Deutsch-polnisches Bündnis gegen russische Aggression?
Kritisches zur Bundestagsrede des polnischen Staatspräsidenten Komorowski
Keineswegs herrscht bei den Staaten des nordatlantischen Bündnisses intern Übereinstimmung in der Frage, wie mit dem Ukraine-Konflikt und Rußland strategisch umzugehen sei. Differenzen bestehen in dieser Sache auch zwischen der polnischen und der deutschen Politik. In diesem Zusammenhang ist eine repräsentative Wortmeldung von Bronisław Komorowski in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen.
Um das Gedenken an den sogenannten Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ging es der Einladung zufolge – im Deutschen Bundestag sprach 75 Jahre nach dem hitlerdeutschen Angriff auf Polen der gegenwärtige Staatspräsident des damals überfallenen Landes. Schon angesichts des historischen Hintergrundes seines Auftritts war ihm der Beifall der Abgeordneten ganz überwiegend gewiss – und wer wollte nicht erleichtert sein über jenes heutige deutsch-polnische Verhältnis, das etwas wolkig als „Versöhnung“ bezeichnet wird.
Bronisław Komorowski ist, was auch bei Staatsoberhäuptern nicht unbedingt vorausgesetzt werden kann, ein gebildeter Mann, und so sind in seiner Rede manche recht bedenkenswerten Aussagen über politische Vergangenheiten enthalten. Aber die Botschaft, die er der Bundesrepublik mitteilen wollte, hat eine aktuelle Zielrichtung; es handelt sich dabei um eine höflich formulierte Forderung, die deutsche Politik solle in der Auseinandersetzung mit der russischen doch endlich mehr „Stärke“ aufbringen. Gemeint sind nicht nur Wirtschaftssanktionen. (…)
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