Karel van WOLFEREN: Die Ukraine, korrupter Journalismus und der Glaube der Atlantiker; The UNZ Review, Aug 14, 2014


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Von: „Martin Zeis“ <Martin.zeis>
Datum: 30. August 2014 13:01:38 MESZ
An: globalcrisis%Martin.zeis
Betreff: Karel van WOLFEREN: Die Ukraine, korrupter Journalismus und der Glaube der Atlantiker; The UNZ Review, Aug 14, 2014

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Die Ukraine, korrupter Journalismus und der Glaube der Atlantiker
von Karel van Wolferen, 14. August 2014

Die europäische Union wird nicht (mehr) von Politikern geführt, die ein Verständnis von Geschichte haben, eine nüchterne Einschätzung der globalen Wirklichkeit oder auch nur gesunden Menschenverstand in Verbindung mit den langfristigen Zielen dessen, was sie führen. Falls es noch eines Beweises bedurft hätte, ist der spätestens mit den Sanktionen erbracht, die sie vorige Woche beschlossen haben und die Russland bestrafen sollen.

Ein Weg, ihre Dummheit zu ergründen, wäre, bei den Medien anzufangen, denn welche Ansicht oder welche Besorgnis die Politiker auch immer persönlich haben mögen, sie müssen wahrgenommen werden als diejenigen, die das richtige tun, und darum kümmern sich Fernsehen und Zeitungen.

In weiten Teilen der europäischen Union leitet sich das allgemeine Verständnis der globalen Wirklichkeit seit dem schrecklichen Schicksal der Menschen an Bord des malaysischen Flugzeugs aus den Mainstream Zeitungen und Fernsehsendern ab, die die Herangehensweise der angloamerikanischen Mainstream-Medien kopiert und ‚Nachrichten‘ präsentiert haben, in denen Andeutungen und Verunglimpfungen die saubere Berichterstattung ersetzen. Renommierte Publikationen wie die Financial Times oder das früher sehr angesehene niederländische NRC Handelsblad, für das ich sechzehn Jahre als Ostasien-Korrespondent gearbeitet habe, haben in diesen korrupten Journalismus nicht nur eingestimmt, sondern selbst dazu beigetragen, irrwitzige Feststellungen zu verbreiten. Die Expertisen und Leitartikel, die dabei herausgekommen sind, sind weiter gegangen als alle vorherigen Beispiele fortgesetzter Medienhysterie, an die ich mich erinnern kann, die für politische Zwecke angeheizt wurden. Das abscheulichste Beispiel, das mir über den Weg gelaufen ist, ein Anti-Putin-Aufmacher im Economist Magazine (vom 26. Juli), war vom Tonfall wie Shakespeares Heinrich der
Fünfte, der seine Truppen vor der Schlacht von Agincourt einschwört, als er in Frankreich einmarschiert.

Man sollte immer daran denken, dass es keine europaweite Zeitung oder Publikation gibt, die eine europäische Öffentlichkeit bietet im Sinne einer Plattform für politisch interessierte Europäer, um über große internationale Entwicklungen zu sinnieren oder zu debattieren. Weil diejenigen, die sich für Weltpolitik interessieren, normalerweise die internationalen Ausgaben der New York Times oder der Financial Times lesen, sind Fragen und Antworten zu geopolitischen Fragestellungen in aller Regel dadurch geprägt oder zumindest stark beeinflusst, was die Redakteure in New York und London für
wichtig erachten. (…)

Anm. m.z.: die von van Wolferen geäußerte positive Bewertung der Ukraine-„Bericht“-Erstattung von ZEIT, FAZ, SPIEGEL teile ich nicht – im Gegenteil; abweichend davon sehe ich die von ihm erwähnten Texte Gabor STEINGARTs (Handelsblatt) als realpolitische, sachliche, geschäftsnüchterne Interventionen, die quer zum seit WKI verfolgten geostrategischen Kalkül der US-Plutokratie liegen.

wolferen-ukraine-korrupter-journalismus140814.pdf

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