alarmglocken läuten, wenn Personen wie Geletaj im ukrainischen Bürgerkrieg die Entscheidungen treffen.
Die EU ist in den Ukraine-Konflikt tief als Partei involviert. Doch in Kiew fehlen vertrauenswürdige Ansprechpartner: Parteichefin Julia Timoschenko hat sich spätestens zu dem Zeitpunkt als Gesprächspartnerin disqualifiziert, als ein abgehörtes Telefonat veröffentlicht wurde, in dem die Oligarchin gefordert hatte, man solle die acht Millionen ethnischen Russen in der Ukraine „mit Nuklearwaffen erledigen“.
Die Präsidentschaftswahl verlor sie schließlich gegen einen anderen Milliardär, doch auch Petro Poroschenko ist nicht in der Lage, den Konflikt einer vernünftigen Lösung zuzuführen. Spätestens seit dem Racheschwur, für jeden getöteten Soldaten müssten hunderte Rebellen sterben, was faktisch einen Aufruf zu Kriegsverbrechen darstellt, sollten die Friedensnobelpreisträger in Brüssel an ihrem Partner zweifeln.
Selbiges gilt für den Regierungschef Arseni Jazenjuk, der einen monumentalen Mauerbau an der ukrainisch-russischen Grenze als Problemlösung im Konflikt mit den Aufständischen in der Ostukraine sieht.  (…)
Die europäische Politik ist in einem Dilemma gefangen. Mit den politischen Akteuren Kiews ist eine dauerhafte Lösung des Konflikts in der Ostukraine unrealistisch. Weder wurde die Verantwortung für den Scharfschützeneinsatz auf dem Maidan vor dem Umsturz im Februar einer unabhängigen Untersuchung unterzogen, noch wurde der Mord an dutzenden prorussischen Aktivisten in Odessa auch nur ansatzweise aufgeklärt. Auch im Fall des abgestürzten malaysischen Passagierflugzeugs gibt es noch immer mehr offene Fragen als Antworten.  (1)  (…)   – Hervorh. m.z. –
(1) Vosatka „übersieht“ hier – wie de facto alle größeren Zeitungs-/Rundfunkmedien im deutschsprachigen Raum – den erhellenden Report des „Verbands der Ingenieure Russlands“ „Analyse der Gründe für den Absturz des Fluges МH-17 (malaysische Boeing 777)“, der seit einer Woche weltweit von der zweiten Öffentlichkeit (internetbasierte Websites, News-Medien, Blogs …) mehrsprachig verbreitet und erörtert wird.  Noch vor zehn Jahren wäre ein solch wichtiges Dokument in wesentlichen Auszügen auf der Dokumentationsseite der „Frankfurter Rundschau“ oder auszugsweise in der „taz“ erschienen – im Monatsabstand vielleicht auch in den „Blättern für deutsche und internationale Politik“.
________
Martin Zeis
globalcrisis/globalchange News
martin.zeis@gmxpro.net

vosatka-EU-Ukraine-Volltrottel140923.pdf

Die Anstalt – Kriegsberichterstattung der Mainstream Medien (ZDF 23.09.14)

Dieses interessante Video habe ich auf YouTube gefunden:
Kabarett als 4.Gewalt,
http://youtu.be/LSDitudiGR4

 

Und hier sprechen die Darsteller/Macher über ihr Selbstverständnis und das Zustandekommen ihrer Sketche:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2205572/#/beitrag/video/2205572/Recherchegrundlagen%3F